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Was Tief „Daisy“ im Weserbergland anrichtete / Feuerwehren im Einsatz / Straßen gesperrt

Schneeberge, eisiger Wind und ein Todesopfer

Weserbergland. Schneeflocken ohne Ende, dazu ein eisiger Wind – Tief „Daisy“ hat auch im Weserbergland für Wirbel gesorgt und den Verkehr behindert. Das befürchtete Chaos blieb jedoch aus. Dennoch fällt heute an allen allgemeinbildenden Schulen in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden der Unterricht aus.

veröffentlicht am 10.01.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 15:41 Uhr

Schneeverwehungen: Die Straße zwischen Diedersen und Bisperode i

Autor:

Ulrich Behmann
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Während sich in Hameln-Pyrmont und Holzminden „nur“ zwölf Glätte-Unfälle ereigneten, bei denen ein Mensch leicht verletzt wurde, starb am Samstag im Nachbarkreis Schaumburg eine junge Frau (25). Ihr Auto war auf der Kreisstraße 31 zwischen Beckedorf und Lindhorst auf winterglatter Fahrbahn ins Schleudern geraten und um 15.40 Uhr seitlich gegen einen Baum geprallt.

Der eisige Wind wehte mancherorts große Mengen Schnee auf die Straßen. Die Landesstraße 425 wurde zwischen Haus Harderode und Bessinghausen bis auf Weiteres gesperrt, weil dort schneebedeckte Bäume wie Streichhölzer umknicken. Auf dieser Strecke besteht akute Lebensgefahr. Die Feuerwehren Börry und Bessinghausen waren am frühen Samstagmorgen um 3.38 Uhr alarmiert worden, um zwei umgestürzte dicke Bäume zu zersägen. „Ich habe entschieden, den Einsatz abzubrechen, weil es über uns verdächtig laut knackte im Geäst“, sagte Ortsbrandmeister Karl-Heinz Brockmann.

Nur vorübergehend war die L 422 zwischen Dörpe und Eldagsen blockiert. Dort gelang es der Feuerwehr, die umgekippten Bäume zu beseitigen.

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Polizeihauptkommissar Thomas Ende sperrt die L 423 zwischen Hasperde und Unsen und warnt Autofahrer. Foto: ube

Wegen starker Schneeverwehungen musste die L 423 zwischen Hasperde und Unsen für eine Stunde von der Polizei gesperrt werden. „Der Pulverschnee lag 80 Zentimeter hoch auf der Fahrbahn“, berichtete Schneepflug-Fahrer Stefan Dreier. Bei Herkensen und bei Bäntorf gibt es immer noch Probleme: Dort sind drei Gemeindestraßen unpassierbar. Nach Angaben der Polizei sperrte der Bauhof Bad Münder die Gemeindestraße zwischen Nettelrede und Luttringhausen. Im tiefen Schnee hatte sich am Samstagmorgen ein Bus festgefahren. Der Versuch, die Straße nach der Bergung zu räumen, sei gescheitert, sagte Hauptkommissar Thomas Ende. Der Polizist lobte die Räumdienste: „Die haben wirklich erstklassige Arbeit geleistet.“

Busfahrer haben dieser Tage keinen leichten Job. An Steigungen bleiben ihre Omnibusse stecken. „Einige Orte konnten wegen Schneeverwehungen nicht mehr erreicht werden“, sagte gestern Monika Kohlmeier von der Mobilitätszentrale in Hameln. Auch auf der Ottensteiner Hochebene kämpfte der Winterdienst nahezu rund um die Uhr gegen die Schneemassen. Die Straßen wehten innerhalb kürzester Zeit wieder zu. Es habe auf der Hochebene starke Behinderungen durch Verwehungen gegeben, teilte Hauptkommissar August-Wilhelm Winsmann mit. Zwischen Glesse und Vahlbruch blieb ein Lastwagen liegen. Die Landesstraße 484 von Grünenplan nach Holzen über den „Roten Fuchs“ ist derzeit wegen Schneeverwehungen und herabgestürzter Äste nicht befahrbar.

In Ockensen (Salzhemmendorf) wehte dermaßen viel Schnee auf das Vordach einer Scheune, dass es abbrach und eine Giebelwand mit in die Tiefe riss (siehe Seite 21).

Der Hamelner Schutzhafen ist nahezu zugefroren. Die Eisschicht sei zwischen ein und fünf Zentimeter dick, sagte Andreas Engelhardt vom Hafenverein. Mit Bootshaken hacken Freiwillige täglich das Eis kaputt, damit die Wohnschiffe nicht einfrieren. „Betreten kann man das Eis noch nicht“, sagt Mick Johnson. „Wer das macht, bricht ein.“

In Hameln ist die Feuerwehr seit Tagen damit beschäftigt, meterlange und viele Kilogramm schwere Eiszapfen, die sich an Dachrinnen gebildet haben, abzuschlagen. „Wenn die runterkommen, gibt’s Tote“, meint ein Helfer. Hilfeleistungen dieser Art sind kostenpflichtig.

Wie die Wachbereitschaft der Feuerwehr hat auch das Technische Hilfswerk Hameln seine Einsatzfahrzeuge mit Schneeketten ausgerüstet und die großen Notstromaggregate überprüft. „Sollte es nötig sein, werden wir das Flachdach eines Baumarktes vom Schnee befreien und bei einem Stromausfall die Stadtwerke unterstützen“, sagt THW-Chef Tobias Tasler.

Im Hamelner Hafen halten Andreas Engelhardt (li.) und Mick Johnson die Wohnschiffe eisfrei.

Feuerwehr im Wintereinsatz: Auf der Deisterstraße beseitigen die Helfer meterlange Eiszapfen.

Fotos: ube/leo



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