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„Das Gelände ist ideal“

Positive Aussichten für Mountainbike-Park im Steinzeichen Steinbergen

STEINBERGEN. Es war eine ebenso geniale wie pragmatische Idee, aus der Erlebniswelt Steinzeichen in Steinbergen, einen Mountainbike-Park zu machen – ergänzt mit weiteren Angeboten. Eine Idee, die jetzt die Chance hat, Realität zu werden. Matthias Gräbner, Geschäftsführer des Touristikzentrums Westliches Weserbergland, bei dem als Koordinator des Projekts alles zusammenläuft, hatte Vertreter von drei für die Einrichtung von Bikeparks spezialisierte Firmen nach Steinbergen eingeladen, über das Gelände geführt und nach ihrer fachlichen Meinung gefragt. Die Zustimmung, schildert Gräbner, sei einhellig: Die Nachfrage sei da, das Gelände bestens geeignet, die Investitionen realisierbar.

veröffentlicht am 29.06.2017 um 17:12 Uhr

Downhill durch den Wald? Bislang lief das auf Stress und Konlikte hinaus. Ein Mountainbike-Park auf dem Steinzeichen-Gelände könnte das ändern. Foto: Pixabay
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Autor

Hans Weimann Reporter
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Überraschend groß war auch die Resonanz in den sozialen Medien auf die erste Veröffentlichung dieses Konzeptes zur Rettung des Steinzeichens nach der Insolvenz. 16 555 Likes bei Facebook und überwiegend positive Kommentare: Andre Batis und Marlon Weber posteten wie viele andere auch, endlich wäre damit der „ewige Streit zwischen Mountainbikern und Spaziergängern“ zu Ende. Endlich müssten keine illegalen Trails mehr genutzt werden. Oliver Stemme adressierte an die Kommunalpolitik: „Das wäre mal die ultimativ beste Idee neben den ganzen Seniorenwohnungen!“

Es ist nämlich keineswegs einfach für den boomenden Trendsport Mountainbike, ein geeignet Areal zu finden. Bei Abfahrten irgendwo im Wald sind Konflikte programmiert. Förster sind sauer, wenn Biker Schanzen aufschütten, Baumstämme als Hindernisse nutzen. Treffen Wanderer und Spaziergänger auf rasende Downhiller, gibt es Stress. Manches sonst geeignete Gelände für einen offiziellen Trail scheidet aus, weil es im Landschaftschutz- oder Naturschutzgebiet liegt, also keine Streckenplanung möglich ist.

Die Idee, in der Region einen Bikepark zu eröffnen, hatte man auch schon in anderen Kommunen. Das Problem: Wie sichert man eine Strecke im Wald? So hatte man beispielsweise im Extertal ein Bikezentrum geplant. Das Projekt wurde wieder aufgegeben, am Wittekindsberg scheiterte es am Landschaftschutz.

All diese Probleme stellen sich im Steinzeichen als ehemaligen Steinbruch nicht, sagt Gräbner. Das Gelände ist topografisch ideal, hat ein großes Einzugsgebiet mit optimaler Verkehrsanbindung über die Autobahn und mit der Landmarke Jahrtausendblick ein Wahrzeichen. Gleichzeitig würde die große regionale Mountainbike-Szene in der Region profitieren. Es soll ja nicht nur ein Angebot für Touristen, sondern für alle sein.

Wie groß die Szene in der Region ist, zeigt das Interesse an Events wie dem MB-Tag in Bückeburg und dem Mountainbike-Cup in Rinteln.

In der Umwandlung des Geländes sieht Gräbner nach Rücksprache mit Fachleuten keine unlösbaren Probleme: Die Wege sind da, es gibt eine Umzäunung, sanitäre Anlagen, eine Gaststätte. Wie ein Bikepark dann aussehen könnte, zeigen die Anlagen in Braunlage und Winterberg.

Stellt sich noch die Frage nach Aufstiegshilfen. Zwar fahren viele E-Mountainbikes, für die bergauf kein Problem mehr ist, aber in einem Bike-Park werden Lifte erwartet, wie das in Winterberg und im Harz der Fall ist. Auch über dieses Thema hat sich Gräbner informiert. In Süddeutschland gebe es gebrauchte Anlagen zu kaufen, seit dort in Skigebieten, die niedrig liegen, Schneemangel herrscht.

Ein stationärer Park bietet weitere Möglichkeiten: Dort könnten Wettbewerbe veranstaltet werden – für Besucher gibt es genügend Parkplätze –, Firmen könnten auf dem Gelände ihre neuen Räder und das Equipment testen. Als nächsten Schritt schlägt Gräbner die Gründung eines Vereins vor, „Bikerpark Jahr1000Blick“, dem jeder beitreten kann. Eine erste Initiative dafür, sagt Gräbner, gebe es inzwischen. Und die Reaktivierung des Steinzeichens soll auch ein EU-Leader-Projekt werden. Die Anträge sind gestellt.

Hier gehe es unter anderem um die Entwicklung eines Investoren- und Betreibermodells. Ziel sei, den Park wirtschaftlich zu führen. Die Rückmeldungen seien positiv, auch der Insolvenzverwalter stehe nach wie vor zu dem Konzept.

Daneben schlägt Gräbner vor, weiter die Sportarten zu fördern und zu bewerben, die man schon jetzt im Steinzeichen ausüben kann. Also den Air-Trail, Klettern – dort könnte man auch eine Indoor-Kletterwand aufbauen –, Bogenschießen und geführte Wanderungen zum Jahrtausendblick. Vorstellbar wäre auch ein Wanderweg, der den Jahrtausendblick mit dem Hermannsdenkmal und Kaiser-Wilhelm-Denkmal verbindet.

Ein weiteres Standbein wären Veranstaltungen wie das „Great Spirit Festival“, das am 19. August stattfindet.

Auf Facebook kann man nachlesen, was die Jugend weiter für „cool“ auf dem Gelände halten würde: Offroad- und Quadfahren. Ein Hindernis-Parcours für Läufer könnte aufgebaut werden, findet Amelie Schultheiß. Eine schöne Strecke für Discoroller „wäre super“, schreibt Iris Meier auf Facebook.

Sorgen bereitet Gräbner zurzeit eigentlich nur der Vandalismus auf dem Steinzeichen-Gelände. Man überlege, an exponierten Stellen Überwachungskameras zu installieren. Gräbner weist darauf hin, dass das Steinzeichen Privatgelände ist – wer es zurzeit unbefugt betritt, macht sich strafbar.



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