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Schulen aus Emmerthal und Hameln fusionieren / VHS-Gebäude als neuer Standort wahrscheinlich

Pflegeausbildung unter einem Dach

Hameln. „Dies ist keine Fusion, um Stellen zu kürzen.“ Ulrike Bäßler macht gleich bei Unterzeichnung klar, worum es bei der Zusammenlegung der Altenpflegeschule Emmerthal und die der Julius-Tönebön-Stiftung nicht gehen soll: Abbau von Personal. „Alle Mitarbeiter werden übernommen“, so die künftige Geschäftsführerin des neu gegründeten Bildungszentrums für Pflegeberufe Weserbergland. Gestern wurde bei Notar Thomas Kock offiziell, was bereits vor Monaten angekündigt wurde.

veröffentlicht am 15.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 05:41 Uhr

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VON ANDREA TIEDEMANN
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Künftig werden alle Ausbildungen in der Pflege unter dem Dach des neuen Schulzentrums gestaltet. Möglichst schon ab Anfang nächsten Jahres sollen die Schüler zusammen unterrichtet werden. Rund 170 Auszubildende werden sich dann auf sechs Altenpflege-Klassen und zwei Pflegeassistenz-Klassen aufteilen. „Unsere Schüler wissen, dass wir nach Hameln umziehen“, sagt Bäßler, die bisher die Emmerthaler Schule geleitet hat, „und sie freuen sich auf die neuen Räume.“ Man habe sich bemüht, einen Standort zu finden, der mit S-Bahn und Bus gut erreichbar ist. Doch wo genau der Standort sein wird, mag Bäßler noch nicht verraten – der Mietvertrag sei noch nicht unterzeichnet. Nur soviel: „Wir interessieren uns für Räume der VHS.“ Auch VHS-Verbandsdirektor Bodo Müller-Thielecke bestätigt, dass es eine Anfrage gegeben habe. Der Mietvertrag könne eventuell schon in den nächsten Tagen unterzeichnet werden.

Über die Ausstattung des neuen Standorts sagt Bäßler: „Der Zuschnitt ist besser.“ Das neue Gebäude biete Räume, die für Unterricht und Kleingruppenarbeit besser geeignet seien als die in Emmerthal. Die Gemeinde hätte die Altenpflegeschule natürlich gerne behalten, so Bäßler, leider habe man aber kein Gebäude gefunden, das den Anforderungen genügt habe. Am neuen Standort wird die Ausstattung samt Übe-Pflegebetten der beiden Schulen dann zusammengestellt.

Bäßler erhofft sich von der Zusammenlegung, dass Kapazitäten für neue Einsatzfelder entstehen. Die sieht sie bei der Fort- und Weiterbildung. „Dort sind wir im Moment nur bruchstückhaft aufgestellt.“ Immer wieder würden Pflege-Betriebe danach fragen. „Wenn es für diese eine Fortbildungsmöglichkeit vor Ort gäbe, wäre das attraktiv.“

Zu den Plänen auf Bundesebene, die Ausbildung der Kranken- und Altenpflege zu einer einheitlichen Ausbildung zusammenzuführen, sagt sie: „Das ist der Weg der Zukunft.“ Auch die Pflegeschulen müssten zusammenrücken – „das wissen alle“. Was das aber für künftige Fusionen bedeute, sei noch reine Spekulation. „Bisher gibt es ja nur ein Eckpunktepapier“, so Bäßler. Den Weg, das Berufsbild ganz neu zu definieren, halte sie aber für richtig. Die Erfahrung zeige, dass in der Krankenpflege-Ausbildung typische psychiatrische Erkrankungen des Alters nicht genügend gelehrt würden – obwohl sie im Krankenhausalltag zunehmen. In der Altenpflege hingegen würden mittlerweile Menschen mit Krankheitsbildern versorgt, die man sich vor zehn Jahren nur auf der Intensivstation habe vorstellen können.

Vor einer Absenkung der sprachlichen Hürden beim Pflegepersonal, wie sie Henning Steinhoff vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste vorgeschlagen hatte, rät Bäßler ab. „Ich würde den Aspekt nicht herunterspielen.“ Eine Pflegekraft müsse in Nuancen verstehen, was der Pflegebedürftige meine. Zudem kämen organisatorische Aufgaben wie das Schreiben von Plänen hinzu.

Gut ausgebildetes Pflegepersonal wird immer dringender gesucht. Der Bund plant zudem, die Ausbildung von Kranken- und Altenpflege zusammenzulegen.dpa



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