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„Der niedersächsische Weg“ im Weserbergland mit drei beteiligten Landkreisen

Schulterschluss im Naturschutz

KREIS HOLZMINDEN/HAMELN-PYRMONT/HESSISCH OLDENDORF. Bereits Anfang letzten Jahres hat das Landvolk Weserbergland nach eigenen Angaben in jedem Landkreis des Verbandsgebiets einen Biodiversitätsstammtisch ins Leben gerufen und dazu alle beteiligten Gruppen von Landnutzern, Naturschützern sowie die Unteren Naturschutzbehörden eingeladen.

veröffentlicht am 08.01.2022 um 12:00 Uhr

08. Januar 2022 12:00 Uhr

KREIS HOLZMINDEN/HAMELN-PYRMONT/HESSISCH OLDENDORF. Bereits Anfang letzten Jahres hat das Landvolk Weserbergland nach eigenen Angaben in jedem Landkreis des Verbandsgebiets einen Biodiversitätsstammtisch ins Leben gerufen und dazu alle beteiligten Gruppen von Landnutzern, Naturschützern sowie die Unteren Naturschutzbehörden eingeladen.

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Ziel ist, bei der Umsetzung von Naturschutz- und Biodiversitätsmaßnahmen in den Landkreisen die Landwirte, Jäger, Sportfischer und alle weiteren Landnutzer im Sinne des Maßnahmenpakets „Der Niedersächsische Weg“ miteinzubeziehen.

Die „Ökologische Nabu-Station Oberes Wesertal“ (ÖNSOW) unterzeichnete Mitte Dezember eine Absichtserklärung zum Abschluss einer Kooperationsvereinbarung zum Zweck der zukünftigen Zusammenarbeit zur Erfüllung der Aufgaben aus dem Maßnahmenpaket „Der Niedersächsische Weg“. Ebenfalls unterzeichneten diese Erklärung das Landvolk Weserbergland, die Landberatung Hameln-Holzminden, die Landberatung Schaumburg, die Junglandwirte Weserbergland, die Kreisjägerschaft Hameln und die Kreisimker Hameln. Weitere Institutionen werden sich voraussichtlich anschließen.

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Die Absichtserklärung sieht in einer mit der ÖNSOW abgestimmten Geschäftsordnung vor, dass ein Fachbeirat installiert wird, der alle beteiligten Institutionen über laufende und zukünftige Projekte der „Ökologischen Station“ informiert und diese mitwirken lässt. Sobald diese Geschäftsordnung auch von den Mitgliedern der ÖNSOW beschlossen wird, tritt sie in Kraft.

„Ich bin sehr froh über diese Übereinkunft und freue mich auf die Zusammenarbeit. Das bringt uns alle ein Stück näher zusammen“, sagt Oliver Nacke, Vorsitzender der ÖNSOW. Bisher fanden jeweils zwei Treffen pro Landkreis statt. Jeweils ein Expertentreffen im digitalen Raum und eine Besichtigung. In Holzminden wurde der Naturpark Solling-Vogler besucht und die Kreise Hameln-Pyrmont und Schaumburg trafen sich bei der ÖNSOW in Hessisch Oldendorf. Auch der Naturpark steht kurz vor der Gründung einer „Ökologischen Station“. Auch dort können sich die Akteure eine Zusammenarbeit in Form eines beratenden Beirats vorstellen. Wie die Zusammenarbeit an dieser Stelle genau aussieht, steht noch nicht fest.

Der „Niedersächsische Weg“ ist ein Maßnahmenpaket für mehr Natur- und Artenschutz in Niedersachsen. Landesregierung, Nabu, BUND, Landvolk und Landwirtschaftskammer haben im Mai vergangenen Jahres vereinbart, gemeinsam mehr für Naturschutz und Artenvielfalt zu tun. Was das Umweltministerium als „bundesweit einmalige Vereinbarung“ feierte, muss nun „in die breite Fläche getragen werden“, so Karl-Friedrich Meyer, Vorsitzender des Landvolks Weserbergland. Um das zu erreichen, hatte das Landvolk Weserbergland nach eigenen Angaben bereits im Frühjahr des vergangenen Jahres in allen drei beteiligten Landkreisen Biodiversitätsstammtische ins Leben gerufen mit dem Zweck, eine bessere Vernetzung von Naturnutzern, Naturschützern und Umweltverwaltung zu erreichen. Das Interesse bei allen Akteuren, daran teilzunehmen, war laut Meyer von Anfang an groß.

Inzwischen hatte das Landvolk Weserbergland erneut zum Biodiversitäts-Stammtisch Vertreter von Naturschutz, Landwirtschaft, Jagd, Fischerei, Wasserwirtschaft und Behörden eingeladen. Da sowohl der Stammtisch aus dem Kreis Schaumburg als auch aus dem Kreis Hameln-Pyrmont großes Interesse an der Besichtigung der „Ökologischen Nabu-Station Oberes Weserbergland“ geäußert hatten, fand ein gemeinsames Treffen vor Ort statt.

Auftakt der Veranstaltung war ein Rundgang durch die Station. Projektleiterin Dr. Mirjam Nadjafzadeh stellte den Teilnehmern das Life-Projekt „Management der Gelbbauchunke und anderer Amphibienarten dynamischer Lebensräume“ – kurz: „Life Bovar“ – vor. Dr. Nadjafzadeh betont: „Nur gemeinsam mit allen Akteuren ist es möglich, das Projekt umzusetzen.“ Neben drei großen Freilandterrarien für die verschiedenen Krötenarten wurde im Zuge des Projekts ein neues Nachzuchthaus gebaut, das auch für die abendliche Veranstaltung genutzt wurde.

Oliver Nacke stellte anschließend die Nabu-Station vor: „Ein Schwerpunkt der Ökologischen Station ist die weiterführende Pflege der durch Life Bovar geschaffenen Lebensräume. Die wertvollen Biotope und Lebensräume müssen auch über das Projektende hinaus gepflegt und erhalten werden.“

Die Teilnehmer betonten unisono, wie wichtig die Zusammenarbeit und vor allem auch der Informationsaustausch aller Akteure seien. Unter anderem sieht das Maßnahmenpaket „Der Niedersächsische Weg“ eine Förderung von Managementmaßnahmen für Natura-2000-Gebiete und eine Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft bei „Ökologischen Stationen“ wie der ÖNSOW vor.



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