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Scout Hans-Walter Herpel in der Region unterwegs

Punkte sammeln für den Naturpark

RINTELN/LANDKREIS.Der Naturpark Weserbergland möchte gerne „Qualitäts-Naturpark“ werden: Scout Hans-Walter Herpel hat sich deshalb in der Region umgeschaut.

veröffentlicht am 23.07.2018 um 16:22 Uhr

Blick von der Auenlandschaft Hohenrode aufs Wesergebirge: Der Naturpark Weserbergland bietet landschaftlich viel Abwechselung. Foto: kk
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Karsten Klaus Redakteur zur Autorenseite
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„Erst habe ich gedacht, das kann doch gar nicht sein, was da Alles angekreuzt wurde“, erinnert sich Hans-Walter Herpel an die erste Auswertung des 100-seitigen Kriterienkatalogs. Doch bei seinem zweitägigen Besuch vor Ort wurde der Qualitäts-Scout jetzt eines Besseren belehrt: Der Naturpark (NP) Weserbergland hat viel Potenzial – und es wurde mit vergleichsweise geringen Mitteln bereits viel erreicht. Für den Verband Deutscher Naturparke (VDP) evaluiert Herpel Naturparke, die an einer Qualitätsoffensive teilnehmen und sich als „Qualitäts-Naturpark“ zertifizieren lassen wollen.

Zur Zeit erfolgen wichtige Weichenstellungen für die zukünftige Entwicklung des NP Weserbergland: Wie berichtet wurde ein Naturparkplan aufgestellt und von den Umweltausschüssen der Kreistage Schaumburg und Hameln-Pyrmont verabschiedet. Außerdem beraten die Träger, die Landkreise Hameln-Pyrmont und Schaumburg, über die Einführung einer hauptamtlichen Geschäftsführung. Und nun hat sich der Naturpark auch noch um das Qualitätssiegel beworben.

Am Ende des zweitägigen Besuchs Herpels in Hameln, Hess. Oldendorf und Rinteln berichteten der Qualitätsscout und der (ehrenamtliche) Naturpark-Geschäftsführer Karl-Heinz Buchholz im Rintelner Stadtkater über ihre Eindrücke. Nachdem Herpel den Naturpark nicht nur auf dem Papier, sondern auch vor Ort kennengelernt hat, vergibt er Punkte nach einem Kriterienkatalog. 500 sind maximal zu erreichen, 250 sind für die Auszeichnung erforderlich. Und der Experte, er war 35 Jahre lang Geschäftsführer des Naturparks Hochtaunus, ist jetzt schon sicher, dass der NP Weserbergland gute Chancen hat.

Fünf Felder seien im Punktesystem maßgebend, erklärt Herpel: Management, Natur und Landschaft, Erholung und Tourismus, Kommunikation und Naturbildung sowie nachhaltige regionale Entwicklung. Da die 106 Naturparke in Deutschland so unterschiedlich seien, dass man diese kaum vergleichen könne, habe man im VDP einen Katalog von Qualitätskriterien entwickelt. Mit der Qualitätsoffensive sollen die Naturparke in ihrer Arbeit unterstützt werden. Im Weserbergland habe man genau den richtigen Zeitpunkt gewählt, da wichtige Zukunftsentscheidungen anstünden.

Herpel und Buchholz waren unter anderem in der Schillathöhle, an den Süntelbuchen auf dem Dachtelfeld und – als ein Höhepunkt – in der Auenlandschaft Hohenrode unterwegs. „Das Potenzial der Region sticht ins Auge“, zeigt sich Herpel beeindruckt. Doch: Noch längst nicht alle Schätze seien gehoben.

Im Erfahrungsaustausch mit Buchholz (Herpel: „Ganz partnerschaftlich von Kollege zu Kollege“) wies der Experte auch wichtige Handlungsfelder für die Zukunft hin: Eine hauptamtliche Betreuung des Parks sei unabdingbar: „Mit dem Ehrenamt allein wird es beim nächsten Scouting kaum klappen“. Auch für die zukünftige Trägerschaft des Naturparks hatte Herpel einen Tipp parat: Er habe mit einem Zweckverband beste Erfahrungen gemacht. Eine Lösung übrigens, die auch Buchholz favorisiert.

Dieser betonte, dass der Naturpark nicht nur eine wichtiger „weicher Standortfaktor“ in Sachen Tourismus und Wirtschaft sei, sondern gerade auch den Einheimischen Lebensqualität und Naturerlebnisse biete. Doch das sei noch viel zu wenig bekannt. Wichtig sei deshalb, bereits Kinder und junge Leute in die Naturparkarbeit einzubeziehen. In Rinteln gibt es zum Beispiel bereits zwei Naturpark-Kindertagesstätten. Und: „Wenn ich noch zehn Berufsjahre vor mir hätte, würde ich mich in der Umweltbildung engagieren“, verrät der ehemalige Rintelner Bürgermeister. Doch nun hofft er erst mal Post vom VDP mit guten Nachrichten in Sachen „Qualitäts-Naturpark“ – und auf einen hauptamtlichen Nachfolger.

Information

Der Naturpark

Mit einer Größe von 116 000 Hektar ist der Naturpark (NP) Weserbergland einer der größten in Niedersachsen. Er umfasst den kompletten Landkreis Hameln-Pyrmont und den südlichen Teil des Landkreises Schaumburg. In Schaumburg liegen die Stadt Rinteln, die Gemeinde Auetal sowie die Samtgemeinde Rodenberg komplett im NP. Außerdem umfasst der Park Teile von Eilsen, Bückeburg, Obernkirchen, Nienstädt, Stadthagen, Lindhorst und Nenndorf. Zwei Drittel liegen in Hameln-Pyrmont, ein Drittel in Schaumburg. Nach diesem Schlüssel teilen sich die Träger auch die Kosten. Unter anderem kümmert sich der NP um Ausschilderung und Pflege von Wanderwegen und Radrouten. Verbessert werden soll die Besucherinformation vor Ort, zum Beispiel in der Schillat-Höhle. kk



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