weather-image
22°
Wohl noch bis zum Sommer Baustelle / Spritzbetonschale weist Fehler auf

Ohrberg bleibt Baustelle: Stützmauer braucht Stütze

EMMERTHAL. Jetzt ist das Bauwerk an der Bundesstraße noch vor seiner Fertigstellung zu einem Sanierungsfall geworden. Eine Stützwand am Ohrberg muss nachgebessert werden. Noch rund drei Wochen, dann sollte mit den eigentlich abschließenden Arbeiten an der Langzeitbaustelle unter dem Ohrberg begonnen werden.

veröffentlicht am 20.03.2017 um 18:10 Uhr
aktualisiert am 20.03.2017 um 18:49 Uhr

Löcher am Sockel und poröser Beton an der der Fläche. Die 300 Meter lange Stützmauer muss vor Fertigstellung saniert werden. Foto: fn
Frank Neitz

Autor

Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
Weiterlesen mit Ihrem Digital-Abonnement
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Hatte der Straßenbau in Deutschland vor Jahren noch eine andere Qualität? Straßen „Made in Germany“ hielten äußerst lange, schienen erst nach Jahrzehnten reif für eine Sanierung zu sein. Und heute? Nach dem Bau der Münsterbrücke traten im Beton Risse auf, mussten aufwendig gefüllt werden. Jetzt ist ein Bauwerk an einer Bundesstraße noch vor seiner Fertigstellung zu einem Sanierungsfall geworden. Eine Stützwand am Ohrberg muss nachgebessert werden.

Noch rund drei Wochen, dann sollte mit den eigentlich abschließenden Arbeiten an der Langzeitbaustelle unter dem Ohrberg begonnen werden. Während der Osterferien wird die Bundesstraße 83 zwischen Ohr und Klein Berkel beidseitig gesperrt. Der Fahrbahnbelag wird zwischen der Ottostraße am Ortsausgang von Klein Berkel bis zur Kreuzung in Ohr komplett saniert.

Es sollten die letzten Arbeiten sein, bevor unter dem über drei Millionen Euro teuren Hangsicherungs-Projekt endlich ein Schlussstrich gezogen werden kann. So war es jedenfalls geplant. Doch mittlerweile traten offene Mängel an einer Stützmauer zutage. Die Spritzbetonvorsatzschale der nördlichen von zwei gebauten Mauern sei nicht ordnungsgemäß verputzt worden, heißt es aus der Landesbehörde für Straßenbau.

Bunte Farbstriche zeigen an: Hier sind Mängel. Foto: fn
  • Bunte Farbstriche zeigen an: Hier sind Mängel. Foto: fn

Rote Kreise, blaue Striche, gelbe Punkte. Bunte Farbtupfer zieren inzwischen die graue Betonmauer. Doch Graffiti-Künstler waren unterhalb des Ohrbergs nicht am Werk. Dort sind die Bereiche gekennzeichnet worden, an denen Fachleute Mängel entdeckt haben und die Betonqualität nicht stimmen soll – an losen Stellen in der Fläche und Löchern am Sockel.

„Die Betonqualität, die wir brauchen, ist einfach nicht gegeben. Spritzbeton ist eine Methode eine tragfeste Betonschale herzustellen“, sagt Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereiches Hameln. Die geforderte Tragfähigkeit sei aber nicht gegeben. Die Oberfläche des Betons sei zu porös, so Brockmann.

„Und vor allen Dingen haben wir Stahl verarbeitet, der vor Korrosion geschützt werden muss. Dazu brauche ich eine Mindestüberdeckung mit einem qualitativ hochwertigen Beton. Und die ist am Ohrberg nicht hergestellt. Deshalb kann das so nicht bleiben“, erklärt der Straßenbauexperte.

Ohne die erforderlichen Nacharbeiten könne keine Verblendung der Mauer erfolgen. Der komplette Bereich der rund 300 Meter langen Stützmauer soll mit einer rötlichen Mauer aus Wesersandstein optisch aufgewertet werden. Bauarbeiter sollten bereits Anfang dieses Jahres Steine in die Hand nehmen und mit dem Verblenden der Betonmauer beginnen.

An der geplanten 14-tägigen Vollsperrung während der Osterferien werde festgehalten, heißt es von der Behörde am Hamelner Roseplatz. „Am 8. April wird eingerichtet, damit zwei Tage später mit dem Fräsen losgelegt werden kann“, teilt Brockmann mit. Pünktlich zum 22. April soll die Fahrbahn fertig saniert sein.

Eine Woche vor der Vollsperrung werden am Ohrberghang erneut Ampeln aufgestellt. Dann sollen die erkannten Mängel beseitigt werden. Der Verkehr wird wechselseitig an der eingerichteten Tagesbaustelle vorbeigeleitet. Geplant sei, am 24. April mit den aufgeschobenen Steinsetzarbeiten zu beginnen – auch unter Ampelregelung.

Die Verblendungsarbeiten sollen gut drei Monate in Anspruch nehmen, wie Markus Brockmann sagt. Mit Abschluss der Fahrbahnsanierung soll jedoch die zum Ohrbergpark und dem Solarforschungsinstitut führende Straße wieder befahrbar sein.

Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare