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Vor dem Anzünden umschichten

Nabu warnt: Osterfeuer können Todesfalle für Tiere werden

WESERBERGLAND. Aufgeschichtete Holz- und Reisighaufen deuten vielerorts auf geplante Osterfeuer hin. Doch vor dem Anzünden sollte an Igel, Vögel oder Waldeidechsen gedacht werden, die sich dort eventuell versteckt oder Brutplätze eingerichtet haben. Die Osterfeuer könnten für sie zur Todesfalle und zum Scheiterhaufen werden, warnt der Nabu.

veröffentlicht am 19.04.2019 um 12:00 Uhr

Die Vorbereitungen für die traditionellen Osterfeuer laufen auf Hochtouren, überall sieht man hoch aufgetürmte Holzschnittberge. Foto: dpa

Autor:

Gabriele Müller

Auf jeden Fall sollte das Brennmaterial vor dem Feuer nochmals umgeschichtet werden. Das rettet nicht nur Vögeln und Igeln das Leben, sondern auch nützlichen Insekten, raten die Experten. Wenn ein Umschichten nicht möglich ist, sollten vorher die untersten 50 Zentimeter kurz mit einem Gartenschlauch gewässert werden.

Je lockerer das Material die ersten 30 bis 50 Zentimeter aufgeschichtet ist, umso unattraktiver sei der Haufen als Versteck für Wildtiere. Faustregel: Durch die untersten 50 Zentimeter sollte man hindurchschauen können.

Viele Tiere, so zum Beispiel der Hase und die Spitzmaus, nutzen die entstehenden Reisighaufen als Unterschlupf: Einige Vögel brüten sogar in den geschichteten Haufen. „In unserer ausgeräumten Landschaft sind Totholzhaufen attraktive und wichtige Lebensräume für Insekten und Amphibien. Aber auch Vögel wie Rotkehlchen und Zaunkönig sowie Säugetiere wie Igel und Wiesel sind dort zu finden“, führt Britta Raabe, Leiterin der Nabu-Regionalgeschäftsstelle Weserbergland, aus. Auch haben viele Vogelarten bereits mit dem Nestbau begonnen oder haben sogar schon vollständige Gelege.

Einige Vogelarten wie Zaunkönig, Rotkehlchen und Heckenbraunelle brüten bevorzugt in solchen Schnittguthaufen. Viele dieser Tiere sind gerade im Garten wichtige Helfer bei der Vertilgung unerwünschter oder lästiger Insekten. Reisig- und Holzhaufen, die auf diese Weise von Tieren als Brut- und Wohnstätte angenommen worden sind, dürfen nicht mehr durch Abbrennen zerstört werden. „Neu aufgeschichtetes Material sollte daher unmittelbar vor dem Entzünden umgeschichtet, ältere Haufen erst gar nicht mehr angerührt werden“, erklärt Britta Raabe.

Damit das Osterfeuer also nicht zur Todesfalle für die Kleintiere wird, ist es angeraten, das Schnittholz erst kurz vor dem Abbrennen aufzuschichten. So können die Tiere das geplante Osterfeuer nicht als Wohnstätte nutzen und beim Osterfeuer bei lebendigem Leibe qualvoll verbrennen. Sollte der Holz- und Reisigstapel schon vor längerer Zeit angelegt worden sein, darf er eigentlich nicht mehr durch Abbrennen zerstört werden. „Osterfreunde, die trotzdem nicht auf das traditionelle Feuer verzichten möchten, sollten das aufgehäufte Material am Tag des Anzündens vorher unbedingt vorsichtig umschichten“, appelliert Britta Raabe. So bekommen die Tiere die Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen. „Ein Abklopfen der aufgeschichteten Holzhaufen reicht keinesfalls aus“, sagt die Naturschützerin, da sich die Tiere aus Angst nur weiter verkröchen. Sogar bei Feuer verblieben sie schreckensstarr in ihrem Versteck und würden so den Feuertod erleiden.



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