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Landkreis will aus Abfällen Gas gewinnen / Folgen für Müllgebühren noch nicht abzusehen

Schub für Energiewende aus der Biotonne

Hameln-Pyrmont (joa). Mit den Bioabfalltonnen des Landkreises könnte schon bald ein weiterer Beitrag zu Klimaschutz und Energiewende geleistet werden. In den Überlegungen, aus dem in Hameln-Pyrmont anfallenden Biomüll künftig nicht nur Kompost, sondern auch Energie zu gewinnen, soll der Betriebsausschuss der Abfallwirtschaft in seiner Sitzung am Donnerstag eine hierfür wichtige Entscheidung treffen.

veröffentlicht am 27.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 23:21 Uhr

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Mit dem Beschluss über die Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzeptes hatte der Kreistag bereits in seiner Dezembersitzung 2008 die Entscheidung getroffen, die Biotonne zur Bioenergietonne fortzuentwickeln. In der Bioenergietonne könnten künftig nicht nur Gartenabfälle, wie Laub und Rasenschnitt, kleine Äste und Blumen entsorgt werden, sondern beispielsweise auch Fruchtschalen von Bananen, Nüssen und Zitrusfrüchten, Eierschalen, Essensreste, Kaffee- und Teefilter, Obstreste und benutzte Papierservietten oder -taschentücher.

Der Inhalt der Bioenergietonne ist für Vergärungsanlagen zur Gasgewinnung bestimmt. Im Gegensatz zu Kompostierungsanlagen, in denen Hameln-Pyrmonts Biomüll bislang landet, finden in einer Vergärungsanlage die biologischen Abbauprozesse unter Sauerstoffabschluss statt. Biologisch abbaubare Abfälle tragen auf Kompost-Deponien maßgeblich zur Entstehung klimaschädlicher Treibhausgase bei. Die Vergasung von Bioabfällen ist daher praktischer Klimaschutz in kommunaler Verantwortung. Die Bioabfallvergärung spart im Vergleich zur Kompostierung pro Tonne Bioabfall mehr als 150 Kilogramm CO2-Emissionen ein, hat eine Untersuchung der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Saarbrücken ausgerechnet.

Als wichtigstes Endprodukt der Vergärung fällt neben energierreichem Methangas ein nährstoffreicher Gärrückstand an, der als flüssiger oder fester Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden kann. Und einen Vorteil für die erklärte Energiewende haben mit Gas aus Biomüll betriebene Kraftwerke außerdem: Biogas ist grundlastfähig, das heißt: Anders als Wind oder Sonne steht die Energie rund um die Uhr zur Verfügung. Und dazu kommt: Anders als bei herkömmlichen Biogasanlagen der Landwirtschaft, für deren Energiepflanzen – beispielsweise Mais – Agrarflächen blockiert werden, entfällt bei der Biomüllvergasung die Diskussion um „Tank oder Teller“.

Doch – und hier hat jetzt die Politik zu entscheiden – hat das Votum für eine Gasgewinnung aus der Bioenergietonne trotz aller ökologischen Vorzüge momentan noch einen pekuniären Nachteil: Nach derzeitiger Einschätzung ist davon auszugehen, dass auch 2013 eine energetische Verwertung von Bioabfällen teurer angeboten wird als eine Verwertung in einer Kompostierungsanlage: Bei einer Sammelmenge von rund 4000 Tonnen pro Jahr bedeutet dies, dass bei einer künftigen energetischen Verwertung der Bioabfälle nach ersten Schätzungen Mehrkosten von rund 47 500 Euro zu erwarten wären. Ob das Auswirkungen auf die Müllgebühren haben wird, kann Ulrich Kaufmann, Vize-Betriebsleiter bei der Kreisabfallwirtschaft, noch nicht sagen.

Im Hinblick auf die zu erwartenden Vorteile für den Klimaschutz und die Entscheidung für eine Bioenergietonne wird den Abgeordneten dennoch empfohlen, für eine anstehende Ausschreibung eine Entscheidung zugunsten der energetischen Verwertung von Bioabfällen zu treffen, damit im kommenden Jahr bei interessierten Betreibern von Biomüll-Vergärungsanlagen Angebote eingeholt werden können.

In der Bioenergietonne könnten künftig nicht nur Gartenabfälle, wie Laub und Rasenschnitt, kleine Äste und Blumen entsorgt werden, sondern beispielsweise auch Fruchtschalen von Bananen, Nüssen und Zitrusfrüchten.



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