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Hobby-Taucher machen weitere Ausflüge mit selbstgebautem Gerät in Leipzig

Schlingpflanzen vor dem U-Boot-Fenster

Weserbergland. Es war eine ziemlich verrückte Idee, die Lars Wienckowski und Stephan Torster hatten – doch sie wurde Wirklichkeit. Die beiden haben in Eigenregie ein U-Boot gebaut. Im April vergangenen Jahres war der Prototyp „Keto“ fertig, im Sommer wurde dann das zweite Modell „Comet“ gebaut. Nach einem ersten Schwimmversuch im Mittellandkanal ging es vergangenen November auf einen ersten Tauchgang auf zweieinhalb Meter im Doktorsee bei Rinteln.

veröffentlicht am 08.01.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 00:41 Uhr

Autor:

VON ANDREA TIEDEMANN
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Seitdem sind die beiden auf der Suche nach Seen, in denen sie tiefere Tauchgänge machen können. „Das ist schwieriger als das Bauen des Bootes“, sagt Wienckowski. Denn zum einen müsse sich das Gewässer eignen: Das Boot könne nur mit einer Hebeanlage zu Wasser gelassen werden und das Wasser müsse klar sein. Zum anderen gebe es in Deutschland häufig Vorbehalte, wenn jemand – quasi mit dem U-Boot unter dem Arm – vor der Tür stehe, berichtet Wienckowski. Schließlich könnte etwas passieren oder die Touristen, die auf dem See segeln, könnten es komisch finden, wenn ein U-Boot unter ihnen langführe – so die gängigen Antworten, wenn die beiden Männer anfragten.

Dennoch waren die Abenteurer erfolgreich: Im November machten sie bereits einen weiteren Tauchgang mit ihrer „Comet“ – in einem Kiessee bei Leipzig. In Ostdeutschland, so ihre Erfahrung, seien die Leute kooperativer. „Da konnten wir zumindest Krebse und Fische sehen“, sagt Torster. Eine bizarre Landschaft habe man da sehen können. „Ein paar Schlingpflanzen“, ergänzt Wienckowski. Das sei zwar nicht wahnsinnig spektakulär, aber immerhin mehr als bei den letzten Tauchgängen in Rinteln gewesen, bei denen die Sicht durch das kleine Fenster nur trüb war. Auf 15 Meter tief tauchten die beiden, in Schrittgeschwindigkeit ging es dann quer durch den See. Insgesamt fünf bis sechs Stunden waren sie unter Wasser.

Im Dezember dann stand schon der nächste Ausflug mit dem U-Boot an. „Wir waren in einer Druckkammer in der Nähe von Dresden“, erzählt Wienckowki. Dort habe man das Boot auf einen Druck, der einer Tiefe von 100 Metern entspricht, getestet. „Hat alles funktioniert.“ Mehrere Hundert Euro habe das allerdings gekostet. Für noch tiefere Tauchgänge müsse man das Boot in einer anderen Druckkammer testen. Doch die wiederum befindet sich in Großbritannien – dafür müsste das U-Boot also noch weiter reisen. Doch theoretisch sind noch tiefere Tauchgänge möglich: Das Boot ist für eine Tiefe bis zu 400 Metern ausgelegt.

Dennoch wünschen sich die beiden, auch mal in der Nähe einen See zu haben, wo man tauchen könne. Das Steinhuder Meer falle ja leider aus – das sei aus Sicht eines U-Boot-Kapitäns lediglich eine „flache Pfütze“.

Langfristig wolle man das Boot auch für gewerbliche Aufträge zur Verfügung stellen – daher die aufwendigen Zertifizierungen. Wienckowski ist bereits offen für potenzielle Kunden: „Wenn sich also jemand vom DLRG oder dem THW schon angesprochen fühlt ...“



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