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Dienstag ist Siebenschläfertag

Prognose: Sommer ohne lange Hitzewellen

WESERBERGLAND. Mit dem Siebenschläfertag am Dienstag wird es für den Hochsommer im Juli und August spannend: „Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag“, heißt es. Dieser kleine Reim ist wohl einer der bekanntesten und besten Bauernregeln im deutschsprachigen Raum.

veröffentlicht am 26.06.2017 um 20:15 Uhr

Sonne, Wolken – im Weserbergland ist ein durchschnittlicher Sommer zu erwarten. Foto: Dana
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Reinhard Zakrzewski Reporter

Mit dem gleichnamigen putzigen Tier hat die Regel nichts zu tun. Vielmehr standen sieben schlafende Jünglinge für die Bezeichnung Pate: In der Zeit der Christenverfolgung versteckten sie sich in einer Höhle bei Ephesus und wurden darin eingemauert. 200 Jahre, so will es die Legende, schliefen sie dort den Schlaf der Gerechten. Als man sie entdeckte, erwachten sie wieder.

Statistische Untersuchungen ergaben, dass das Wetter um den 27. Juni für einen Hochsommertrend unbrauchbar ist. Wendet man die Regel allerdings auf die erste Julidekade an, liegt die Trefferquote bei 70 Prozent. Grund für die Ungereimtheit ist die von Papst Gregor dem XIII. im Jahre 1582 verfügte Kalenderreform. Damals hinkte der Julianische Kalender dem astronomischen Sonnenstand um rund zehn Tage hinterher. Die Differenz wurde durch ein entsprechendes Vorziehen der Kalendertage ausgeglichen.

So ist der eigentliche Siebenschläfertag nicht der 27. Juni, sondern der 7. Juli. Nach dem aktuellen Stand der Wettermodelle scheint sich der Hochsommer im entscheidenden Zeitraum auf „gut durchschnittlich“ einpendeln zu wollen. Hoffnungsvoll stimmen Ableger des Azorenhochs, die sich ab der ersten Juliwoche wohl immer mal wieder ins Geschehen einmischen. An ihrer Westseite können wir mit südlichen Winden auf ein paar sonnigwarme bis (schwül-)heiße Julitage hoffen, die von Gewitterfronten aus Westen rasch wieder vertrieben werden. Nach dem Klimamodell des amerikanischen Wetterdienstes NOAA soll es mit dem Hochsommer im August ähnlich weitergehen. Das würde immer noch einzelne, aber nicht überdurchschnittlich viele heiße Tage bedeutet.

Putzig: der Siebenschläfer (Glis glis). Foto: dpa
  • Putzig: der Siebenschläfer (Glis glis). Foto: dpa

Insgesamt sieht es nach einem recht schönen, zeitweise aber auch turbulenten Hochsommer aus. Durch das wiederholte Ringen schwülheißer Mittelmeer- und kühler Altantikluft über Mitteleuropa besteht die Neigung zu Schaukeltemperaturen sowie kräftigen Gewittergüssen mit Unwetterpotenzial. Vor längeren Hitzewellen werden wir wohl verschont bleiben. Sonnenanbeter und Badefreunde dürften trotzdem auf ihre Kosten kommen.

Information

Der Siebenschläfer

Der Siebenschläfertag ist durch Bauernregeln bekannt wie „Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass“. Einst verknüpften Bauern Wetterlagen mit Festtagen und stellten Regeln auf. Das nachtaktive Nagetier aus der Familie der Bilche kam wegen seines ausgiebigen Winterschlafes von September bis Ende April zu seinem Namen Siebenschläfer – hat aber mit der gleichnamigen Wetterregel wenig zu tun. Wenn das bis zu 20 Zentimeter lange Tier – plus 13 Zentimeter Schwanz – nicht schläft, ernährt es sich vor allem von Nüssen, Eicheln und Bucheckern. Und wie wird nun das Wetter in Deutschland am Siebenschlägertag? Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) rechnen für heute mit kräftigen Gewittern und Starkregen zunächst im Südwesten und Westen Deutschlands. Dieses Wetter mit zunehmender Unwettergefahr breitet sich den Prognosen zufolge am Siebenschläfertag auch in der Mitte Deutschlands aus, nur im Norden und Osten scheine noch länger die Sonne. Dafür bleibt es im Norden mit Temperaturen zwischen 18 und 24 Grad eher frisch, während das Thermometer in den übrigen Landesteilen auf 23 bis 30 Grad steigen könnte.

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