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Landkreis begründet Entscheidung mit dem Schutz der Kinder

Schulausfall stößt auf Unverständnis

WESERBERGLAND. Über dem Weserbergland tobt am Donnerstag der schwerste Sturm seit „Kyrill“. Windböen erreichen eine Spitzengeschwindigkeit von 126 Kilometern pro Stunde, Straßen sind gesperrt, Bäume umgefallen, doch die Schule findet statt. Am Tag danach hat sich die Lage entspannt, der verbliebene Windzug ist nicht der Rede wert, doch die Schüler sollen zu Hause bleiben. Für viele Eltern ist diese Entscheidung des Landkreises schlicht „Quatsch“, „total übertrieben“ oder „peinlich und undifferenziert“. Mit diesen Eindrücken machen sie ihrem Unmut auf Facebook Luft. Der Landkreis hingegen stellt den Schutz der Kinder in den Vordergrund.

veröffentlicht am 20.01.2018 um 08:00 Uhr
aktualisiert am 20.01.2018 um 12:26 Uhr

Die Klassenräume in den Schulen im Weserbergland waren am Freitag verwaist – die Schüler hatten frei. Foto: dana
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Die Redaktion wollte wissen, warum dieser Schutzgedanke am Freitag galt – nicht aber am Donnerstag. Wir haben beim Landkreis Hameln-Pyrmont nachgefragt. Die Jugend- und Bildungsdezernentin Nina Weißer, die Entscheidungen über Schulausfälle in Abstimmung mit der regionalen Leitstelle sowie dem Betriebshof der Öffis trifft, sagt dazu: „Wir haben am Donnerstag den Tag über die Wettersituation beobachtet und auch der öffentliche Nahverkehr fuhr noch. Am Nachmittag haben wir dann entschieden, dass am Freitag zum Schutz der Kinder die Schule ausfällt.“

Warum dann aber nicht am Donnerstag, als der Orkan „Friederike“ über Deutschland und auch das Weserbergland tobte, die Schule aus Sicherheitsgründen vorsorglich abgesagt worden war, erklärt Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke folgendermaßen: „Weil wir des Öfteren Sturmwarnungen haben, sich aber nicht alle bewahrheitet haben.“

Zum Schulausfall am Freitag meint Nina Weißer abwägend: „Im Nachhinein kann man immer sagen, man hätte es so oder so machen können. Aber wer will schon schuld sein, wenn den Kindern etwas passiert.“

Für die Entscheidung des Landkreises, am Freitag den Unterricht ausfallen zu lassen, zeigen einige Schulleiter Verständnis, andere eher weniger. Die Nachricht vom Schulausfall habe sie zwar überrascht, aber sie könne diesen Schritt auch nachvollziehen, sagt die Schulleiterin der KGS Salzhemmendorf, Christine Sprengel. Denn wie es auf den Straßen im breiten Einzugsgebiet der Gesamtschule aussehe, wisse sie schließlich nicht. Verständnisvoll gibt sich auch Schulleiterin Dr. Barbara Conring vom Humboldt-Gymnasium in Bad Pyrmont. Der Landkreis werde diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen haben, meint sie.

Weniger überzeugt vom verlängerten Wochenende für die Schüler ist hingegen Britta Bödecker, Schulleiterin der Wilhelm-Raabe-Schule in Hameln. „Ich kann es nicht nachvollziehen“, sagt Bödecker am Freitag und wundert sich über die Entscheidung. „Heute fahren die Busse, das Wetter ist in Ordnung.“ Mit dieser Meinung steht sie nicht allein da. In diese Richtung gehen auch viele Kommentare von Nutzern auf der Facebook-Seite des Landkreises. Das Für und Wider des Schulausfalls wird dort auch am Freitag noch diskutiert.

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