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Nach Verbrechen in Groß Berkel gibt Staatsanwaltschaft Details preis / Ermittlungen gegen zwei Beschuldigte

Rentner wurde erstochen

Groß Berkel. Der 75 Jahre alte Mann aus Hannover, dessen Leiche am Nachmittag des 9. Januar im Erdgeschoss eines Zweifamilienhauses an der Hamelner Straße (B 1) in Groß Berkel gefunden wurde, ist erstochen worden. Das gab jetzt die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage der Dewezet bekannt.

veröffentlicht am 07.02.2016 um 18:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:47 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Zunächst hatte es nur geheißen, der Rentner sei „durch massive Gewalteinwirkung auf den Körper“ gestorben. Im Gespräch mit der Dewezet gab Staatsanwältin Kathrin Söfker neue Details preis. Sie spricht von Stichverletzungen im Brustkorb. Unter anderem sei die Lunge des Seniors getroffen worden, sagte die Staatsanwältin. Die Mordkommission „Humme“, die das Tötungsdelikt untersucht hat, ist inzwischen aufgelöst worden. Aus polizeilicher Sicht sind die Nachforschungen in diesem Fall größtenteils abgeschlossen. Die Todesursachen-Ermittler warten allerdings noch auf Untersuchungsergebnisse. Sie waren bei ihren umfangreichen Ermittlungen von Gerichtsmedizinern der Medizinischen Hochschule, Kriminaltechnikern aus Hameln und Spezialisten des Landeskriminalamts Niedersachsen unterstützt worden. Mit Spannung wird auch der Bericht der Blutspurenbild-Sachverständigen erwartet. Die forensischen Experten sind in der Lage, den Tatablauf anhand der Form und der Verteilung von Blut auf Boden, Wänden und Zimmerdecken zu rekonstruieren. Ob die zuständige Staatsanwältin dem 1. Fachkommissariat noch weitere Ermittlungsaufträge erteilen wird, bleibt abzuwarten. Eventuell müsse noch eine Nachvernehmung durchgeführt werden, sagte Kathrin Söfker. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen worden. Noch am Tattag waren ein 51 Jahre alter Hausbewohner und dessen Lebensgefährtin (54) vorläufig festgenommen worden. Der Mann sitzt seitdem in Untersuchungshaft, die Frau war bereits am nächsten Tag wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Sowohl gegen den Mann als auch gegen die Frau werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Verdachts des Totschlags geführt. Die 54-Jährige war von Polizeibeamten und von einem Richter vernommen worden. Der Untersuchungsrichter habe bei der zunächst Festgenommenen keinen dringenden Tatverdacht bejaht, hieß es. Dieser sei aber Voraussetzung für einen Haftbefehl. „Dennoch gilt die 54-Jährige immer noch als Beschuldigte.“ Das Paar „habe sich nicht eindeutig zur Sache eingelassen“, sagt Staatsanwältin Söfker. Der Mann und die Frau lassen sich anwaltlich vertreten.

Der Senior, der früher einmal in Bad Pyrmont gewohnt haben soll, habe zu dem Paar in Groß Berkel ein „lockeres freundschaftliches Verhältnis“ gehabt, heißt es. „Man hat sich oft über Afrika-Urlaube ausgetauscht.“

Am 9. Januar fuhr der 75-Jährige mit seinem VW Golf von Hannover nach Groß Berkel, um die Hausbewohner zu besuchen. Unklar ist, was dann geschehen ist. „Es ist möglicherweise zu einer Streitigkeit gekommen“, sagt die Staatsanwältin. Die Auseinandersetzung muss eskaliert sein.

Die Groß Berkelerin hatte seinerzeit einen Notruf abgesetzt und gesagt, in dem Haus an der Durchgangsstraße sei eine Person gestürzt. Das Opfer blute stark. Wusste sie es nicht besser? Oder hat sie bewusst gelogen, um ein Verbrechen zu vertuschen?

Noch nicht abschließend geklärt ist, mit welcher Stichwaffe der Senior getötet wurde. Nach Informationen unserer Zeitung haben die Ermittler der Mordkommission bei einer Durchsuchungsaktion aber mehrere Gegenstände, unter denen sich die Tatwaffe befinden könnte, sichergestellt. Die Asservate wurden in ein Kriminallabor gebracht. Die Untersuchungsergebnisse stehen noch aus.



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