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Sortieranalyse der Kreisabfallwirtschaft zeigt: Abfalltrennung ist noch verbesserungswürdig

Müll auf dem Prüfstand

HAMELN-PYRMONT. Hameln-Pyrmonts Einwohner sind bei der Müllentsorgung relativ diszipliniert, was die Mülltrennung angeht. Doch hat im Vergleich zu vorhergegangenen Sortieranalysen des Mülls der Anteil von organischen Bestandteilen im Restabfall zugenommen. Fehlwürfe in Biotonnen sind relativ gering, und wenn sie vorkommen, handelt es sich zumeist um Plastiktüten, in die fälschlicherweise Organik-Müll eingepackt wurde.

veröffentlicht am 06.09.2017 um 19:30 Uhr

Mitte Mai kamen zehn Abfallladungen nicht in die Müllverbrennungsanlage, sondern wurden Stück für Stück per Hand sortiert. Foto: Dana
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Das war das Ergebnis der Abschluss-Präsentation der Müllanalyse, das die Intecus GmbH, vertreten durch Diplom-Ingenieur Jörg Wagner, jetzt der Politik im Betriebsausschuss der Abfallwirtschaft Hameln-Pyrmont (KAW) vorgestellt hat. Als unabhängiges und international aktives Unternehmen beraten die Dresdener Ingenieure die KAW in Sachen Müll-Management. Mitte Mai des Jahres hatte Intecus die Sortieranalyse von Rest- und Bioabfall sowie Papier, Pappe und Kartonagen durchgeführt. Hierzu wurden zehn verschiedene Müll-Ladungen von den Sammelautos nicht in die Müllverbrennungsanlage, sondern auf den Hof der KAW an der Ohsener Straße gefahren. Mitarbeiter sortierten dort den Müll per Hand Stück für Stück nach Abfallgruppen. Bei der Probenauswahl war darauf geachtet worden, dass Müll aus verschiedenen Wohnquartieren angeliefert wurde. So kam der Müll für die Restabfallsortierung in Hameln aus der Innenstadt, dem Klütviertel und aus Großwohnanlagen, in Bad Münder aus einem Ein- und Zweifamilienhaus-Quartier und aus ländlichen Regionen. Bemerkenswert waren die Unterschiede hier beispielsweise beim Wertstoffanteil im Restabfall – resultierend wohl aus Gründen unterschiedlicher Sozialkontrolle, wie KAW-Leiterin Sabine Thimm in der Sitzung vermutete. So war der Anteil von Glas, Verpackungskunststoff und Getränkeverbundverpackungen in Hamelns Innenstadt und den Großwohnanlagen merklich höher als beispielsweise in Hamelns Klütviertel oder in Bad Münder oder Aerzen.

Dabei ist jedoch der Wertstoffanteil im Vergleich zur Müllanalyse 2012 in diesem Jahr merklich zurückgegangen. Restabfall wandert jedoch übrigens ebenfalls in Hameln am meisten in die Biotonne. Dabei werfen Benutzer von Biotonnen übrigens weniger organischen Abfall in die Restmülltonne als Eigenkompostierer. Letztere schrecken angesichts von Ratten und Waschbären wohl doch davor zurück, Essensreste auf den Kompost zu werfen, obwohl das der Gesetzgeber so vorsähe.

Ulrich Kaufmann, stellvertretender Betriebsleiter bei der KAW, kommt deshalb nach der jüngsten Müllanalyse zu dem Ergebnis, dass der Rückgang trockener Wertstoffe im Restmüll zeigt, dass der Gelbe Sack im Landkreis gut angenommen wird. Dadurch würde der Organik-Anteil in den Restmülltonnen noch weiter gesenkt, könnten auch hier weitere Tonnen für die Müllverbrennung eingespart werden, so Kaufmann.

Durch gute Angebote der Elektroschrott-Entsorgung im Landkreis – neben der KAW müssen seit August vorigen Jahres auch Händler Altgeräte zurücknehmen – sei die Schadstoffbelastung im Restmüll äußerst gering. In den Papiertonnen jedoch habe der Anteil der Störstoffe im Vergleich zur Analyse 2012 zugenommen, weiß Kaufmann zu berichten. So gehören Kunststoff-Folien und Tetrapacks nicht in die Papiersammlung oder die Restmülltonne, sondern in den Gelben Sack.

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