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Strenge Kriterien für Haltung

„Schweine als Haustiere gibt es nicht“

AERZEN/EMMERTHAL. Das am Dienstag aufgefundene Hängebauchschwein ist mittlerweile sicher untergebracht. Ein Besitzer des Tieres hat sich allerdings nicht gemeldet. Wurde das Schwein vielleicht bewusst ausgesetzt, weil man es nicht mehr haben wollte? Die Vermutung liegt nahe, meint auch Silke Arnold vom Verein Schweinefreunde e.V.. „Seit ein paar Jahren entwickelt es sich zum Trend, Mini-Schweine als Haustiere zu halten“, sagt die Vorsitzende des Vereins. Die Freude am neuen Mitbewohner halte jedoch oft nur kurz.

veröffentlicht am 25.05.2018 um 15:25 Uhr
aktualisiert am 25.05.2018 um 16:00 Uhr

Das am Dienstag gefundene Hängebauchschwein ist vorübergehend in Emmerthal untergebracht. Foto: Wal
Karen Klages

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Karen Klages Reporterin zur Autorenseite
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Nach ein paar Monaten würden die Besitzer dann feststellen, dass die ausgewachsene, 60 Kilogramm schwere Sau die Wohnung auseinandernimmt. „Es gibt dann die Leute, die das Schwein aussetzen oder die, die es durch uns abholen lassen“, sagt sie. Beide Fälle kennt sie; letztere sind ihr lieber und kommen häufiger vor. Zwei bis drei Anrufe am Tag erhält sie täglich. „Dann heißt es: Das Schwein soll weg“, so Arnold und betont: „Schweine als Haustiere gibt es nicht.“

Dass man ein Schwein nicht einfach wie Hund und Katze zuhause halten kann, bestätigt Wolfgang Ehrecke, Pressereferent der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. „Wenn jemand mehrere Schweine halten möchte, ist zunächst einmal das Veterinäramt zuständig. Dort muss die Tierhaltung angemeldet werden und im zweiten Schritt dann bei der Tierseuchenkasse.“ Sollte das Veterinäramt feststellen, dass der Tierhalter nicht sachkundig ist, könne er ihn zu einem Lehrgang, zum Beispiel bei der Landwirtschaftskammer, schicken. Auch für die Überwachung der Haltung sei das Veterinäramt zuständig.

Ob Schweine hierzulande wie Haustiere gehalten werden, kann der Landkreis Hameln-Pyrmont nicht ermitteln. „Bei der Erfassung von Schweine haltenden Betrieben wird nicht erfasst, ob es sich um Minischweine zu Hobbyzwecken oder um normale Hausschweine zu Schlachtzwecken handelt“, so Sprecherin Sandra Lummitsch.

Dass ein Hausschwein in freier Wildbahn unterwegs ist, komme laut Kreisjägermeister Jürgen Ziegler „außerordentlich selten vor“. In diesem Jahr machte neben dem Hängebauchschwein auch „Borsti“ von sich Reden: Das Hausschwein ist bei Hope in freier Wildbahn unterwegs und wird von zwei Tierfreunden täglich mit Futter versorgt. Die machen sich Sorgen, dass die Jäger „Borsti“ mit einem Wildschwein verwechseln könnten. Doch das, so Ziegler, komme nicht vor; die Unterschiede zwischen Wild- und Hausschweinen seien klar erkennbar.

Dass Tiere bewusst ausgesetzt werden, nennt der Kreisjägermeister „eine absolute Schweinerei“. Sowohl damit als auch mit der nicht artgerechten Haltung der Tiere machen sich die Besitzer strafbar. „Es ist anzeigefähig“, bestätigt Arnold. Besitzer, die sich bei ihrem Verein melden und ihre Schweine abgeben wollten, hätten aber keine Anzeige zu befürchten.



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