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Viele weitere Abdrücke in Sandsteinbrüchen vermutet / Arten werden derzeit bestimmt

Neue Dino-Spuren entdeckt

OBERNKIRCHEN. In den Obernkirchener Sandsteinbrüchen sind bei Arbeiten neue Dinosaurier-Spuren entdeckt worden. Noch sind nicht alle Arten, die dort ihre Abdrücke hinterlassen haben, bestimmt worden. Fest steht aber bereits jetzt: So viele Spuren unterschiedlicher Arten von Raubsauriern und Pflanzenfressern auf einer großen Flächen sind äußerst selten.

veröffentlicht am 13.10.2018 um 09:10 Uhr

Bei Arbeiten im Westbruch sind neue Dinosaurier-Spuren gefunden worden. Derzeit werden sie freigelegt. Foto: Dinosaurierpark Münchehagen
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Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite
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Dort, wo dieser Tage ein Team von Präparatoren um Leiterin Lina Leschka vom Dinosaurierpark Münchehagen damit beschäftigt ist, uralte Fußabdrücke freizulegen, liefen vor 140 Millionen Jahren Dinosaurier. Erst vor kurzem wurde Leschka vom Betreiber der Obernkirchener Sandsteinbrüche darüber informiert, dass bei Arbeiten im Westbruch neue Dinosaurier-Spuren gefunden wurden. Die Präparatoren machten sich umgehend an die Arbeit. Noch sind nicht alle Arten, die dort ihre Abdrücke hinterlassen haben, bestimmt worden. Fest steht aber bereits jetzt, dass der Fund etwas ganz Besonderes ist.

„So viele Spuren auf einer so großen Fläche, dann gleich viele verschiedene Arten von Raubsauriern und Pflanzenfressern – das ist schon selten“, sagt Expertin Leschka. Gerade Spuren von Raubsauriern seien nicht so oft zu finden. Die Präparatorin geht davon aus, dass vor Jahrmillionen Jahren an dieser Stelle gleich mehrere Arten ihr Unwesen trieben.

Der Bereich, in dem jetzt große Radlader fahren und Sandstein auf dem Bückeberg abgebaut wird, war damals zum größten Teil mit Wasser bedeckt. „Es gab viele kleine Inseln, und die Dinosaurier sind von Insel zu Insel durch das etwa 1,20 Meter tiefe Wasser gelaufen“, erzählt Leschka. Dabei haben sie ihre Abdrücke in Obernkirchen hinterlassen.

Die Dinosaurierspuren haben sich im Sandstein erhalten. Foto: Dinosaurierpark Münchehagen
  • Die Dinosaurierspuren haben sich im Sandstein erhalten. Foto: Dinosaurierpark Münchehagen
Foto: Dinosaurierpark Münchehagen
  • Foto: Dinosaurierpark Münchehagen

Der Boden, auf dem die Saurier gelaufen sind, bestand aus Schichten von Sand und organischem Material. „Ohne die Schicht aus Pflanzenresten könnten wir die Abdrücke heute nicht sehen“, sagt Leschka. Nur weil die Schicht, die mit der Zeit zu Ton wurde, die diversen Sandschichten trennte, sind die Abdrücke heute im Stein zu erkennen.

Wie Kriminaltechniker an einem Tatort sind Leschka und ihre Kollegen derzeit dabei, die Fußspuren in den Sandsteinplatten zu sichern. „Teilweise befindet sich noch viel Sand und Staub auf den Spuren. Die müssen zunächst weggeputzt werden“, sagt die Dino-Expertin. Die Arbeiten ziehen sich hin. Das Experten-Team kann nur dann arbeiten, wenn es zwei Tage vorher nicht geregnet hat und der Sandstein staubtrocken ist. Über manchen Spuren dürfte eine meterhohe Sandsteinschicht liegen, die zunächst aber noch abgetragen werden muss. Daher ist noch nicht klar, wie viele Dino-Spuren künftig noch gefunden werden können. „Wahrscheinlich ist die Fläche, auf der wir Abdrücke finden werden, noch viel, viel größer – das wird sich erst später zeigen“, sagt Leschka.

Schon jetzt kann die Dinosaurier-Spezialistin aber sagen, dass besonders viele verschiedene Dinos auf der Fläche unterwegs waren. „Das zeigen die unterschiedlich großen Abdrücke im Sandstein.“ Teilweise überlappen sich die Abdrücke sogar. „Wenn wir so viele Fußabdrücke auf einer Fläche finden und sie sich sogar überlappen, nennen wir die Schicht Hühnerhof, weil es daran erinnert, wenn Hühner in einem Stall hin- und herlaufen“, sagt Leschka.

Wenn alle Spuren freigelegt worden sind, werden Experten des Landesmuseums in Hannover die Fußabdrücke unter die Lupe nehmen. „Anhand von anderen Funden, bei denen auch Knochen von Dinosauriern gefunden wurden, können die Abdrücke den Arten zugeordnet werden“, sagt Leschka. Erst dann steht fest, welche Spezies damals durch das heutige Obernkirchen gelaufen sind.

Bei einer Art sind sich die Experten aber schon jetzt mehr als sicher, dass sie ihre Spuren hinterlassen hat. „Mit großer Wahrscheinlichkeit haben wir Fußabdrücke des pflanzenfressenden Sauriers Iguanodon gefunden.“

Die Abdrücke des rund 2,5 Meter hohen Riesen sind um die 40 Zentimeter groß. Bei den Raubsauriern sind sich die Experten noch nicht sicher. „Da gibt es einfach zu viele Möglichkeiten“, sagt Leschka. Deshalb ist derzeit noch unklar, ob in Obernkirchen womöglich Spuren von neuen Arten entdeckt werden. Leschka hält das für unwahrscheinlich, aber möglich. Die Forscher hoffen, dass der Steinbruchbesitzer zustimmt, dass die Spuren aus dem Bruch gebracht und ausgestellt werden. „Andernfalls würden die Spuren nach der Untersuchung zerstört.“



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