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Flammende Leidenschaft und loderndes Risiko

Personalbedarf ist hoch: Feuerwehren werben um Nachwuchs

Die aktiven Feuerwehrleute werden immer älter, die Menschen, die ihre Hilfe benötigen, aber auch. Und die Zahl der Nachwuchsbrandschützer steigt erst langsam wieder an. Von großen Problemen möchte Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke allerdings nicht sprechen. Dennoch gebe es Gutachten, die klaren Personalbedarf aufzeigen. „Da muss etwas getan werden. Da müssen Bürgermeister, Rat, Verwaltung und Ortsfeuerwehren Maßnahmen treffen, um Nachwuchs ranzuholen“, so seine Forderung.

veröffentlicht am 07.12.2017 um 16:30 Uhr
aktualisiert am 07.12.2017 um 20:53 Uhr

Feuerwehren sind wichtig für das Leben in der Stadt und auf dem Land - manche Veranstaltungen könnten ohne sie gar nicht stattfinden. Foto. fn
Karen Klages

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Karen Klages Reporterin zur Autorenseite
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Mit Imagekampagnen des Landes Niedersachsen habe man schon einige gute Ansätze in Richtung Nachwuchswerbung gemacht, dennoch: „Wir haben alle die Verantwortung, etwas voranzubringen, aber gefordert sind diejenigen, die vor Ort sind.“ Denn direkt vor Ort werde man es spüren, wenn es wie in Großenberg die Freiwillige Feuerwehr auf einmal nicht mehr gibt. Fusionen zweier oder gar mehrerer Feuerwehren seien eine Option – auf Nachwuchsarbeit zu setzen aber die weitaus bessere. Wo es Probleme gibt, zeige der Feuerwehrbedarfsplan: „Damit ist es einfacher geworden“, erklärt Wöbbecke. Ein Beispiel führt der Kreisbrandmeister aus Salzhemmendorf an. Am Stützpunkt Wallensen sind mehrere Ortsfeuerwehren untergebracht. „Es ist sinnvoll, diese Situation mal gutachterlich untersuchen zu lassen“. In Hameln und Coppenbrügge gibt es bisher keine Bedarfsplanung; laut Wöbbecke derzeit auch nicht notwendig, da hier der Ist-Zustand in Ordnung sei.

Was die Fahrzeuge der Freiwilligen angeht, so sagt Wöbbecke: „Wir sind derzeit gut ausgestattet.“ Dennoch seien einige Fahrzeuge überaltert, der Bedarf sei aufgezeigt worden, doch in einigen Gemeinden gibt es einen Investitionsstau – und das Thema Brandschutz, das wie ein Damoklesschwert über dem Haushalt der Kommunen hängt. Natürlich weiß der Kreisbrandmeister: „Das Geld geht irgendwann zu Ende. Die Verwaltung muss genau abwägen, für was sie wieviel ausgibt“. Daher gehen einige Orte eigene Wege: „Wir bemühen uns, das Ganze auf andere Füße zu stellen“, sagt Rohrsens Ortsvorsteher Jobst-Werner Brüggemann (CDU). Heißt konkret: Die Kosten für den Brandschutz am Feuerwehrhaus Rohrsen – von der Stadt mit 60 000 Euro veranschlagt – sollen günstiger werden.

Brüggemann ist dabei, einen Förderverein ins Leben zu rufen. Dieser werde dann die Brandschutzmaßnahmen am Feuerwehrhaus in Rohrsen umsetzen. Mit einem Unternehmer hat sich Brüggemann bereits am Feuerwehrhaus getroffen – ein Angebot hat der Ortsvorsteher schon vorliegen. Die Kosten betragen „auf jeden Fall wesentlich weniger als 60 000 Euro“. „Das ist auf jeden Fall ein Ansatz“, so Wöbbecke. Es sei wichtig, dass die Freiwilligen Feuerwehren einsatzbereit blieben – und dazu gehören auch Aus- und Fortbildungen in den Feuerwehrhäusern. „Wir können uns ja nicht vor das Feuerwehrhaus stellen und auf der Straße unterrichten“, so Wöbbecke. Von einem „Tod auf Raten“ spricht Afferdes Ortsbürgermeister Björn Lönnecker (SPD), wenn sich die Freiwilligen nicht mehr in ihrem Feuerwehrhaus treffen könnten. Neben den Übungsabenden stehe auch die Kameradschaftspflege im Vordergrund: Etwas, das der Jugendwart der Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Hameln nur allzu gut weiß. Das Thema Brandschutz, so vermutet Lönnecker, werde die Verwaltung noch lange beschäftigen.

„Wir können uns ja nicht vor das Feuerwehrhaus stellen und auf der Straße unterrichten.“ Frank Wöbbecke, Kreisbrandmeister
  • „Wir können uns ja nicht vor das Feuerwehrhaus stellen und auf der Straße unterrichten.“ Frank Wöbbecke, Kreisbrandmeister

Die Institution Feuerwehr – sie ist wichtig – auch für das Leben in der Stadt und auf dem Land. Ob Pflaster- und Felgenfest oder Aufführungen im Theater Hameln und im Konzerthaus Bad Pyrmont, wo ständig Freiwillige als Brandsicherheitswache zugegen sind: „In Afferde ist die Feuerwehr mein erster Ansprechpartner“, sagt Lönnecker, wenn es zum Beispiel ums Tannenbaumaufstellen oder den Laternenumzug geht. „Ohne die Feuerwehr könnten manche Veranstaltungen nicht stattfinden.“

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