weather-image
Breitbandversorgung besonders im ländlichen Bereich ungenügend

Schnelles Internet für viele nur ein Wunsch

Hameln. Ruckelfreies Internet-Fernsehen? Fehlanzeige. Was heutzutage technischer Standard ist, bleibt für viele Einwohner des Landkreises bloß Wunschtraum. Während andernorts Highspeed-Surfen bis zu 100 MBit möglich ist, erweisen sich lokale Internetzugänge nur zu oft als lahme Ente. In Sachen Breitbandversorgung aber steht der Landkreis offensichtlich erst ganz am Anfang, hinkt mächtig hinter dem landesweiten und noch mehr hinter dem technisch Möglichen her. Während die in Megabit pro Sekunde gemessene Breitbandversorgung in den Städten des Landkreises recht zukunftssicher sei, werde es „in den ländlichen Bereichen sehr schnell sehr dünn“, muss auch Landrat Tjark Bartels zugeben.

veröffentlicht am 12.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 19:41 Uhr

270_008_7083264_wb103_dpa_1204.jpg

Autor:

Ernst August Wolf
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„50 MBit wären natürlich super, aber wir hoffen erst einmal auf eine Grundversorgung, die deutlich über 10 MBit liegt“, sagt er. Bartels und die Verantwortlichen im Landkreis wissen, dass der Ausbau von Hochleistungsnetzen einer der wichtigsten Standortfaktoren für Wirtschaft und Bevölkerung ist. Viel passiert ist allerdings bislang nicht. Jetzt soll erst einmal Inventur in Sachen Breitbandversorgung gemacht werden: Wo liegen welche Kabel? Welche Netze gibt es überhaupt? Wer betreibt die? Wie groß sind die Kosten für einen Ausbau? Und vor allem – wer zahlt das notwendige Netz-Update? Mit der Erfassung des Ist-Zustandes und der Erarbeitung von Lösungsansätzen für eine flächendeckende und leistungsfähigere Breitbandversorgung hat der Landkreis die im thüringischen Zeulenroda ansässige Firma IBZ Neubauer GmbH & Co. KG beauftragt. Sechs Monate haben Firmenchef Holger Neubauer und seine Mitarbeiter für die Breitband-Bestandsaufnahme Zeit. Vor allem die „weißen Flecken“ in Sachen Internetzugang sollen unter die Lupe genommen, Gebäude-, Wirtschafts- und Einwohnerstrukturen erfasst, Anbieter und Netzqualitäten dokumentiert und so die Grundlage für weitere Planungen geschaffen werden.

„Die Bürgerinnen und Bürger kriegen davon erst einmal nichts mit“, erläutert Bartels. Erst in einer weiteren Phase werden deren Wünsche per Fragebogen und in öffentlichen Informationsveranstaltungen abgefragt. Bartels weiter: „Dann geht es darum, was sie haben wollen, aber auch darum, was sie bereit sind, dafür zu zahlen.“

Einen Trost gibt es immerhin: Mit der Glasfaserverkabelung sei zumindest für die nächsten Jahre Zukunftssicherheit geschaffen worden, hofft Bartels. Außerdem gebe es neben den bekannten Netzbetreibern auch einige eventuell mitzunutzende Hochleistungsnetze, die den normalen Verbrauchern nicht unbedingt bekannt seien.

Als einen „kleinen Schritt auf einem langen Weg“ wertet der Wirtschaftsförderer des Landkreises, Andreas Manz, die Breitband-Inventur. Von den dafür aufzubringenden 130 000 Euro kommt die Hälfte aus einer EU-Kofinanzierung.

„Wir wollen alle Bereiche durchforsten und erreichen, dass auch der abgelegene Wirtschaftshof mit wenigstens 25 MBit versorgt wird“, kündigte Holger Neubauer an. Man darf auf die Ergebnisse des Ist-Zustandes gespannt sein. Nicht zuletzt deshalb, weil erst dann feststehen wird, wie tief der Bürger für ein schnelles Internet in die Tasche wird greifen müssen.

Der Ausbau von Hochleistungsnetzen ist einer der wichtigsten Standortfaktoren für Wirtschaft und Bevölkerung. Viel passiert ist allerdings bislang nicht. Im Landkreis soll nun zunächst eine Bestandsaufnahme erfolgen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt