weather-image
13°

Was sich Eltern einfallen lassen, um ihre Kinder beim Kita-Streik betreut zu wissen

Oma sei Dank!

Weserbergland. Einen Tag passt Omi auf, danach die Nachbarin und am Mittwoch sind die Eltern eines anderen Kindes dran: Angesichts des drohenden Kita-Streiks über mehrere Tage machen sich Kita-Eltern im Weserbergland auf einiges gefasst und planen, wo sie den Sprössling am besten unterbringen.

veröffentlicht am 29.04.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:21 Uhr

270_008_7711674_wb102_3004.jpg

Autor:

von JUlia Rau
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Für uns ist das kein Problem, wir sind beide zu Hause“, sagt Sieglinde Thiele dazu. Sie und ihr Mann passen beim Streik auf den Enkelsohn auf. So hält es auch Zihniye Kordere. Ihre beiden Enkel holt sie ohnehin täglich aus dem Kindergarten „Zwergenland“ in Hessisch Oldendorf ab. Diese Lösung steht allerdings längst nicht allen Eltern offen. Wer arbeiten muss und keine Verwandten in der Nähe hat, muss rechtzeitig planen, wo die Kinder hinsollen. „Das ist gar nicht so einfach. Die Aushänge, dass gestreikt wird und es eine Notgruppe gibt, hängen ja nicht sehr lange“, sagt Laura Hänke aus Hessisch Oldendorf. Wer ein paar Tage hintereinander kein Auge für das Schwarze Brett hat, hat unter Umständen keine Möglichkeit mehr, noch in die Notgruppe zu kommen. „Zur Not muss ich Urlaub nehmen oder Überstunden abbummeln“, sagt Hänke. Mit den drei Wochen im Sommer, in denen viele Kitas geschlossen haben, ist der Jahresurlaub damit fast komplett verplant. Dazu kommen Tage, an denen Erzieher auf Schulungen sind. Auch dann gibt es Notgruppen, die in Hessisch Oldendorf sogar extra bezahlt werden müssen, wie die junge Mutter sagt.

Der Chef von Nicole Klenke richtet bei längeren Streiks eine Notfallkinderbetreuung auf der Arbeit ein. Für einzelne Tage halten auch bei ihr die Großeltern her. „Wenn die nicht können, müssen wir Freunde oder Nachbarn fragen.“ Sie hat drei Kinder, zwei gehen in Flegessen in die Kita. „Ich weiß allerdings nicht, wie Bad Münder sich das bei einem längeren Streik vorstellt“, so Klenke. Ein Vater aus Hessisch Oldendorf zerbricht sich über die Sorgen anderer erst gar nicht den Kopf. „Ich bin da ganz rigoros. Betreuung ist eine Leistung, auf die ich rechtlichen Anspruch habe, wenn der nicht erfüllt wird, gibt es Ärger“, sagt er. „Zur Not setze ich dem Bürgermeister meine Kinder auch auf den Schoß.“ Doreen Kramosch hat eine ganz andere Idee: „Wir haben Elternabend im Zwergenland, da werde ich mal versuchen, die Eltern zu mobilisieren, sich in der Notgruppe einzutragen. Das wird der Super-GAU.“

Jasmine Wevers versucht lieber, Schichten zu tauschen, „oder den Chef um unbezahlten Urlaub anzubetteln“. In Notgruppen dürfen übrigens nicht alle Kinder. Ist der Andrang zu groß, haben Berufstätige Vorrang. „Letztes Mal wurde nicht so genau kontrolliert, weil wenige das Angebot nutzten. Ich denke aber, je länger der Streik dauert, desto mehr Kinder werden in Notgruppen angemeldet“, sagt Miriam Skoruppa aus Zersen. Dann entscheidet ein Merkblatt, wer Not hat und wer nicht. Und wenn wirklich alle streiken? „Dann gibt es auch keine Notgruppe“, so Gerd Kube aus der Stadtverwaltung Hessisch Oldendorfs.

Wer nimmt das Kind, wenn die Erzieher in städtischen Kitas erneut streiken? Darüber werden sich in nächster Zeit etliche Eltern Gedanken machen müssen. jmr



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?