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Sanierungsprofis legen Hand an / Noch kein Gutachten zur Schadenshöhe

Nach Gülle-Unfall in Eimbeckhausen: Keller wird entkernt

Eimbeckhausen. Auch knapp drei Wochen, nachdem ein Gülle-Transporter gegen das Haus von Frieda Dolle gekippt ist und seine Ladung in den Keller gelaufen ist, hat sich der Gestank noch nicht verzogen. Die Entkernung des Kellers soll jetzt Abhilfe schaffen.

veröffentlicht am 09.04.2016 um 15:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:54 Uhr

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Autor:

Mira Colic
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Auf den ersten Blick ist nicht wirklich etwas Ungewöhnliches zu erkennen, aber wenn man sich dem Haus Nummer 32 an der Nienstedter Straße in Eimbeckhausen nähert, ist der Geruch nach Gülle unverkennbar da. Auch knapp drei Wochen, nachdem ein Gülle-Transporter gegen das Haus von Frieda Dolle gekippt ist und seine Ladung in den Keller gelaufen ist, hat sich der Gestank noch nicht verzogen. Die Entkernung des Kellers soll jetzt Abhilfe schaffen.

Am Mittwoch wurde auf dem Grundstück ein Container aufgestellt. Gestern waren Mitarbeiter eines Unternehmens vor Ort, das sich auf Sanierungen nach Brand- und Wasserschäden spezialisiert hat. So ein Fall wie hier in Eimbeckhausen ist ihnen aber wohl noch nicht unter die Nase gekommen. Nur mit Mundschutz haben die drei Männer die betroffenen Räume betreten. Der Keller muss von Grund auf entkernt werden. Das bedeutet, dass nicht nur die alte Sauna Holzleiste für Holzleiste rausgerissen werden muss – auch den Betonboden haben die Profis herausgestemmt. „Die Gülle hat einfach alles durchdrungen, das Mauerwerk und den Boden“, erklärt Tochter Stephanie Herzfeldt die Maßnahme gestern im Gespräch mit dieser Zeitung.

Nachdem vor Ostern eine Reinigungsfirma vor Ort gewesen sei, habe es einen Tag gut gerochen. Danach sei der Gestank aber zurückgekehrt. „In den Wohnräumen meiner Mutter kommt von dem Geruch nicht viel an, aber bei ihrer Mieterin schon“, so Herzfeldt, die ihrer Mutter die Gespräche mit der Versicherung, dem Gutachter – und der Presse – abnimmt. Das Medieninteresse ist auch fast drei Wochen nach dem Gülle-Unfall in Eimbeckhausen ungebrochen. Kürzlich hat der NDR erneut bei Frieda Dolle gedreht, Radiosender haben sich nach dem Stand der Dinge erkundigt. Viele Menschen interessiert das Schicksal der 76-Jährigen, in deren Keller 20 000 Liter Gülle gelaufen sind. Die Seniorin hofft indes, dass schnell Ruhe einkehrt, für sie ist der ganze Rummel zu viel. Deswegen ist Herzfeldt rund um die Uhr da. Sie lebt mit ihrer Familie nur wenige Meter entfernt.

Vor allem die Unsicherheit, wie und wann Geld von der Versicherung des Transportunternehmers kommt, beschäftigt die Familie. Noch habe sich der Gutachter nicht zu einer Schadenshöhe geäußert, erzählt Herzfeldt, die sich überrascht zeigt, wie lange sich solch ein Verfahren hinzieht. Sie hofft, dass die entstandenen Schäden vollständig übernommen werden. Bisher sei der Chef des Unfallfahrers sehr nett gewesen, sei sogar mit einem Präsentkorb bei ihrer Mutter vorbeigekommen. Das Haus von Frieda Dolle stammt aus dem Jahr 1907. „Dementsprechend weiß ich nicht, was es bedeutet, wenn uns nur der Zeitwert ersetzt wird“, sagt Herzfeldt. Der alte schmiedeeiserne Zaun, der bei dem Unfall komplett zerstört wurde, „und der genauso alt ist wie das Haus“, werde wohl kaum zu ersetzen sein. „Hier soll ja kein Palast entstehen, wir möchten einfach nur, dass der vorherige Zustand hergestellt wird.“

Gute Nachrichten gab es diese Woche immerhin von dem beauftragten Statiker. „Das Haus ist nicht einsturzgefährdet. Das nach zweieinhalb Wochen zu hören, war immerhin schön“, sagt sie mit einem gequälten Lächeln. Befürchtungen in diese Richtung hatte es gegeben, weil sich Risse an der Hauswand gebildet hatten.

Drei Mitarbeiter des Unternehmens Belfor, das sich auf Sanierungen nach Brand- und Wasserschäden spezialisiert hat, waren gestern bei Frieda Dolle mit der Entkernung des Kellers beschäftigt. Ihre Tochter Stephanie Herzfeldt hofft, dass sich damit der durch den Unfall (Kl. Bild) entstandene Gülle-Gestank verzieht.Colic/pr



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