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Vor Gericht: Monteur kracht mit Opel in Betonschutzwand

Ohne Führerschein auf A 2 unterwegs

RINTELN. Nach einem Unfall auf der A 2 bei Bad Eilsen muss sich nun ein Monteur aus dem Ruhrgebiet vor dem Amtsgericht verantworten. Dem Mann wird vorgeworfen, er sei nach der Einnahme von Methadon rauschmittelbedingt fahruntüchtig gewesen. Außerdem hatte er zur Tatzeit im November 2020 keinen Führerschein.

veröffentlicht am 08.09.2021 um 11:00 Uhr

Bei Aquaplaning nach starkem Regen war der Monteur mit seinem Opel gegen die Schutzwand geprallt. Fraglich ist dabei, ob für den Unfall das Methadon oder ein technischer Mangel am Auto durch eine abgebrochene Feder verantwortlich ist.

An einem Morgen im November verpasste der Angeklagte an seinem Wohnsitz im Ruhrgebiet die Bahn, mit der er zu seiner Arbeitsstelle fahren wollte. Er war zu jener Zeit auf Montage und hatte Angst, seinen Job zu verlieren. Deshalb nahm er reflexartig das Auto einer Familienangehörigen und fuhr damit zu seinem Einsatzort. Einen Führerschein hatte der Mann nicht, gut ein Jahr zuvor wurde ihm die Fahrerlaubnis für zwölf Monate entzogen. Er war der Auffassung, da das Jahr schon abgelaufen sei, würde er den Führerschein quasi automatisch wieder zugeschickt bekommen.

„Es tut mir leid. Es war dumm von mir, was ich gemacht habe“, sagte er über das Geschehen. Während der Woche auf der Montage fuhr er dann bei seinem Vorarbeiter mit. Für den Rückweg ins Ruhrgebiet nahm er wieder den Opel. An jenem Vormittag regnete es stark, es gab Aquaplaning auf der A 2 bei Bad Eilsen. Plötzlich hörte der Monteur ein knackendes Geräusch. Der Wagen rutschte nach links, drehte sich und kollidierte mit der Betonschutzwand.

Dem Vernehmen nach soll ein nachfolgender Verkehrsteilnehmer eine durchgebrochene Feder des Opels gefunden haben. „Es lag auf jeden Fall nicht an meiner Fahrtüchtigkeit“, stellte der Monteur klar. Er wird seit zehn Jahren mit Methadon substituiert. Im Rahmen der Substitution wird Methadon normalerweise als Ersatzmittel für Heroin eingesetzt. Die Einnahme erfolge so gegen 17 Uhr, nach der Arbeit, berichtete der Angeklagte. Der Unfall auf der A 2 ereignete sich aber gegen 11 Uhr.

Nun soll ein medizinisches Sachverständigengutachten eingeholt werden, das über die Frage seiner Fahrtüchtigkeit Auskunft gibt. Darüber hinaus müssen weitere Zeugen zu dem Unfallgeschehen auf der Autobahn gehört werden. Letztlich wurde die Hauptverhandlung ausgesetzt und wird in einigen Monaten noch einmal von vorn beginnen. maf



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