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Einige Bauwerke bislang nicht in Kostenplanung

Neubau auf dem Linsingen-Areal: 50 Millionen für Selbert-Schule

HAMELN. Drei Jahre sind vergangen – und die ursprüngliche Kostenplanung ist dahin. Von anfangs 32 Millionen Euro ist die Investitionssumme für das Hameln-Pyrmonter Prestigeobjekt auf rund 50 Millionen Euro angestiegen. Es ist Geld, das der Landkreis Hameln-Pyrmont für den Neubau der Elisabeth-Selbert-Schule auf dem Gelände der ehemaligen Linsingen-Kaserne in Hameln ausgeben will.

veröffentlicht am 30.11.2017 um 18:20 Uhr
aktualisiert am 23.05.2018 um 15:39 Uhr

Auf dem nördlichen Teil des Linsingen-Geländes in Hameln soll der Neubau der Elisabeth-Selbert-Schule entstehen. Die Kasernengebäude sollen abgerissen werden. Foto: mafi
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Politisch ist das Großprojekt weitgehend unumstritten; zanken dürfte sich die Kreispolitik nun trotzdem noch – über die Art und Weise der Baudurchführung.

Soll der Landkreis selbst jeden einzelnen Auftrag für den Neubau vergeben oder holt er einen sogenannten Totalunternehmer ins Boot, der Planungs- sowie Bauphase verantwortet und dementsprechend auch die Aufträge an die jeweiligen Spezialfirmen vergibt?

Hilfestellung bei dieser Entscheidung könnte den Politikern die jüngste Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudie des Planungsbüros Sikma, die am Donnerstag vor den gemeinsam tagenden Schul- und Bauausschüssen vorgestellt wurde, sein. Je nachdem, wie Politik am Ende urteilt, wird sich voraussichtlich auch die 50-Millionen-Marke noch nach oben oder unten entwickeln.

Information

Die Bauvorhaben der ESS im Einzelnen

Landkreis Hameln-Pyrmont und Stadt Hameln wollen gemeinsam auf dem Linsingen-Areal einen Bildungscampus schaffen. Der Kreis konzentriert sich auf den nördlichen Teil, rund 52 000 Quadratmeter. Für den Neubau der Elisabeth-Selbert-Schule stehen an:

Schulgebäude: Knapp 10 000 Quadratmeter Nutzfläche wird der Neubau haben. Darin sind allgemeine Unterrichtsräume, Fach- und Verwaltungsräume sowie Sanitäranlagen untergebracht. Geschätzte Kosten je nach Variante: zwischen 30 und 33,5 Millionen.

Sporthalle: Geplant ist eine abtrennbare Dreifeld-Halle inklusive einer Tribüne, die auf maximal 199 Menschen ausgelegt ist. Kosten: zwischen 5,9 und 6,5 Millionen Euro.

Parkdeck: 220 Stellplätze für Auto, 20 Plätze für Motorräder und drei Garagen für Geräte sollen entstehen. Dazu sollen zwei Ebenen für Parker entstehen. Kosten: zwischen 4,8 und 5,3 Millionen Euro.

Mensa: Die Kasernenmensa bleibt erhalten, soll aber mit dem Schulgebäude verbunden werden. Geschätzte Kosten: 1,8 Millionen Euro.

Außengelände: Rund 41 000 Quadtratmeter bleiben für Wege und Grünflächen. Kosten: zwischen 2,9 und 3,1 Millionen Euro.

Die Kostensteigerung rief bei den Ausschussmitgliedern indes wenig Überraschung hervor. Damit hatte man wohl auch gerechnet. Wie der Sikma-Ingenieur Alexander Müller den Gremien erklärte, gibt es nun andere Bedingungen als noch im Jahr 2014, als er bereits schon einmal eine Wirtschaftlichkeitsstudie zur Selbert-Schule vorgestellt und darin nach eigenen Angaben 32 Millionen Euro als Investitionssumme ausgewiesen hatte. „Die Studien kann man nicht vergleichen“, sagte er am Donnerstag. „2014 sind wir davon ausgegangen, dass zum Teil saniert und zum Teil neu gebaut wird“, so Müller.

Inzwischen ist es anders gekommen: Politik und Kreisverwaltung wollen die Zentralisierung aller Standorte der Elisabeth-Selbert-Schule auf dem Linsingen-Gelände.

Weil 2014 unter anderem das geplante Parkdeck für 220 Autos (rund 5 Millionen Euro) oder die Mensa (1,8 Millionen) in die Studie eingeflossen sind, so Müller weiter, kommt es nun zu den erhöhten Kosten.

Die Tendenz der Sikma-Planer: Die Vergabe eines Auftrags an einen Totalunternehmer stellt die vorteilhafteste und günstigere Variante dar“. Nach derzeitigen Berechnungen belaufen sich die Kosten für einen Totalunternehmer auf etwa 45,8 Millionen Euro. Macht die Kreisverwaltung es in Eigenregie, wären es sogar 50,6 Millionen Euro.

Nicht eingerechnet – und dies wäre bei beiden Varianten gleich: Die Schule braucht auch noch Möbel. Macht 3,45 Millionen Euro obendrauf. Dazu müssen die bestehenden Kasernengebäude noch abgerissen werden: plus 3,4 Millionen. In etwa.

Mein Standpunkt
Lars Lindhorst
Von Lars Lindhorst

Es fällt schwer, die Nullen der Summen zu zählen, die in Stadt und Landkreis derzeit für laufende und anstehende Bauprojekte aufgerufen werden. Unter dem Eindruck von Milliarden(!)-Überraschungen wie bei „Stuttgart 21“ mögen wir uns irgendwie an astronomische Höhen gewöhnt haben. Doch gerade dann lohnt ein geschärfter Blick aufs Detail: Investitionen in Bildung – alles in Ordnung. Aber warum muss ein Schulparkplatz denn 5 Millionen Euro kosten?

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