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Mutter erstattet Anzeige / Verkehrsgesellschaft leitet Untersuchung ein

Schülerin fällt aus fahrendem Bus

Rinteln. Es hätte so schön sein können, als die zwölfjährige Larissa am vergangenen Donnerstag nach der Schule in Obernkirchen in den Schulbus stieg: Die letzten beiden Unterrichtsstunden waren ausgefallen, ein langes Wochenende mit tollem Wetter stand der Schülerin bevor. Doch als der wie so oft voll besetzte Bus der Linie 2006 – Larissa musste im hinteren Bereich stehen – gerade mit etwa 30 Stundenkilometern über die Hauptstraße in Heeßen fuhr, öffnete sich plötzlich die Tür, das Mädchen fiel heraus, mitten auf die Straße und verletzte sich schwer. Nur eine Notbremsung des nachfolgenden Autos habe Schlimmeres verhindert, berichtet die noch gestern aufgebrachte Mutter Marina Möller-Rüffer im Gespräch mit unserer Zeitung.

veröffentlicht am 08.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 11:41 Uhr

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Ein Auto auf der anderen Straßenseite hielt ebenfalls an, die Beifahrerin, eine Krankenpflegerin, versorgte die an der Hand blutende Larissa mit dem Nötigsten, rief den Rettungsdienst. Larissas Handgelenk schmerzte und war stark angeschwollen.

Was nun folgte, gleicht einer Odyssee. Gegen 14 Uhr war Larissa aus dem Bus gefallen. Ein Rettungswagen brachte sie zunächst ins Krankenhaus in Rinteln. Dort habe man zwar erkannt, dass das Handgelenk gebrochen war und eine Notoperation nötig ist. Durchführen konnte man die OP jedoch nicht, man verwies Larissa und ihre Eltern ans Krankenhaus in Stadthagen.

Dort sagte man ihnen jedoch dasselbe, erzählt Marina Möller-Rüffer. „Wir mussten uns dann zwischen den Krankenhäusern in Minden, Hannover-Gehrden und Hameln entscheiden“, sagt sie.

Die Entscheidung fiel auf Hameln, wo Larissa – es war inzwischen 21 Uhr – schließlich operiert wurde. Sie blieb über Nacht, erst am nächsten Tag durfte sie wieder zu ihrer Familie nach Rinteln. Jetzt ist ihr rechter Arm in Gips, den sie drei bis sechs Wochen tragen muss, Drähte halten ihr Handgelenk zusammen. Marina Möller-Rüffer ist fassungslos. „Die Busse sind sowieso schon immer überfüllt, es war nur eine Frage der Zeit, bis da etwas passiert“, meint sie. Darüber hinaus sieht sie ein Fehlverhalten des Busfahrers. Der hätte sofort den Rettungsdienst rufen müssen. Stattdessen habe er nur die Polizei und seinen Vorgesetzten informiert und dann seine Tour einfach fortgesetzt. Deshalb erstattete Möller-Rüffer am Samstag bei der Polizei Rinteln Anzeige wegen Verkehrsunfallflucht und fahrlässiger Körperverletzung.

Bei der Schaumburger Verkehrs-GmbH (SVG) habe man für den Unmut der Mutter durchaus Verständnis, sagt Betriebsleiter Dirk Nolte gestern. „Ich kann verstehen, dass die Mutter aufgebracht ist“, sagt Nolte. „Aber dass sich einfach so eine Bustür öffnet, das habe ich in 30 Berufsjahren auch noch nicht erlebt.“

Der Bus, so Nolte weiter, sei kein Bus der SVG, sondern von einem Subunternehmer gewesen. Was Nolte rätseln lässt: Der Bus sei erst im September vom TÜV abgenommen worden. Jetzt müsse herausgefunden werden, wie sich die Tür einfach habe öffnen können. Nach der betriebsinternen Untersuchung gestern werde heute ein weiteres Gutachten durch den Deutschen Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein (Dekra) erstellt.

Nolte räumt ein, dass der Bus zur Fahrtzeit zwar voll, aber nicht überfüllt gewesen sei. Dann hätte er ja gar nicht mehr gefahren werden dürfen. Dem schriftlichen Unfallbericht des Busfahrers nach zu urteilen, sei auch kein Fehlverhalten von ihm festzustellen. „Der Mann hat sofort die Polizei angerufen und damit eigentlich nichts falsch gemacht“, so Nolte.pk



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