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Heimische Tourismus-Förderer uneinig

Russische Gäste – ein Markt für das Weserbergland?

Weserbergland (hen). In Russland wird Münchhausen als Held gefeiert, Rotkäppchen und der Rattenfänger sind keine Unbekannten. Die Russen wüssten nur nicht, wo diese Städte sind, aus denen die Figuren stammen – einer, der das sehr bedauert, hat sich selbst gerade in Hameln niedergelassen: Sergei Elsakov, der neue Eigentümer des

veröffentlicht am 27.01.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 06:21 Uhr

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Klütrestaurants. Der 50-Jährige aus St. Petersburg schwärmt für das Weserbergland – und damit sei er in seiner Heimat nicht allein. Könnte der russische Markt dem Weserbergland einen Tourismusboom bescheren? Unter den Fachleuten sind die Meinungen geteilt.

„Das kann ich nicht erkennen“, sagt Petra Wegener, Geschäftsführerin des Weserbergland Tourismus e. V. Der Verband habe ein Zukunftskonzept durchlaufen, und daraus habe sich die deutliche Empfehlung ergeben, sich um Touristen aus dem eigenen Land zu kümmern. „92 Prozent unserer Gäste kommen aus Deutschland, für 2011 wird ein Boom vorausgesagt“, sagt Wegener. Hauptzielgruppe bei den ausländischen Gästen seien die Niederländer. Hier wird ein deutlicher Zuwachs für die Saison 2010 gemeldet. Von Januar bis Oktober wurden 15 127 Ankünfte verzeichnet, „das sind 5,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum“. Ähnlich positiv sehe es auch bei den Übernachtungen aus: Hier wurde mit der Zahl 40 838 ein Plus von 3,2 Prozent erreicht. Insgesamt werden im Weserbergland 3,9 Millionen Übernachtungen im Jahr verzeichnet.

Für die niederländischen Touristen wurde ein Flyer in ihrer Landessprache aufgelegt. Genau hier liege das Problem: „Den russischen Markt zu bearbeiten, ist fürchterlich mühselig, schon allein wegen der Sprache“, sagt Wegener. Mit dem geringen Budget, das dem Verband zur Verfügung stehe, könnten nicht auch noch andere Märkte bearbeitet werden. Bereits seit zehn Jahren akquiriere Weserbergland Tourismus niederländische Gäste für die Region. „Wir arbeiten mit niederländischen Reiseveranstaltern zusammen und präsentieren die Region auf niederländischen Reisemessen“, erläutert Wegener. Durch niederländischsprachiges Fachpersonal wird dabei die Sprachbarriere umgangen.

Prospekte in kyrillischer Schrift hat das Staatsbad Bad Pyrmont bereits seit Jahren im Angebot – der russische Markt sei zwar nur einer von vielen Bausteinen, aber ein durchaus wichtiger, sagt Werner Streicher, stellvertretender Kurdirektor. Man habe die Erfahrung gemacht, dass es „russische Menschen, die einflussreiche Positionen bekleiden und wohlhabend sind“ gibt, die sehr sensibel mit ihrer Gesundheit umgehen. Streicher: „Sie stellen hohe Ansprüche und suchen Qualität auf hohem Niveau.“ Und das gelte nicht nur für den Gesundheitssektor – einmal vor Ort, würden die „sehr finanzstarken“ Gäste auch viel Geld für erstklassiges Essen und bei Einkäufen ausgeben. Streicher sieht hier ganz eindeutig „einen wachsenden Markt, um den wir uns auch gebündelt bemühen sollten“.

Dass man die Russen zwar bislang nicht auf der Liste habe, sich das aber durchaus ändern könnte und sollte, das meint Harald Wanger, Geschäftsführer der Hamelner Marketing und Tourismus GmbH. Der Russlandtourismus sei geprägt von bestimmten Faktoren: „Sie sind sehr stark shoppingorientiert und ziehen daher die großen Metropolen vor.“ Bei den Übernachtungszahlen in Hameln liegt Russland mit 319 Übernachtungen auf Rang 13 (im Jahr 2009) – „das ist weniger als Japan, aber mehr als Spanien“, sagt Wanger, und damit „eine relevante Größe vor dem Hintergrund, dass wir keine gezielte Werbung gemacht haben“. Wanger hält nicht für ausgeschlossen, einen neuen Markt zu erschließen: „Wir müssen sehen, welche Möglichkeiten es da gibt.“



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