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Bislang noch keine direkte Verbindung zu rechtsextremen Bundeswehroffizieren festgestellt

Rätselhafter Waffendiebstahl

MINDEN/MUNSTER. Ein Waffendiebstahl aus einem Panzer der Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz Munster gibt Rätsel auf. Unbekannte hatten den Transportpanzer vom Typ „Fuchs“, der zu einem in Minden stationierten Truppenteil gehört, im Februar dieses Jahres aufgebrochen und daraus zwei G36-Sturmgewehre, eine Pistole P8, eine Signalpistole, zwei Funkgeräte, zwei Magazine ohne Munition und ein Doppelfernrohr gestohlen.

veröffentlicht am 16.05.2017 um 16:04 Uhr

Die Staatsanwaltschaft in Lüneburg wollte sich auf Nachfrage zu dem Vorfall nicht weiter äußern. Die Akten befänden sich bei der Polizei in Celle, hieß es. Die Polizei in Celle hält sich jedoch mit Auskünften bedeckt. Das Verteidigungsministerium in Berlin bestätigte zwar den Waffendiebstahl im Grundsatz, weitere Details nannte der Sprecher aber nicht.

Nach Medienberichten soll die Bundeswehr ermitteln, ob der verhaftete, rechtsextreme Oberleutnant Franco A. vom Jägerbataillon 291 aus dem französischen Illkirch oder Mitglieder der Gruppe um ihn herum mit dem Diebstahl zu tun haben. Für Insider ist es naheliegend, dass nur Soldaten den Panzer aufgebrochen haben können. Lediglich sie können gewusst haben, dass entgegen der Vorschriften in dem Fahrzeug Waffen aufbewahrt wurden. In Militärkreisen heißt darüber hinaus es, dass detaillierte Kenntnisse über den „Fuchs“ notwendig seien, um ihn aufzubrechen.

Die Ermittler haben nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ bisher noch keine direkte Verbindung zu Franco A. oder dem ebenfalls verhafteten Oberleutnant Maximilian T. gefunden. Die beiden Offiziere waren zum fraglichen Zeitpunkt nicht auf dem Truppenübungsplatz Munster eingesetzt. Allerdings war in Munster ein Soldat im Einsatz, gegen den wegen rechtsextremer Tendenzen ermittelt wird. Ob zwischen ihm und den Festgenommenen eine Verbindung besteht, ist offen.

Im Augustdorf ist ein Oberleutnant des Panzergrenadierbataillons 212 wegen rechtsextremistischer Äußerungen vom Dienst suspendiert worden. Der Kommandeur der 1. Panzerdivision in Hannover, Generalmajor Markus Laubenthal, ordnete gegen Ralf G. ein Uniformtrageverbot an. Gegen G. ermittelt die Bundesanwaltschaft.mt



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