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Mordprozess Julian - Angeklagter hüllt sich in Schweigen

Delligsen (ube). Im Prozess um den bestialischen Mord an dem kleinen Julian aus Delligsen im Landkreis Holzminden hat der Angeklagte Björn L. am ersten Prozesstag geschwiegen. Bei der Polizei und bei einem Ermittlungsrichter hatte der gelernte Maurer, der mit der Mutter der Kindes ein Verhältnis hatte, gestanden, den Jungen über viele Stunden gequält, misshandelt und schließlich totgeschlagen zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann unter anderem Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Ihm droht lebenslange Haft.

veröffentlicht am 15.11.2010 um 05:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 09:21 Uhr

Mord
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Delligsen (ube). Im Prozess um den bestialischen Mord an dem kleinen Julian aus Delligsen im Landkreis Holzminden hat der Angeklagte Björn L. am ersten Prozesstag geschwiegen. Bei der Polizei und bei einem Ermittlungsrichter hatte der gelernte Maurer, der mit der Mutter der Kindes ein Verhältnis hatte, gestanden, den Jungen über viele Stunden gequält, misshandelt und schließlich totgeschlagen zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann unter anderem Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Ihm droht lebenslange Haft. Da sich Björn L. nicht zu den Vorwürfen äußern wollte, verlas der Vorsitzende Richter des Schwurgerichts Hildesheim, Ulrich Pohl, das Vernehmungsprotokoll mit dem Geständnis des Mannes, das er im August angelegt hatte. Danach befragte die Kammer die Julians Mutter Nicole H. (28). Unter Tränen schilderte sie, wie sie nach ihrem ältesten Sohn gesucht hatte. An dieser Suche hatte sich auch Björn L. beteiligt, obwohl er genau wusste, dass sich das Tote Kind in der Garage befand. Er hatte die Leiche in zwei blaue Müllsäcke gestopft und hinter Abfall versteckt. Die Mutter sagte aus, dass Björn L. die Droge "Speed", ein Amphetamin, genommen habe. "Er hat sich alle 30 oder 45 Minuten was in die Nase gezogen", sagte sie. Nicole H. räumte als Zeugin vor Gericht ein, selbst "Speed" konsumiert zu haben. Sie sei durch Björn L. an das Rauschgift gekommen, habe es aus Neugierde selbst mehrfach ausprobiert. Julians Tod hat Deutschland erschüttert – der Fünfjährige hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft qualvoll leiden müssen. Björn L. hatte am Tag seiner Festnahme beim Ermittlungsrichter zugegeben, den Jungen stundenlang schwer misshandelt, gedemütigt und geschlagen zu haben. Das Kind erlitt am ganzen Körper zahlreiche Verletzungen und starb an inneren Blutungen. Der Kleine wurde totgeprügelt.
Dem Angeklagten wird vorgeworfen, das Kind in der Nacht zum 17. August aus Wut – er soll Julian verdächtigt haben, in das Bett eines seiner Brüder uriniert zu haben – eine Vielzahl wuchtiger Schläge mit der Hand und teilweise auch mit einem Gürtel gegen den gesamten Körper und insbesondere gegen den Schädel versetzt zu haben. Der Prozess wird am 24. November fortgesetzt. Es sind weitere sieben Prozesstage angesetzt worden.

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