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Dunkelziffer ist hoch / In Notdienst-Praxis „war der Bär los“ / Bislang noch keine Fälle der anderen saisonalen Influenza-Typen registriert

Schweinegrippe erreicht Hameln-Pyrmont – schon 29 Infizierte

Hameln-Pyrmont (ube). Die Schweinegrippe breitet sich aus. Nach Angaben von Dr. Ludwig Grüter, Arzt für Mikrobiologie in der Partnerschaftspraxis für Laboratoriumsmedizin in Hameln, werden bei der Untersuchung von eingeschickten Abstrichen aus dem Kreis Hameln-Pyrmont seit Mitte vergangener Woche täglich zwei bis drei Neuerkrankungen identifiziert. Bis gestern wurden dem Gesundheitsamt 29 Fälle von Schweinegrippe gemeldet. Es hat bislang vor allem die Jüngsten getroffen: „24 Kinder im Alter von sechs Monaten bis 13 Jahre sind erkrankt. Nur fünf Erwachsene haben sich infiziert“, sagt der Leitende Amtsarzt Dr. Rolf Fleischer. „Die beiden anderen Influenza-Typen, die die Namen Brisbane und Perth tragen, sind noch nicht im Landkreis nachgewiesen worden.“ Das Dunkelfeld sei groß, da die niedergelassenen Ärzte in der Regel nur Proben von Kindern und von Risiko-Patienten einschickten, sagt Dr. Grüter „Man kann ferner sagen, dass es sich bei 30 Prozent aller akuten Atemwegserkrankungen um eine echte Grippe handelt.“

veröffentlicht am 17.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 06:41 Uhr

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In der Praxis des Ärztlichen Notdienstes am Hastenbecker Weg in Hameln sei am Wochenende „der Bär los gewesen“, sagt der Koordinator der Praxis, Reinhold Klostermann. „Plötzlich ist die Influenza da. Am Samstag hatten wir 26, am Sonntag sogar 31 Patienten, die unter klassischen Grippe-Symptomen litten.“ Lediglich bei sechs Erkrankten sei ein Abstrich gemacht worden. „Es ist das erste Mal, dass wir in diesem Jahr überhaupt Befunde mit Verdacht auf Grippe eingeschickt haben.“

In der vergangenen Woche sei „es noch relativ ruhig“ gewesen in der Klüt-Praxis, sagt Dr. Raffael Boragk, der auch Vorsitzender des Ärztevereins ist. „Am heutigen Montag waren überdurchschnittlich viele Patienten bei uns. Es waren auch Grippe-Fälle dabei.“

Der Kinderarzt Prof. Dr. Wolf-Rainer Cario aus Bad Pyrmont geht davon aus, dass „in den kommenden Wochen eine größere Grippewelle auf uns zukommen wird“. „Ich habe in den vergangenen zehn Tagen bereits zehn Fälle von nachgewiesenen H1N1-Infektionen behandelt“, sagt der Kinderarzt, dessen Praxis eine Sentinal-Funktion (Sentinal, englisch für Wächter) für das Robert-Koch-Institut in Berlin wahrnimmt.

Eine Schutzimpfung – der aktuelle Impfstoff enthalte alle Komponenten der möglichen Grippeinfektionen und werde problemlos vertragen – könne für noch nicht infizierte Menschen Schutz bieten, sagt der Professor. Die Ständige Impfkommission (Stiko) – es handelt sich um das oberste Impfexperten-Gremium am Robert-Koch-Institut, empfiehlt, alle Personen im Alter von über 60 Jahren, chronisch kranke Patienten, aber auch Schwangere zu impfen.

Reinhold Klostermann, Koordinator der Notdienst-Praxis, macht bei Marko Grünheit einen Abstrich. Im Labor wird sich zeigen, ob der Patient krank ist. Foto: Dana



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