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Salz-Pipeline zur Nordsee soll Weser entlasten

Weserbergland (TT). Vier Jahre lange ist erbittert um die Einleitung von Salzlauge aus der Kaliindustrie in die Werra und Weser gestritten worden – jetzt zeichnet sich ein Ende ab: Der Kali-Riese K+S denkt über eine Pipeline zur Nordsee nach, über die die Salzlauge in der Nordsee verklappt werden soll.

veröffentlicht am 02.09.2009 um 12:48 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 19:21 Uhr

k+s
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Weserbergland (TT). Vier Jahre lange ist erbittert um die Einleitung von Salzlauge aus der Kaliindustrie in die Werra und Weser gestritten worden – jetzt zeichnet sich ein Ende ab. Der Salzhersteller K+S denkt über eine Pipeline zur Nordsee nach, über die die Salzlauge in der Nordsee verklappt werden soll.
„Von allen Lösungen ist das die sinnvollste und vernünftigste“, sagte der Leiter des Runden Tisches zur Reinhaltung von Werra und Weser, Hans Brinckmann. Der Runde Tisch besteht seit zwei Jahren und vereint Politik, Wirtschaft, Kommunen und Umweltverbände aus Hessen und Thüringen und zum Teil auch Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Im November will das Gremium seinen Abschlussbericht mit einer klaren Empfehlung vorlegen. „Ich gehe davon aus, dass in zehn Jahren die Pipeline zur Nordsee oder zur Unterweser steht. Diese Lösung entlastet Werra und Weser, hilft allen Beteiligten und ist immer noch ökonomisch zumutbar“, meinte Brinckmann. Auch ein Sprecher des Kasseler Kaliriesen K+S bezeichnete die Fernleitung, deren Kosten auf 500 Millionen Euro geschätzt werden, als „denkbare Option“: „Auch wir haben diese Variante geprüft und schließen sie nicht aus.“

Allerdings bestätigte Brinckmann, dass es nach wie vor Widerstand aus Niedersachsen gebe. „Das ist verständlich, schließlich werden die etwa 450 Kilometer fast komplett durch das Land verlaufen. Aber wir haben nicht nur die ökonomischen, sondern auch die ökologischen Aspekte geprüft und glauben immer noch an die Pipeline-Lösung.“ Ein Wissenschaftler des Bremer Alfred-Wegener-Institutes habe in der Beratung deutlich gemacht, dass die Salzlauge eingeleitet werden könne, ohne dass das Welterbe Wattenmeer gefährdet werde. „Das ist jetzt Sache der Landesregierungen. Niedersachsen hat immer gesagt, dass es eine Lösung will, und wenn das Land den Vorschlag prüft, wird es sicher dafür sein“, sagte Brinckmann.

K+S leitet jährlich 14 Millionen Kubikmeter Salzlauge aus der Kaliproduktion in die Werra und den Untergrund in Nordhessen und Westthüringen. Von der Kaliindustrie hängen nach einem neuen Gutachten 8500 Arbeitsplätze ab.

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