weather-image
22°
Keller vollgelaufen, Straßen verschlammt / Hilfskräfte im Dauereinsatz / Hameln besonders betroffen

Schweres Unwetter wütet über dem Landkreis

Schaufeln, schaufeln – anders kann man die Schlamm-Massen gar nicht wieder loswerden. Werner und Jörg Schmidt in Fischbeck befreien zunächst den Abfluss.Fotos: Dana, tis

veröffentlicht am 08.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:21 Uhr

270_008_4182598_wb130_0910.jpg
Weiterlesen mit Ihrem Digital-Abonnement
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Weserbergland (tis/hen/ rom). „Mensch, hat das geschüttet!“ Über dem Weserbergland ergossen sich in der Nacht zu gestern sintflutartige Regenfälle – allein im Raum Hameln fielen nach Messungen der Wetterstation der Stadtwerke in der Zeit von 19 bis 7 Uhr 75 Liter auf den Quadratmeter. Das schwere Unwetter ließ Feuerwehrkräfte und Polizei nicht zur Ruhe kommen, und auch viele Bürger hatten eine schlaflose Nacht. Vollgelaufene Keller, überflutete und verschlammte Straßen, umgestürzte Bäume – die Einsatzkräfte hatten alle Hände voll zu tun.

Die Bundesstraße 217 an der Ampelkreuzung und der Hilligsfelder Straße hatte sich in einen reißenden Bachlauf verwandelt. Ein ähnliches Bild bot sich an der Zufahrt zum Hottenbergsfeld und in Rohrsen, wo Wasser- und Schlammfluten auf der „Alten Heerstraße“ in Richtung „Hurke“ strömten. Auch der Reimerdeskamp im Bereich Rettigs Grund bis zu den Zufahrten zu den britischen Übungsplätzen war teilweise bis zu zehn Zentimeter hoch mit Schlamm bedeckt. Dort rückte noch in der Nacht der Bauhof mit schwerem Gerät ran. Hinzu kamen viele vollgelaufene Keller in der Hamelner Nordstadt, in Holtensen und Halvestorf.

Allein in Hameln waren 200 Feuerwehrkräfte aus zehn Ortswehren und der hauptberuflichen Wachbereitschaft im Einsatz, um gegen die Unwetterfolgen zu kämpfen. Als die ersten Notrufe eingingen, verstärkte die Regionalleitstelle Weserbergland sofort ihr Personal, um der Vielzahl von Notrufen Herr zu werden. Einsatzschwerpunkt war die Stadt Hameln. Doch auch die Feuerwehr brauchte Hilfe. In der Tunnelstraße war ihr Tanklöschfahrzeug in den Wassermassen liegen geblieben und musste abgeschleppt werden. Und in Halvestorf war die Fahrzeughalle der Ortswehr vollgelaufen.

Auf dem Reimerdeskamp steht das Wasser, die Feuerwehrkräfte pump
  • Auf dem Reimerdeskamp steht das Wasser, die Feuerwehrkräfte pumpen kräftig.
Aber nicht nur Wasser, auch Schlamm hat die Fahrbahn teilweise u
  • Aber nicht nur Wasser, auch Schlamm hat die Fahrbahn teilweise unpassierbar gemacht – der Morgen danach.
270_008_4182429_wb105_0910.jpg
270_008_4182589_wb127_0910.jpg
Auf dem Reimerdeskamp steht das Wasser, die Feuerwehrkräfte pump
Aber nicht nur Wasser, auch Schlamm hat die Fahrbahn teilweise u
270_008_4182429_wb105_0910.jpg
270_008_4182589_wb127_0910.jpg

Im Raum Hessisch Oldendorf, vor allem in Segelhorst, Krückeberg und Fischbeck, fluteten die Wassermassen zahlreiche Keller, Schlamm bedeckte etliche Straßen. In Fischbeck war besonders der Sachsenweg betroffen, wo noch in den Morgenstunden Feuerwehren versuchten, Wasser - und Schlammmassen zu beseitigen. In der Gemeinde Aerzen hatte es das Dorfgemeinschaftshaus in Dehmke schwer getroffen. In Reinerbeck und Herkendorf mussten verschlammte Straßen gereinigt werden. In Groß Berkel traf es die B 1 Richtung Multimarkt, in Schule und Sporthalle waren Keller vollgelaufen. Ähnliches wird aus dem Raum Bad Münder gemeldet. Dort waren die Kernstadt und die nördlichen Ortsteile betroffen.

Im Flecken Coppenbrügge war Bäntorf besonders stark vom Unwetter geschädigt. Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka, der sich am Morgen einen Überblick verschaffte, sieht allerdings zunächst keine Notwendigkeit für weitere Maßnahmen im Hochwasserschutz. „Das ist eben Natur“, sagt Peschka. Wäre der Regen in diesen Mengen 14 Tage eher heruntergekommen, wäre wahrscheinlich gar nichts passiert, denn da waren die Ackerflächen noch nicht abgeerntet. Dennoch werde man den Planer der Hochwasserschutzmaßnahmen bitten, sich vor Ort zu informieren. Die Gräben, die oft in der Vergangenheit verstopft waren und das Wasser nicht hatten aufnehmen können, seien jedenfalls frei gewesen. Der benachbarte Flecken Salzhemmendorf ist diesmal übrigens weitgehend verschont geblieben. Ähnliches gilt auch für den Landkreis Holzminden.

Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare