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Wie sich das Erwerbsleben wandelt

Niedersächsisches „Zentrum für gute digitale Arbeit und Mitbestimmung“ eröffnet

SPRINGE. Springe ist ab sofort Anlaufpunkt für Betriebsräte, Personalräte, Vertrauensleute und Beschäftigte aus ganz Niedersachsen rund um das Thema Digitalisierung und deren Folgen für das Arbeitsleben. Am Wochenende wurde das Niedersächsische Zentrum für gute digitale Arbeit und Mitbestimmung in der Heimvolkshochschule (HVHS) eröffnet – mit etlichen prominenten Gästen.

veröffentlicht am 07.08.2017 um 09:32 Uhr

Feierlicher Augenblick – von links: HVHS-Leiter Tobias Gombert, Minister Olaf Lies, Mitarbeiterin Dr. Petra Köster, HVHS-Vereinsvorsitzender Wolfgang Jüttner und HVHS-Leiter Michael Giffhorn. Foto: eaw
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Ernst August Wolf Reporter
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„Der digitale Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft ist nicht zu stoppen“ – vielmehr komme es darauf an, ihn sinnvoll zu begleiten, und zu gestalten, meint etwa Prof. Dr. Axel Haunschild von der Leibniz-Universität Hannover. Zwei Tage lang diskutierten Experten in der HVHS im Rahmen des „Springer Dialogs“ unter dem Motto „Digital und gerecht? – Arbeit und Gesellschaft von morgen“ Aspekte des digitalen Wandels.

Das Thema ist ebenso aktuell wie kontrovers. Keineswegs sei das „Ende der Arbeit“ in Sicht, so die ehemalige SPD-Generalsekretärin und Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium, Yasmin Fahimi. Arbeitszeiterfassung, problematische Flexibiliätskompromisse, Datenschutz und Datensouveränität, digitale Grundbildung, die ganze Bandbreite an Themen, die ein neues Verständnis von Arbeit erfordert, wurde angerissen. „Die Rechte, die wir in der analogen Gesellschaft erkämpft haben, müssen in der neuen digitalen Arbeitswelt verteidigt werden“, fasste Dr. Petra Köster, die den „Springer Dialog“ inhaltlich vorbereitet hatte, die Zielsetzung zusammen.

Anschaulich verdeutlichte Serge Embacher vom Bundesnetzwerk Bürgergesellschaft die Probleme. „Von Huxley zu Zuckerberg – schöne neue Welt, aber nicht für alle?“, so sein Thema. Es sei höchste Zeit, sich über Formen und Folgen der Digitalisierung systematisch Gedanken zu machen. Bei strömendem Regen am Sonnabendvormittag eröffnete der Niedersächsische Wirtschaftsminister das „Niedersächsische Zentrum für gute digitale Arbeit und Mitbestimmung“. „Hier wollen wir über den Tellerrand hinaus denken“, so Olaf Lies zur Aufgabe der neuen Einrichtung.

Vertreter der Stadt Springe waren zur Eröffnung nicht erschienen. Der Bürgermeister hatte vor Tagen abgesagt, ein Vertreter war nicht gekommen. „Ich schäme mich“, kommentierte SPD-Ratsherr Harald Peter Malz das Fernbleiben. Nicht einmal zu einem Grußwort hatten sich die Verantwortlichen aufraffen können. Springe wird zum niedersächsischen Zentrum der Diskussion über Digitalisierung, die Stadt glänzt durch Abwesenheit. Eine Tatsache, die die reichlich erschienene Politprominenz mit einem bedauernden Achselzucken kommentierte.

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