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Kommunen weisen auf Sicherungspflicht der Hauseigentümer hin / Vielleicht gibt’s Montag schulfrei

Schön, aber gefährlich: Meterlange Eiszapfen

Hameln-Pyrmont (wul). Dass so schöne Gebilde so gefährlich werden können … Weil aber genau das der Fall ist, bitten Stadt- und Gemeindeverwaltungen die Hauseigentümer darum, Eiszapfen, die zurzeit überall wachsen, vorsorglich von Dachrinnen und anderen Gebäudeteilen zu entfernen. „Sie sind eine akute Gefahr für Passanten“, warnt Thomas Wahmes von der Hamelner Stadtverwaltung und weist darauf hin, dass Eigentümer in der Verkehrssicherungspflicht stehen.

veröffentlicht am 08.01.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 15:41 Uhr

Schön und im schlechtesten Fall lebensgefährlich: Diese Eiszapfe
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Am Kreiskrankenhaus an der Wilhelmstraße in Hameln war gestern bereits die Feuerwehr im Einsatz, um bis zu einem Meter lange und gefährlich spitze Eiszapfen zwölf Meter über dem Haupteingang abzuschlagen. Als lebensgefährlich hatte der Werkstattleiter im Krankenhaus, Hubert Werdehausen, die von der Dachrinne hängenden potenziellen Geschosse eingeschätzt und Unterstützung angefordert. Eine Stunde lang waren die Männer damit beschäftigt, die Zapfen vom Drehleiterkorb heraus mit einer Berliner Axt abzuschlagen.

Auch auf ihre mit reichlich Schnee bedeckten Dächer sollten Hauseigentümer ein Auge werfen und dafür sorgen, dass Dachlawinen niemanden gefährden und gegebenenfalls Warnschilder aufstellen, wie Alexander Wiech vom Eigentümerverband Haus und Grund gestern in Berlin erklärte. Zwar gilt nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, dass sich jeder selbst vor Dachlawinen schützen müsse, doch ob der Hauseigentümer eventuell mithaftet, wird von Fall zu Fall entschieden. Wie die Sicherungspflicht auf den Gehwegen umzusetzen ist, ob und wann mit Salz oder abstumpfenden Mitteln gestreut werden muss, regelt jede Kommune eigenständig.

Der Schnee in rauen Mengen freut zumindest die Kinder und Jugendlichen, die sich mit Schneeschieben und Eiszapfenschlagen noch nicht herumschlagen müssen. Und vielleicht müssen sie am Montag noch nicht einmal zur Schule gehen. Der Landkreis Hameln-Pyrmont hat aufgrund der angekündigten extremen Wetterbedingungen mitgeteilt, darüber kurzfristig zu entscheiden und am frühen Montagmorgen eine entsprechende Information herauszugeben: sowohl auf der Internetseite des Landkreises unter www.hameln-pyrmont.de und über den lokalen Rundfunk. Ob der Schulbetrieb in den Schulen im Kreisgebiet wie gewohnt stattfinden kann oder nicht, entscheidet Heidi Pomowski, Dezernentin für Jugend/Soziales des Landkreises, je nach Wetterlage und Straßenverhältnissen. Auch wenn beispielsweise in den Städten alle Straßen frei sind, kann das Glatteis in Teilbereichen des Kreises so gefährlich sein, dass die Busse nicht pünktlich fahren können und der Schülerverkehr, aber auch der Schulweg gefährdet ist. Die Kreisverwaltung kann nicht nur für einzelne Schulen den Unterrichtsausfall beschließen, sondern nur für alle. Deshalb wird im Zweifelsfall grundsätzlich für die Sicherheit der Kinder entschieden. Als Faustregel gilt: Schnee allein macht noch keinen Schulausfall.

Findet der reguläre Schulbetrieb statt, so liegt die Entscheidung und Verantwortung grundsätzlich bei den Eltern, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken, wenn die Witterungsbedingungen schlecht sind. „Bei Schnee und Glätte ist natürlich auch die Eigenverantwortlichkeit der Erziehungsberechtigten gefragt. Niemand muss sein Kind zur Schule schicken, wenn er bei extremen Schneemengen und Glätte um die Sicherheit seines Kindes besorgt ist“, betont die Dezernentin. Im Gegensatz zu den Kindern haben die Lehrer bei jedem Wetter Anwesenheitspflicht, so dass die Betreuung der Jüngsten immer gewährleistet ist.



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