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Wetterkapriolen bei Saisonstart der Flotte Weser / Schiffe nicht ausgebucht

Sagenhafte Märchentour – selbst Frau Holle schüttelt Kissen

Weserbergland. Märchenhaft sind nahezu alle Fahrten entlang der Weser. Wenn es an Burgen und Dörfern mit Fachwerkhäusern vorbeigeht, an grünen Hügeln, gelben Rapsfeldern – und das meist in einem großen Bogen. Doch eine Schifffahrt im Jahr ist besonders sagenhaft: Dann eröffnet die Flotte Weser ihre Saison – mit an Bord sind etliche Märchen- sowie Sagenfiguren und Geschichtenerzähler.

veröffentlicht am 25.04.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:03 Uhr

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Goldmarie und Pechmarie, Dornröschen und etliche historische Gestalten wie der Herzog von Braunschweig sind auf den Schiffen, die an zwei Tagen durch drei Bundesländer schippern – von Karlshafen bis nach Hameln. Schade nur, dass Frau Holle den zweiten Teil der 90 Kilometer langen Flussfahrt nicht mitgefahren ist. Das Bettenausschütteln von Zuhause aus hätte sie sich sparen können. So bleibt beim Halt in Reileifzen glatt eine dünne Schneedecke liegen, die der Rattenfänger von Hameln gleich zu einer Schneeballschlacht nutzt. Schnee zur Saisoneröffnung, „eine Premiere“, wie die Flotte-Weser-Geschäftsführer Frank und Jörg Menze feststellen.

Die Mitfahrt von Barack Obama und Angela Merkel, die der Baron von Münchhausen bei der Abfahrt in Holzminden noch großmundig angekündigt hatte, fällt dann doch aus. Dafür macht der Baron einen Dreimetersatz, rutscht auf dem Schiff aus und fällt lang hin – ungelogen! „Mit Kugel wäre mir das nicht passiert“, ist sich der Bodenwerderaner sicher.

„Eine tolle Fahrt“, findet Angelika Meyer, die zum ersten Mal bei einer Eröffnungsfahrt an Bord ist. Angetan haben es der Coppenbrüggerin die bunten Tauben im Gefolge von Aschenputtel und die Bremer Stadtmusikanten.

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Die Karlshafen (vorn) und die Höxter erreichen Bodenwerder. Fotos: fn (4)/Dana

Hinter dicken Mauern auf der Burgruine Polle ist das märchenhafte Aschenputtel zu Hause. Dort machen die böse Stiefmutter und die Stiefschwestern dem Mädchen auf alle erdenkliche Weise das Leben schwer. Auf der Burg muss sie auf dem Boden kauern und Erbsen und Linsen sortieren. Gespielt wird die Märchenfigur von Denise Wolter. Die 16 Jahre alte Jugendliche aus Polle mimt im zweiten Jahr die bekannte Märchenfigur.

Von der Weser – jedoch noch weitere Kilometer flussabwärts – kommen vier Tiergestalten, die jedermann bekannt sind. Esel Oskar, Hund Benno, Katze Winnifred und Hahn Lorenzo sind die Bremer Stadtmusikanten. Jene alten, nicht mehr nützlichen Tiere, die sich zusammentaten und im Wald sogar Räuber in die Flucht schlugen. Laienspieler, die in die Rolle des Quartetts schlüpfen, gibt es gleich mehrere in der Hansestadt. Auf der Weserfahrt schlüpfen Claudia Joks (Hahn) Marlies Krümmel (Katze), Karoline Lentz (Hund) und Christine Renken (Esel) in die Rollen der vier bekanntesten Tiere Bremens.

Die Gestalt des Lügenbarons von Münchhausen ist mit seinem Gesicht verbunden. „Ja das, das kann nur einer, nur ich, sonst kann das keiner ...“, heißt es, wenn der Darsteller sein Münchhausenlied zum Besten gibt. Adolf Hahn verkörpert die Figur des Hieronymus Karl Friedrich Freiherr von Münchhausen wie kein anderer. Seit 35 Jahren ist Hahn an Bord, wenn die Weserschiffe die erste Saisonfahrt absolvieren. Wie viele Flusskilometer er dabei schon zurückgelegt hat, weiß Münchhausen selbst nicht. Da müsste er wohl lügen – und lügen, das tut der Baron von Münchhausen nun wirklich nicht.

Er war Ratskellerwirt, Stadtpfeifer und Kaufmann und soll durch Raub und Betrug ein Vermögen zusammengetragen haben. Cord Baxmann wurde einer Sage zufolge 91 Jahre alt und musste nach seinem Tod eine Quelle zuerst mit einem Sieb und danach mit einem Fingerhut leerschöpfen. Heute verkörpert Lutz-Arnim Simon die Hessisch Oldendorfer Sagengestalt – etwa 50-mal im Jahr schlüpft der 69-Jährige in das Kostüm mit dem weißen Kragen und der beigen Kniebundhose.

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