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Vorstand scheitert / Votum für Ziegler

Schwarzer Tag für Jägerschaft

HAMELN-PYRMONT. Ein deutliches Votum für Kreisjägermeister Jürgen Ziegler. Der Versuch von Vorstandsmitgliedern der Kreisjägerschaft, ihn zu stürzen, scheitert. Von 152 Mitgliedern, die zur Jahresversammlung in die Hamelner Rattenfänger-Halle gekommen sind, sprechen 99 Ziegler ihr Vertrauen aus. Der sofort nach dem Wahlgang gestellten Forderung nach Rücktritt des Kreisvorstandes kommt der Vorsitzende, Burkhard Cramer, nach. Zwar wird er noch bis zur nächsten Jahresversammlung die Geschäfte führen, da die Tagesordnung keine Neuwahl des Vorstandes vorsieht – doch dann wird er nicht mehr kandidieren. „Ihr müsst euch einen neuen Vorstand suchen.“

veröffentlicht am 01.09.2021 um 06:00 Uhr

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Reporter

Bereits vor Eröffnung der Veranstaltung knisterte es merklich. Kleinere Gruppen diskutieren über das, was an diesem Abend passieren könnte. Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Cramer, verspricht gleich zu Beginn „eine spannende Versammlung, nicht nur wegen der Wahl des Kreisjägermeisters“. Richtig spannend ist es allerdings tatsächlich erst, als der Tagesordnungspunkt aufgerufen wird. Der Leiter des Hegerings Bad Pyrmont, Hans-Joachim Böhnke, lobt zunächst die bisherige Arbeit von Jürgen Ziegler, der „sich verdient gemacht hat“, um dann zu erklären: „Der Vorstand ist allerdings einstimmig zu dem Ergebnis gekommen, dass er nicht der beste Kandidat ist.“ Einen Gegenkandidaten will der Vorstand jedoch nicht präsentieren. Es wird allein von möglichen Kandidaten gesprochen, „die aber nicht genannt werden wollen“.

Das bringt nicht nur den Hamelner, Dr. Heinz Wehde, in Rage. „Nicht der Vorstand entscheidet, sondern die Mitglieder.“ Er spricht weiter von „unverschämten Pamphleten, die im Vorfeld gegen Jürgen Ziegler in Umlauf gebracht worden sind“ und davon, dass „seit Jahren Stimmung gegen den Kreisjägermeister gemacht wird“. Friedhelm Blickwedel, Leiter der Bläsergruppe und Beisitzer im Kreisvorstand, erklärt: „Von einer einstimmigen Entscheidung des Vorstandes kann nicht gesprochen werden. Ich bin nicht gefragt worden. Ich distanziere mich deutlich von dieser Entscheidung.“ Die Stimmung ist spürbar aufgeheizt. „Schmierenkomödie, skandalös, peinlich, peinlich, das habe ich noch nie erlebt“ oder „ein rabenschwarzer Tag für die Jägerschaft Hameln-Pyrmont“, so die Kommentare.

Keine leichte Aufgabe für Wahlleiter Heiner Pape aus Schevelstein. In geheimer Wahl lässt er mit „Ja“ oder „Nein“ über den einzigen Kandidaten abstimmen. Das Votum fällt eindeutig aus. Ziegler nimmt die Wahl sichtlich erleichtert an und wird somit dem neuen Kreistag nach der Kommunalwahl als Kreisjägermeister vorgeschlagen, der ihn bestätigen muss. Damit ist das Wahlprozedere an diesem Abend noch nicht abgeschlossen, denn es gilt auch dem Kreistag einen Wahlvorschlag für den Vertreter der Jäger im Jagdbeirat zu machen. Cramer, als erster vorgeschlagen, lehnt eine „Kombination mit Jürgen Ziegler“ ab. Der nächste Kandidat geht mit dem Hinweis „nach dem, was ich heute erlebt habe“, nicht ins Rennen. Mit einer Gegenstimme ist es schließlich Rainer Klockemann, Leiter des Hegerings Sünteltal Bad Münder, der gewählt wird.



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