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Jörg Düsterwald verwandelt Körper in Kunstwerke – Ausstellung im Rintelner Museum Eulenburg

Respekt ist eine harte Währung

RINTELN/HAMELN. Die Tage war er in Erfurt und hat bei einem Bodypainting-Wettbewerb in der Jury gesessen. Allein diese Einladung zeigt, welchen Stellenwert der Hamelner Jörg Düsterwald genießt. Gezollter Respekt ist in der Kunstszene eine verdammt harte Währung.

veröffentlicht am 26.06.2017 um 09:29 Uhr

Motive aus der Sonderausstellung „Living Colours“ im Universitäts- und Stadtmuseum Rinteln. Foto: Künstleratelier Düsterwald
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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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Der Künstler hat, was alle gerne hätten: Eine eigene Handschrift, die ihn unverwechselbar macht, ein künstlerisches Alleinstellungsmerkmal, dass er in über zwei Jahrzehnten aufgebaut hat. Es ist eine flüchtige Kunst, der sich Düsterwald verschrieben hat: Er bemalt menschliche Körper, stellt sie (zumeist) in eine Landschaft, anschließend schießt ein Profi die Bilder – und das war’s dann auch schon, denn die Farben werden wieder abgewaschen und gehen den Weg alles Irdischen; nur die Bilder bleiben.

Es ist ein künstlerisches Nischendasein, in dem sich Düsterwald eingerichtet hat. Aber wer seit über zwei Jahrzehnten mit schöner Regelmäßigkeit so stark gebucht wird, dass man von dieser Kunst leben kann, „der kann so schlecht nicht sein“, sagt der Bodypainter in seiner sehr aufgeräumten Werkstatt in Holtensen. In Norddeutschland kennt man Düsterwald längst, aber auch bundesweit ist er Szenekennern ein Begriff. Gebucht wird er für Messepräsentationen, für das Marketing, für Veranstaltungen oder auch privat. „Die Kunst ist schnell wieder weg, die Bilder bleiben“, sagt er; Körpermalerei ist eine vergängliche Kunst, daher sind Fotoshootings unabdingbar, um das Ergebnis des kreativen Schaffens dauerhaft festzuhalten.

In Museen stellt Düsterwald nur selten aus, aber Rinteln und der Hamelner Körperkünstler, das passt schon richtig gut zusammen, befand Dr. Stefan Meyer, Leiter des Museums Eulenburg: Düsterwald sei ein im Weserbergland verwurzelter Künstler, der mit seinen Arbeiten auch bundesweit große Anerkennung gefunden habe: „Darüber hinaus spiegelt sich unsere Region immer wieder auch in seinen Arbeiten durch charakteristische Motiven aus unserer (Kultur-)Landschaft wider.“ Die Arbeiten von Düsterwald, die bis zum 22. Oktober in Rinteln zu sehen sind, würden sich in einem faszinierenden Schnittfeld von Kunst, Natur, Malerei, Fotografie und Körperkultur bewegen – und sich an ein breites Publikum wenden. Mit der auffälligen-gefälligen Ausstellung wird das Museum über die Sommermonate auch den Touristen einen Eindruck von der facettenreichen Kunstszene im Weserbergland vermitteln.

Körper als Kunstwerke – zwar passend zu ihrer Umgebung, doch herausstechend in ihrer Schönheit: Foto: Künstleratelier Düsterwald
  • Körper als Kunstwerke – zwar passend zu ihrer Umgebung, doch herausstechend in ihrer Schönheit: Foto: Künstleratelier Düsterwald

Zu sehen gibt es Body-Bilder aus zwei Jahrzehnten. Man kann gut sehen, wie sich Düsterwald weiterentwickelt hat, was er verändert und verbessert hat, doch der Schwerpunkt wird auf den Arbeiten der letzten Jahre liegen, die „Working Art“, wo er Berufe in Szene setzte, oder „Door Art“, wo er die Menschen mit Türen verband; zuweilen muss man den Bildern nicht nur einen oder zwei Blicke gönnen, sondern in ihnen gleichsam versinken. Der Blick fällt auf das Werk, und man möchte zum Künstler rennen und ihn darauf aufmerksam machen, dass er hier das bemalte Modell wohl vergessen hat, kann ja passieren, – und dann entdeckt man es doch, dort unten oder dort oben rechts, ein Teil der Natur, wie es der Menschen ja nun mal auch ist.

Düsterwald sieht es so: „Ich mache schöne Dinge, die den Leuten gefallen – und dabei ist es mir ganz egal, ob so mancher sagt, Kunst habe immer ernst und tief und problemorientiert zu sein.“


Service: Das Museum Eulenburg in Rinteln ist geöffnet dienstags bis samstags von 14 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr. Im August wird der neue limitierte Kalender „Nature Art“ erscheinen. Über die Homepage kann er unverbindlich vorbestellt werden: www.dewaldo.de – oder per E-Mail an info@dewaldo.de.

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