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Neuberechnung nötig

Müllgebühren zu hoch: Kreisabfallwirtschaft muss 631 000 Euro ausgleichen

HAMELN-PYRMONT. Die letzte erstmals für 2016 beschlossene Gebührenerhöhung bei der Kreisabfallwirtschaft (KAW) ist offenbar zu üppig ausgefallen. Deshalb muss der Eigenbetrieb des Landkreises 631 000 Euro für einen Gebührenausgleich zurückstellen. Das wurde am Donnerstag dem für die KAW zuständigen Betriebsausschuss des Kreistags mitgeteilt.

veröffentlicht am 08.06.2017 um 20:03 Uhr

Zwei solcher Hakenliftfahrzeuge hat die KAW in ihrem Fahrzeugpark. Foto: wal
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Nach Angaben von KAW-Leiterin Sabine Thimm muss spätestens innerhalb von drei Jahren eine neue Berechnung der Gebühren erfolgen, da Gebühren grundsätzlich nur kostendeckend erhoben werden dürfen. Zunächst soll aber eine noch in diesem Jahr geplante Hausmüllanalyse erfolgen, um aus ihr weitere Schlüsse für die Zukunft ableiten zu können.

Insgesamt erlöste die KAW bei einem Gesamtumsatz von 15,4 Millionen Euro aus den Müllgebühren 12,7 Millionen Euro, ein Plus von 2,4 Millionen Euro im Vergleich zum Jahr 2015, in dem noch ein Minus von 984 000 Euro verbucht werden musste, das jetzt ausgeglichen werden kann. Nach der Rückstellung für den Gebührenausgleich verbleibt dem Betrieb ein Gewinn von 195 000 Euro. Davon sollen 103 000 Euro in die Gewinnrücklage zum Zweck von Erneuerungen eingestellt werden, weitere 20 000 Euro werden ebenfalls der Gewinnrücklage zugeführt. Dem Landkreis zahlt die KAW als Verzinsung des Stammkapitals (1,5 Millionen Euro) 72 198,67 Euro aus, die an den Haushalt des Landkreises abzuführen sind.

Da die meisten Mitglieder des Betriebsausschusses neu in dem Gremium sind, erläuterte der Wirtschaftsprüfer Gerhard Kopf aus Rinteln die Bilanz für das vergangene Jahr in aller Ausführlichkeit und attestierte der KAW nach Beantwortung aller Fragen am Ende ein „gesunder Betrieb“ zu sein, der im Vergleich mit anderen Betrieben dieser Art nur mit „geringen Risiken“ alter Deponien belastet zu sein. Im Einzelnen geht es dabei um die alte Bauschuttdeponie am Düth, deren Rekultivierung erst noch erfolgen muss. Wann der Start dazu erfolgen soll, konnte Sabine Thimm noch nicht genau sagen.

Deutlich besser als erwartet war im vergangenen Jahr die Biotonne angenommen worden. Hatte die KAW zunächst mit einer Steigerung von 33 Prozent der Haushalte auf 45 Prozent gerechnet, akzeptieren mittlerweile 73 Prozent der 41 000 Haushalte das Angebot, ihren Biomüll nicht selbst zu kompostieren. Der Restmüll ging trotzdem nicht um mehr als sechs Prozent zurück; erwartet worden war ein Rückgang um zehn Prozent.

Dass der Personalaufwand im vergangenen Jahr um 330 000 Euro gestiegen war, erklärte Sabine Thimm mit einer Personalaufstockung von zwei Mitarbeitern in der Verwaltung und neun Mitarbeitern im technischen Bereich. Als erfreulich bezeichnete der Wirtschaftsprüfer auch die Tatsache, dass im vergangenen Jahr die Verschuldung um 928 000 Euro gesenkt und Investitionen für neue Abfallbehälter und ein Tonnenwaschgerät in Höhe von 500 000 Euro ohne Kreditaufnahme finanziert werden konnten.

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