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Zeugenaussagen wichtiger als Dateien

Oberstaatsanwalt: Neue Funde aus Lügde nicht relevant

LÜGDE/DETMOLD / BIELEFELD. Wo hat sich der Elbrinxer Missbrauchs-Hauptverdächtige Andreas V. seine Opfer gesucht? Wieviele von ihnen leben oder lebten in dem mindestens zehn Jahre umfassenden Tatzeitraum im Raum Lügde, und wieviele anderswo?

veröffentlicht am 17.04.2019 um 21:13 Uhr

Der Leitende Oberstaatsanwalt Ralf Vetter ist sicher, „dass die vorhandenen Beweismittel für eine Überführung der Täter ausreichen werden“. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Solchen Fragen, deren Beantwortung zum Beispiel Rückschlüsse erlauben könnte auf die vor Ort notwendigen Hilfsangebote, müssen Journalisten an die Kripo Bielefeld richten. Die Antworten aus deren Pressestelle fielen schon bisher meist eher knapp aus. Seit die Ermittler wegen des Verzichts auf eine noch gründlichere Durchsuchung von Andreas V.s Elbrinxer Camping-Parzelle inklusive Demontage in der Kritik stehen, wollen sie sich nun nicht mehr äußern.

Der Leitende Oberstaatsanwalt Ralf Vetter aus Detmold teilte am Mittwoch schriftlich mit, ab sofort würden „Presseanfragen zum Verfahrensstand und zur Anklage nicht mehr beantwortet“. Er begründet das mit einer Richtlinie für Strafverfahren. Der zufolge darf die Öffentlichkeit über die Anklageerhebung und Einzelheiten der Anklage erst unterrichtet werden, wenn der Beschuldigte die Anklageschrift erhalten hat.

Also gab es am Mittwoch aus Bielefeld auch keine Antwort auf die Frage, warum die Ermittler am Dienstag einen offenbar zuvor übersehenen und deshalb ohne vorherige Durchsuchung entrümpelten Blechschuppen abtransportieren ließen (wir berichteten).

Zusammenfassend erklärte Oberstaatsanwalt Vetter am Dienstag, „dass die vorhandenen Beweismittel für eine Überführung der Täter ausreichen werden“. Die Zeugenaussagen seien als Beweise viel relevanter als die Dateien.

Die Funde der Entrümpler beim Abriss von Andreas V.s Parzelle nennt Vetter „nicht beweiserheblich“. Diese überwiegend veralteten Datenträger ungeklärter Herkunft besäßen „keinerlei Relevanz und haben das Ermittlungsverfahren auch in keiner Weise gefördert“. Die Tatorte auf dem Campingplatz seien seit ihrer Freigabe am 27. März keine Polizei-Einsatzorte mehr.

Ziel der Ermittlungen sei ein zügiger, sachgerechter Abschluss des Verfahrens. Deshalb konzentrierten sich Staatsanwaltschaft und Polizei jetzt auf die vorliegenden, sichergestellten und verfahrensrelevanten Beweise.

Die Auswertung der 14 Terabyte Datenmaterial sei weit vorangeschritten, hatte der Jurist Anfang der Woche gegenüber dieser Zeitung gesagt. Falls bis zum Prozessbeginn noch nicht alle sichergestellten Datenträger ausgewertet seien, liefen die Untersuchungen daran selbstverständlich weiter. Relevante Erkenntnisse daraus würden auch in das Verfahren eingeführt werden.

Auf dem Elbrinxer Campingplatz soll Dauercamper Andreas V. (56) mit einem Komplizen (34) über Jahre hinweg Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Die beiden Verdächtigen sowie ein 48-Jähriger aus dem Stade sitzen in Untersuchungshaft. Bisher sind 40 Opfer ermittelt.



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