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Kreistag kippt Beschluss des Schulausschusses und stimmt für Elternbefragung zur IGS in Hessisch Oldendorf

„Salutschüsse ohne Munition“

Hameln-Pyrmont. Mit 30 Ja-Stimmen hat sich der Kreistag Hameln-Pyrmont dafür ausgesprochen, die Kreisverwaltung mit einer Elternbefragung zur IGS zu beauftragen. 20 Abgeordnete stimmten dagegen. Damit hat sich die aus SPD, Grünen und Piraten bestehende Mehrheitsgruppe durchgesetzt und den Beschluss des Kreisschulausschusses gekippt. Das Gremium hatte sich dafür ausgesprochen, der Oberschule ab dem kommenden Schuljahr eine Fachoberschule für Technik und Gestaltung als Außenstelle der Eugen-Reintjes-Schule in Hameln anzugliedern (wir berichteten). Dieses Vorhaben soll nun zunächst geschoben werden, bis das Ergebnis der Elternbefragung feststeht.

veröffentlicht am 10.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:22 Uhr

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Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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Dem Beschluss vorausgegangen ist einmal mehr eine emotional geführte Diskussion. Das dreigliedrige Schulsystem sei in Unwucht geraten, die Hauptschule habe an Attraktivität verloren, hatte Karl-Heinz Brandt die Debatte eröffnet. Als Grund nannte der Sozialdemokrat, dass immer mehr Eltern für ihre Kinder den „höchstmöglichen Bildungsgang“ anstrebten. Zwar bezeichnete Brandt die Angliederung einer Fachoberschule in Hessisch Oldendorf als einen Schritt in die richtige Richtung, da dadurch technikinteressierte Schüler angesprochen und von Abwanderung abgehalten werden, doch fügte er hinzu: „Dieser Schritt ist aber nicht ausreichend.“ Brandt forderte eine „Kundenbefragung“ und meinte damit die Entscheidung der Eltern, deren Nachwuchs noch den Kindergarten oder die Grundschule besuchte „und nicht diejenigen, die sich bereits entschieden haben“. Der SPD-Politiker sprach sich zudem dafür aus, das „geplante Profilbild mit der Fachoberschule“ fortzusetzen, da es schulformunabhängig sei. Drohender Unruhe in Hessisch Oldendorf begegnete Brandt mit den Worten: „Unruhe ist der einzige Weg zur Sicherung des Schulstandortes.“

Alle Fakten sprächen gegen eine IGS und das Elternbedürfnis, widersprach Heinrich Fockenbrock. Der Liberale scheiterte jedoch mit einem Antrag, die Väter und Mütter in Hessisch Oldendorf nicht alleine über eine IGS entscheiden zu lassen, sondern die beiden Schulformen – IGS und Oberschule mit Fachgymnasium – zur Wahl zu stellen. Was aber rechtlich nicht vereinbar sei, wie Kreisrätin Petra Broistedt erklärte. „Für eine IGS brauchen wir eine Elternbefragung, für die Oberschule nicht“, begründete sie.

Hart mit der Mehrheitsgruppe ging Ursula Körtner ins Gericht. Die Christdemokratin unterstellte SPD, Grünen und Pirat, die Integrierte Gesamtschule zu idealisieren und den Elternwillen zu ignorieren. „Sie geben Ihre ganze schulpolitische Glaubwürdigkeit auf“, schimpfte die ehemalige Landtagsabgeordnete in Richtung Gruppe, sprach von einem „politischen Offenbarungseid“ und einer „Zwangsbeglückung, die durchgepeitscht“ werden müsse. SPD und Grünen unterstellte Körtner, die Parteiinteressen vor die Interessen der Eltern zu stellen, „damit Sie irgendwie noch eine IGS im Landkreis bekommen“.

Dr. Wilhelm Koops nannte die Angriffe der CDU-Politikerin „Salutschüsse ohne Munition“ und betonte, dass niemand etwas gegen das Oberschul-Konzept gesagt hätte. „Es soll lediglich geprüft werden, für was sich eine Mehrheit abzeichnet“, unterstrich der Grünen-Abgeordnete. CDU-Fraktionschef Otto Deppmeyer erklärte, dass nun die Eltern in Hessisch Oldendorf zum dritten Mal befragt werden sollen, weil es zweimal zuvor für eine IGS nicht gereicht habe. „Was kann es schaden, zu wissen, was Eltern wollen“, erklärte auch Landrat Tjark Bartels (SPD). Dies zu ermitteln, sei auch Auftrag des Schulträgers und damit des Landkreises.

Oberschule mit Fachgymnasium oder IGS? Die Eltern sollen über die Zukunft der Oberschule Hessisch Oldendorf entscheiden.Wal

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