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Es geht um den Hamelner Weihnachtsmarkt / Prozess wegen Widerstands und Bestechung vor Springer Amtsgericht

Schausteller-Chef sieht sich als Opfer eines Komplotts

Eldagsen (ric). Es ging um Korruptionsvorwürfe, um Bestechung und das große Geld auf dem Weihnachtsmarkt in Hameln: Ein halbes Jahr, nachdem 80 Polizisten und vier Staatsanwälte unter anderem das Domizil einer Schausteller-Familie in Eldagsen gefilzt hatten, wurde gestern zum ersten Mal im Zusammenhang mit der Razzia im Springer Amtsgericht verhandelt. Der Vorwurf gegen das Familienoberhaupt lautete auf Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

veröffentlicht am 20.05.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 01:41 Uhr

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Der dreifache Vater ist einer der Verdächtigen, gegen die die Staatsanwaltschaft Hannover das langwierige Ermittlungsverfahren angeschoben hat, bei dem es um die Standvergabe ging, die nicht mit rechten Dingen zugegangen sein soll. Als die Polizei am 17. November zeitgleich alle Gebäude in Eldagsen durchsuchte, Firmengebäude und Privatwohnungen, soll der 66-Jährige mehrere Beamte beleidigt haben. Außerdem soll er zwei von ihnen beinahe mit seinem Auto angefahren und mit Gewalt Widerstand geleistet haben.

Sein Verteidiger sagte, die Äußerungen würden im Kern von seinem Mandanten nicht bestritten. Er verwies aber auf die besondere Situation und sprach von einem „martialischen Auftritt“ der Uniformierten. Gestern entschuldigte sich der Angeklagte bei den Zeugen: „Sie haben nur Ihre Pflicht getan – aber das Ganze war sehr stressig für mich.“

Um zu seinem 400 Meter entfernten Büro zu gelangen – es ging dabei um die Herausgabe einer Geschäftsvereinbarung, den Vertrag für einen Bauauftrag – sei der gehbeeinträchtigte Eldagser in seinen Mercedes gestiegen und habe die Beamten beim Zurücksetzen aus der Garage nicht gesehen. Diese mussten sich jedoch durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen. Die Hauptverhandlung wurde gestern bereits nach kurzer Zeit geschlossen: Der Angeklagte muss 600 Euro Strafe zahlen und binnen drei Monaten 250 Euro „Schmerzensgeld“ an einen der Kommissare überweisen.

Das eigentliche Verfahren wegen des Verdachts der Bestechung und Bestechlichkeit ist indes noch nicht weiter fortgeschritten. Wie berichtet, war Ende vergangenen Jahres ein anonymer Hinweis bei der Staatsanwaltschaft eingegangen – so detailliert, dass er nur von einem Insider stammen konnte. Demnach sollen zwei Angestellte der Stadt Hameln geschmiert worden sein, die für die Vergabe lukrativer Plätze auf dem Markt zuständig sind. Zeitgleich zum Einsatz in Eldagsen wurde das Rathaus durchsucht.

Während dort sämtliche Vorwürfe bestritten werden, sieht sich der Chef des Schaustellerbetriebs einem Komplott ausgesetzt: Sein Unternehmen war es, das erfolgreich Standflächen eingeklagt hatte. Andere Beschicker mussten das Feld räumen. Möglich, dass der Informant also aus dem Kreis derer stammt, die bei der Vergabe den Kürzen gezogen hatten.



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