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Eltern fühlen sich nach Attacke von Behörden im Stich gelassen

Rottweiler verletzt Siebenjährige schwer

STADTHAGEN. Noch sind die Spuren eines Rottweilerangriffs bei der Siebenjährigen deutlich zu sehen. Ein Nachbarshund hatte das Mädchen beim Spielen plötzlich attackiert und in den Kopf gebissen. Die Eltern des Kindes fühlen sich von den Behörden im Stich gelassen. Denn noch immer müssen sie mit dem Tier nebenan leben.

veröffentlicht am 03.06.2017 um 18:11 Uhr

Tiefe Narben erinnern an den Hundeangriff von vor vier Wochen. Foto: pr

Autor:

Mira Colic
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Die Attacke liegt bereits einige Wochen zurück, ereignete sich am 6. Mai gegen 16.40 Uhr an der Enzer Straße, wie die Polizei und die Staatsanwaltschaft Bückeburg bestätigen.

Wie die 37-jährige Mutter erzählt, habe die Nachbarin sie zum Spielen zu sich eingeladen. Der Hund, ein Rottweile-Mischling, sei kinderlieb, gibt die Stadthägerin das Gespräch wieder. Sie habe erst gezögert, letztlich sei die Kleine aber doch mit ihrem Vater rübergegangen und habe dem Hund Stöckchen zugeworfen. „Als der Hund wieder auf sie zugelaufen kam, hat sie sich erschreckt und wollte sich hinter ihrem Vater verstecken. Dabei ist sie über seine Füße gestolpert und gefallen.“ Das war der Moment, in dem der Mischling das auf dem Boden liegende Mädchen angriff. Er habe ihr erst in den Hinterkopf gebissen, habe dann abgelassen, um sich in den Seitenschädel zu verbeißen. Der Vater des Mädchens habe ins Maul greifen müssen, um seine Tochter zu befreien.

Das Kind musste im Klinikum Minden operiert werden. Erst nach einer Woche sei es entlassen worden, erst nach einer weiteren Woche habe es wieder in die Schule gedurft. Die Polizei ermittelt gegen die Halterin wegen fahrlässiger Körperverletzung. Nun stellt die Staatsanwaltschaft Bückeburg, die den Fall bereits auf dem Tisch hatte, die Frage, ober der Hund schon verhaltensauffällig war. Die Schwere der Verletzung soll mithilfe des Krankenhausberichtes geklärt werden, erklärt Pressesprecher Nils-Holger Dreißig.

Tiefe Narben erinnern an den Hundeangriff von vor vier Wochen. Foto: pr.
  • Tiefe Narben erinnern an den Hundeangriff von vor vier Wochen. Foto: pr.

Die Familie belaste die Situation sehr, sagt die Mutter, weil sie sich in ihrem eigenen Zuhause nicht mehr sicher fühle. „Ich sitze mit Axt oder Mistgabel bewaffnet im Garten.“ Zwar trenne ein Zaun die beiden Grundstücke, dieser sei mit einem Meter Höhe für den großen Hund jedoch kein Hindernis. Deswegen habe die Halterin auch die Auflage erhalten, einen 1,80 Meter hohen Zaun zu bauen. Das erzählt zumindest die Mutter des Opfers.

Das Veterinäramt bestätigt diese Angaben nicht, zieht sich hier auf Datenschutz zurück – auch dem Anwalt der 37-Jährigen wird die Akteneinsicht verweigert. Die Hürden für eine Einsicht seien hoch, erklärt auch die zuständige Dezernentin Andrea Stüdemann. Aber eine Auflage hat der Kreis jetzt bestätigt: Der Hund darf vorerst das Haus nicht verlassen, nachdem der Amtstierarzt ihn als gefährlich eingestuft hat. „Es ist eine Abwägungssache, inwieweit wir den Tierschutz einschränken, weil Gefahr für Leib und Leben von Menschen von dem Hund ausgeht.“

Die Familie der Siebenjährigen ist enttäuscht von den Behörden, fühlt sich im Stich gelassen. Der Vorfall sei jetzt vier Wochen her und an der Lage habe sich nichts geändert. „Wir wissen nicht, warum der Hund gebissen hat, ist er krank und welches Gefahrenpotenzial geht von ihm aus?“ Sie wolle nicht, dass der Hund getötet werde, so die Stadthägerin, „er soll in fachkundige Hände kommen“.

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