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Ex-Aufsichtsräte schließen Vergleich – Gläubiger akzeptieren Millionen-Summe

Schon wieder Steuergeld für Pleite der Erlebniswelt

Hameln. Am Ende war den Gläubigern des einstigen Tourismus-Vorzeigeprojekts Erlebniswelt Renaissance (EWR) der Spatz in der Hand lieber als die Taube auf dem Dach: Einstimmig haben sie einem außergerichtlichen Vergleich zwischen Insolvenzverwalter Stephan Höltershinken und den ehemaligen EWR-Aufsichtsräten zugestimmt. Nach Informationen dieser Zeitung geht es um mehr als eine Million Euro, die ein Großteil derjenigen, die einmal für das Projekt Verantwortung getragen haben, bezahlen sollen. Mitglieder des EWR-Aufsichtsrates waren zeitweise unter anderem Hameln-Pyrmonts Ex-Oberkreisdirektor Hans-Jürgen Krauß, der ehemalige Schaumburger Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier und Holzmindens Ex-Landrat Walter Waske, aber auch mehrere prominente Hamelner Politiker. Angesichts der Gesamtschadenssumme – der Bund der Steuerzahler spricht von 14 Millionen Euro Steuergeldern, „die in den Sand gesetzt worden sind“ – ist das eine vergleichsweise kleine „Entschädigung“. Vermutlich wird die Zeche ohnehin der Steuerzahler bezahlen müssen, denn in den allermeisten Fällen dürfte der kommunale Schadensausgleich für die bei dem Vergleich vereinbarte Summe aufkommen. Den Rest muss wohl das Land Niedersachsen zur Verfügung stellen. Der Landkreis Hameln-Pyrmont müsse in Sachen Vergleich keinen finanziellen Beitrag leisten, bestätigt der Erste Kreisrat Carsten Vetter auf Anfrage.

veröffentlicht am 11.09.2013 um 22:09 Uhr
aktualisiert am 24.01.2019 um 15:00 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Nicht alle sind glücklich mit der Lösung: „Der Bürger zahlt wieder mal drauf. Erst wurden Steuergelder aus dem Fenster geworfen, und jetzt wird der Steuerzahler ein weiteres Mal zur Kasse gebeten“, kommentiert eine Quelle.

Von ehemaligen Geschäftsführern der EWR hat Höltershinken noch kein Geld gesehen. Ein Prozess ist im Sande verlaufen, der gegen Ex-Geschäftsführer Thomas Gersmeier, von dem der Insolvenzverwalter 9,4 Millionen Euro verlangt, wird vermutlich mit einem Vergleich enden. Es heißt, bei Gersmeier sei nicht viel zu holen. In einem von Höltershinken angestrengten Zivilprozess vor dem Landgericht Essen soll der Ex-EWR-Chef ein Dokument vorgelegt haben, in dem steht, dass seine Haftung auf 500 000 Euro beschränkt wurde. „Einem nackten Mann kann man bekanntlich nicht in die Tasche fassen“, meint ein Insider.

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