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Dauerengpass am Ohrberg: Warum dauert es so lange, eine Stützmauer zu bauen?

Säckeweise Geduld

Hameln/Emmerthal. Es dauert, bis sich der Autokorso durch den Engpass quält. Und es dauert, bis sich überhaupt irgendetwas tut auf der Baustelle. Seit zwei Jahren wird auf der halbseitig gesperrten B 83 am Ohrberg der Begriff Nadelöhr neu definiert. Immer wieder verschiebt die Behörde einen Baubeginn. Aber warum?

veröffentlicht am 09.12.2015 um 18:55 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:50 Uhr

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Autor:

FRank Werner
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Genervte Autofahrer studieren den Schriftzug auf den Kaffeesäcken, die gegen den abrutschenden Berg gestemmt wurden – und fragen sich, warum es so lange dauert, eine Stützmauer zu bauen.

„Seit über zwei Jahren geschieht nichts, außer dass ein paar Säcke der Natur übergeben wurden und eine Ampel den Verkehr regelt“, macht Heiko Dietrich aus Hameln seinem Ärger im Kümmerer-Portal der Dewezet Luft – stellvertretend für viele. Geduld ja, aber gleich zwei volle Jahre?

Ursprünglich sollte es schnell gehen. Gutachter diagnostizierten im Dezember 2013, wie instabil der Steilhang ist und wie wenig die alte Sandsteinmauer gegen den drohenden Bergrutsch ausrichten könne. Mit Sand und Kies gefüllte Kaffeesäcke wurden gestapelt, um die Mauer zu stützen. Noch „in der ersten Jahreshälfte 2014“ sollte eine neue, mit Felsankern gesicherte Mauer gebaut werden, kündigte Markus Brockmann, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln im Dezember 2013 an. Ein Zeitplan, der nicht nur einmal gerissen wurde.

„Deutlich vor den Sommerferien“ werde der Bau beginnen, lautete die Ansage Brockmanns wenig später im Januar 2014, vor Einbruch des Winters sollte die neue Mauer stehen. Als der Wintereinbruch nahte, gab es statt der neuen Mauer aber nur einen neuen Zeitplan. Fertigstellung frühestens Ende 2015, ein volles Jahr später, hieß es im Oktober 2014.

Sechs Monate danach – wir sind im März 2015 angekommen – gab die Behörde wieder einen neuen Termin aus: Erst Anfang 2016 könne der Bau beginnen. Doch auch daraus wird nichts, wie Brockmann jetzt im Gespräch mit der Dewezet einräumt. Das neue Ziel: Start der Baustelle „Mitte Mai 2016“.

Es dauert noch länger: Keine Auftragsvergabe

mehr in diesem Jahr

Warum steckt nicht nur der Verkehr am Ohrberg, sondern auch die Planung der Behörde im Stau?

In diesem Jahr sollte das Projekt ausgeschrieben und der Auftrag erteilt werden – nichts davon ist passiert. Brockmann räumt „ein Problem in der Terminabwicklung“ mit dem beauftragten Ingenieurbüro ein. Das Büro habe die zugesagten Termine nicht eingehalten, zwei bis drei Monate habe man dadurch verloren.

Aber das erklärt nicht alles. Es ist „kein Hexenwerk“, die Stützmauer zu bauen, räumt Brockmann ein, aber offenbar auch keine der allerleichtesten Übungen im Tiefbau. Erst wurden Gutachten erstellt, die Aufschluss über die Beschaffenheit der Felswand geben, dann mehrere Mauer-Varianten entworfen, für deren Bau eine Spezialfirma gesucht wurde. Mehrfach verstrichen dabei Ausschreibungsfristen des öffentlichen Vergaberechts. Und das alles – die eigentliche Krux an der Sache – in doppelter Ausführung. Denn es geht längst nicht mehr nur um eine Mauer. Auch die nördlich der Langzeitbaustelle gelegene Sandsteinmauer soll saniert werden.

Im südlichen Abschnitt hätte man dieses Jahr bereits beginnen können, sagt Brockmann. Doch das gesamte Prozedere vom Bohrauftrag über die Begutachtung bis zur Bauausschreibung habe man für den zweiten Abschnitt zwischen Ottostraße und Baustelle noch einmal abspulen müssen. Hier begannen die Bohrungen erst, nachdem das Ergebnis für den Südabschnitt bekannt geworden war. Und bei diesem später untersuchten Teilstück verspätet sich nun zu allem Überfluss das Ingenieurbüro. Die Nachspielzeit läuft bis Ende des Jahres. Im Januar soll das Projekt nun ausgeschrieben werden.

Da der Bau der Mauern und Fangzäune (für die gerade eine baumfreie Schneise gesägt wird) jeweils mit einer Vollsperrung der B 83 verbunden sein wird, will die Landesbehörde beide Abschnitte gleichzeitig sanieren. Also bleiben die fertigen Pläne für den Südabschnitt weiter in der Schublade. Bis die Baufirma auch mit der Nord-Mauer beginnen kann. Bis Mitte Mai. Voraussichtlich.



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