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Nach den Angriffen auf Schüler in Springe fordern Eltern Gespräche

Opfer wird lebenslang leiden

Springe (ric). Nach mehreren Vorfällen rund um Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) werden Forderungen aus der Elternschaft immer lauter, den Problemen um Mobbing und Gewalt auf den Grund zu gehen. „Es müssen dringend vernünftige Gespräche geführt werden“, fordert die Mutter des Jungen, der vergangene Woche zusammengeschlagen wurde.

veröffentlicht am 14.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 13:41 Uhr

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Drei Stunden dauerte gestern die Operation, die der 13-Jährige an der Augenklinik der Medizinischen Hochschule durchmachen musste. Glücklicherweise sei alles gut verlaufen, berichtet die Mutter, allerdings werde der Junge sein Leben lang Spätfolgen haben. Die Mutter möchte, dass das OHG auch in puncto Facebook verstärkt Aufklärung betreibt – das soziale Netzwerk werde gerade von den Jugendlichen als Mobbing-Instrument missbraucht.

Gegenüber dieser Zeitung hatte Schulleiterin Dr. Kerstin Prietzel gesagt, ihr Kollegium würde gerne reagieren, sei aber auf konkrete Hinweise angewiesen. Unterstützung externer Fachleute soll sich die Schule zumindest noch nicht bei der Polizei eingeholt haben: „Wenn die Schule Hilfe braucht, sollte das über die Schulleitung kommen“, findet Kontaktbeamter Karl-Heinz Friedrich. Problematisch: Von üblicherweise drei Schulpaten kann die Polizei durch personelle Engpässe zurzeit nur eine Person mit dieser Aufgabe betreuen. Friedrich weist allerdings auf das Präventionsteam der Polizeidirektion (sitzt in Garbsen) hin – das würde vor Ort arbeiten, wenn es denn angefordert werde.

Interne Hilfsangebote gebe es genügend, so Beratungslehrer Arnold Enzweiler. Er sagt allerdings auch, dass Schule nur einen Teil der Öffentlichkeit darstellen könne. Die Frage sei auch, wie Eltern ihre Kinder erziehen, denn: „Mobbing geht nach dem Unterricht weiter.“ Mangelt es diesem achten Jahrgang an Einfühlungsvermögen? „Die Jugendlichen befinden sich mitten in der Pubertät, da entstehen Gruppendynamiken“, weiß Enzweiler. Jungs würden ihre Männlichkeit unter Beweis stellen wollen, Mädchen würden Schönheitsidealen aus dem Fernsehen nacheifern – wer nicht ins Schema passe, bekomme den Druck zu spüren.

Nach dem Tod des 14-Jährigen, der sich wahrscheinlich infolge von Mobbing das Leben genommen haben soll, sei an der Schule viel gearbeitet worden, sagt der Beratungslehrer. 1300 Kinder und Jugendliche saßen Ende Januar zu Schweigeminute und Ansprache zusammen – „in ganz tiefer Betroffenheit“.

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