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SPD-Ortsverein lässt Landtagskandidaten bei Wahlen eiskalt fallen

Sewald fühlt sich von Hamelner Genossen „kräftig abgewatscht“

Hameln (joa). Was ist los im SPD-Ortsverein Hameln? Diese Frage stellen sich nach dem vergangenen Freitag übereinstimmend Ortsvereinschef Werner Sattler und Thomas Sewald. Denn der Hamelner SPD-Ortsverein hatte den 50-jährigen Welliehäuser Sewald zum Kandidaten ihrer Partei für den Wahlkreis 38 vorgeschlagen. Bei der Wahlkreiskonferenz in Hessisch Oldendorf hatten die Hamelner ihren Genossen Sewald dann „aber kräftig abgewatscht“, wie es der Diplom-Ingenieur selbst rückblickend beurteilt – und keine Erklärung dafür finden kann: Entfielen auf ihn doch nur 30 Stimmen. Und das, obwohl die Hamelner SPD mit 47 Delegierten zur Wahl im Baxmann-Zentrum angetreten war (wir berichteten).

veröffentlicht am 21.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 12:21 Uhr

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Und das, obwohl Sewald – Mitglied im geschäftsführenden Vorstand des Ortsvereins und stellvertretender Vorsitzender des SPD-Unterbezirks – mit bestem Rückenwind aus dem Ortsverein und ohne Grund für Selbstzweifel am Freitag zur Wahl angetreten war. In Hameln hatte man sich mit 63 Prozent der Stimmen für Sewald starkgemacht, da man mit einem unverbrauchten Gesicht in den Wahlkampf gehen und einen Wahlkreis-Protagonisten auch über eine Wahlperiode hinaus aufbauen wollte. „Und bis zur Wahl habe ich von keiner Seite von irgendwelchen Zweifeln an meiner Kandidatur gehört. Ich war daher völlig überrascht“, gesteht der Welliehäuser ein.

Auch er habe nicht gemerkt, „dass da im Hintergrund kräftig gerührt worden sein muss“, sagt Ortsvereinsvorsitzender Werner Sattler. Er geht davon aus, dass in Sewalds Wahlergebnis auch Stimmen aus Hessisch Oldendorf und Rinteln stecken, und dann nur weniger als die Hälfte der Hamelner für „ihren“ Kandidaten gestimmt haben dürften. „Und das ist nicht nur ein schwerer Schlag für Sewald, sondern auch für die SPD Hameln. Wenn man 47 Delegierte stellt, und nicht mal die Hälfte wählt den vereinbarten Kandidaten, dann ist das schon ein schwaches Bild,“ ärgert sich Sattler.

Was bleibt, ist die Verunsicherung des Parteivorsitzenden, die Frage nach einem möglichen Strippenzieher hinter den Partei-Kulissen: „Was da genau passiert ist, weiß ich nicht“, sagt Werner Sattler gegenüber der Dewezet. Immerhin war Sewald schon seit Jahren als Kandidat des Stadtverbandes im Gespräch.

Für den jedoch – „am Freitagabend hat es noch sehr weh getan“ – ist das Wahldebakel von Hessisch Oldendorf nach eigenen Worten bereits verarbeitet. Immerhin habe er bei Heiner Bartling gegen einen Polit-Profi mit jahrzehntelanger Landtagserfahrung verloren: „Und das ist für mich als Neuling keine Schmach.“ Was bleibt, ist ein Vertrauensverlust zu den eigenen Hamelner Genossen, gesteht Sewald ein: „Doch ich warte jetzt ab. Vielleicht kommt ja eines Tages doch noch einer von ihnen und sagt mir gradlinig ins Gesicht: Ich war’s.“



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