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Schweinegrippe: Sorge vor der nächsten Welle

Hameln-Pyrmont (ni). Seit dem Frühjahr hat sich der Erreger der Schweinegrippe auf der ganzen Welt verbreitet. Auch um den Landkreis machte er keinen Bogen. Mit zurzeit 56 bestätigten Fällen ist Hameln-Pyrmont bislang zwar glimpflich davongekommen, „aber wir sollten uns nicht einlullen lassen durch das relativ geringe Aufkommen“, warnt der Leiter des Hamelner Gesundheitsamtes, Dr. Rolf Fleischer.

veröffentlicht am 19.10.2009 um 18:08 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:41 Uhr

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Hameln-Pyrmont (ni). Seit dem Frühjahr hat sich der Erreger der Schweinegrippe auf der ganzen Welt verbreitet. Auch um den Landkreis machte er keinen Bogen. Mit zurzeit 56 bestätigten Fällen ist Hameln-Pyrmont bislang zwar glimpflich davongekommen, „aber wir sollten uns nicht einlullen lassen durch das relativ geringe Aufkommen“, warnt der Leiter des Hamelner Gesundheitsamtes, Dr. Rolf Fleischer. Dass die Zahl der Infizierten bislang nur gering und der Verlauf der Erkrankung in den meisten Fällen eher harmlos gewesen sei, „heißt nämlich nicht, dass die nächste Welle nicht heftiger ausfällt“. Dass sie spurlos am Landkreis vorübergeht hält er für unwahrscheinlich: „Ich gehe davon aus, dass wir noch mehr damit zu tun kriegen,“ sagt Fleischer.
 Seine anfängliche Skepsis gegenüber einer Impfung hat der Arzt in öffentlichen Diensten inzwischen abgelegt – auch wenn um die geplante Reihenimpfung ein Streit zwischen Gegnern und Befürwortern entbrannt ist. Kritiker sprechen von einer „sinnlosen und gefährlichen Aktion“, weil der Impfstoff unzureichend getestet und in seinen Nebenwirkungen nicht erforscht sei, offizielle Stellen warnen dagegen vor einer unüberschaubaren Pandemie. Fleischer bezieht in dieser Auseinandersetzung klar Position: „Seit einigen Tagen wissen wir, dass der von Deutschland eingekaufte Impfstoff „Pandemrix“ besser ist als der amerikanische“. 

Der Hamelner Ärztesprecher Dr. Ronald Lücke hat in seiner Praxis bislang keinen bestätigten Fall von Schweinegrippe verzeichnet. Dass sich das ändern könnte, will er nicht ausschließen. Lücke: „Wir kommen in die kalte Jahreszeit, und das steigt die Infektanfälligkeit der Menschen.“ Ob es dann eine zweite Schweinegrippe-Welle geben und wie heftig die verlaufen werde, „wissen wir noch nicht“, sagt der Allgemeinmediziner. Patienten, die Angst vor einer Ansteckung haben und geimpft werden möchten, werde er impfen, „so wir denn genug Impfstoff haben“.
 Der Streit hochkarätiger Wissenschaftler um mögliche Nebenwirkungen des neuen Impfstoffes „hat nicht nur zu einer unzumutbaren Verunsicherung der Patienten, sondern auch der Ärzte beigetragen“, beklagt dagegen Dr. Eva-Maria Kraske. Das Dilemma, in dem sich die Hamelner Ärztin sieht: „Wir sind verpflichtet, die Patienten zu beraten, aber wir haben keine adäquaten Erfahrungswerte.“ Als Mediziner „an der Front“ sei man nicht klüger als die Experten, „muss am Ende aber seinen Kopf hinhalten“, so Kraske.



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