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Nach den Metall- schlagen jetzt Viehdiebe am Fuhlener Weserkieswerk zu / Dr. Könemann setzt Belohnung aus

Mitten aus der Herde: Kalb von Weide gestohlen

Fuhlen (pj). Erst kamen zweimal Diebe und stahlen dicke Kabel, um diese zu Geld zu machen. Nun hat Dr. Peter Könemann ein weiteres Problem: Ein einen Tag altes Kalb verschwand von einer Weide am Kieswerk. „Wir haben uns so über das Kalb gefreut, es schon mit Ohrmarken versehen“, sagt der leitende Mitarbeiter des Weserkieswerkes Hessisch Oldendorf. Als er am nächsten Tag zum Stall am Kiesabbaugebiet unweit des Fuhlener Kreisels kam, brüllte die braune Mutterkuh zum Gotterbarmen, die Milch lief aus dem prallvollen Euter. Keine Spur vom Kalb.

veröffentlicht am 17.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 22:21 Uhr

Das Kalb ist gestohlen – das Euter der braunen Mutterkuh ist voller Milch.
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Gestern waren Polizeikommissar Sven Rost und Polizeioberkommissar Sascha Sander zum Tatort gekommen, um die Anzeige aufzunehmen. Am Freitagabend war das Kalb mit den Ohrmarken gekennzeichnet worden, danach machte sich Dr. Peter Könemann auf den Nachhauseweg nach Porta Westfalica. Morgens um 10.15 Uhr war er wieder im Semeswinkel, wie der Bereich in Fuhlen heißt, in dem Kies abgebaut wird. Das Tier gehört zu einer Mutterkuhherde, die die weitläufigen Rekultivierungsflächen um die Kiesteiche pflegen.

„Bereits im August des vergangenen Jahres ist genau das Gleiche geschehen. Damals verschwand auch ein Kalb einen Tag nach der Geburt“, erklärt Dr. Peter Könemann. Er erinnert sich noch genau an diesen Tag, denn er wollte am Morgen des 31. August zum Traktorpulling in Wahrendahl. Auf dem Weg dorthin wollte Könemann noch einen Blick auf die Herde werfen und musste feststellen, dass das kleine Kälbchen fehlte.

Die beiden Fälle legen für ihn „den Verdacht nahe, dass die neugeborenen Tiere gezielt gestohlen wurden“. Die Kälber der Herde mit derzeit 13 Tieren werden auf der Weide geboren. Es ist am Euter der Mutterkühe klar zu erkennen, wann die Geburt erfolgen wird. „Kurz davor wird das Euter prall“, erklärt Dr. Könemann den Polizisten. Die Kälber laufen kaum in den ersten Stunden nach der Geburt. Mit einer Taschenlampe seien sie auch wegen der großen gelben Ohrmarken leicht auszumachen. „Das Kalb lag, als wir abends wegfuhren, draußen, gleich hinter dem Stall“, sagt Dr. Peter Könemann. Wird das Neugeborene mit der Taschenlampe angestrahlt, ist es leicht zu packen und lässt sich in fast jedem Autokofferraum abtransportieren. Das in der Nacht zum Sonnabend gestohlene Kalb der Rasse Deutsch-Angus trägt die Ohrmarke mit Nummer DE 0354381451.

Über vier Stunden hat Dr. Könemann am Sonnabendvormittag die Weiden abgesucht – keine Spur von dem Kälbchen war zu entdecken. Die brüllende Kuh läuft auf der Wiese auf und ab. Der Besitzer hofft, dass das Muttertier jetzt nicht an einer Euterentzündung erkrankt. Den Wert des gestohlenen Kalbes beziffert Dr. Könemann mit rund 500 Euro. Wo das Tier geblieben sein könnte, bleibt im Bereich der Vermutung. Es kann geschlachtet worden sein, dann gibt es kein Problem mit der Ohrmarke. Es kann aber auch eine neue Ohrmarke bekommen haben und neben einer Mutterkuh als zweites saufendes Kalb laufen. Bis zu zwei oder drei Tage alte Kälber werden von fremden Kühen noch angenommen.

Dr. Könemann setzt eine Belohnung von 500 Euro für sachdienliche Hinweise aus. „Um künftige Übergriffe zu verhindern, wird künftig nicht nur die Videoüberwachung des Kiesgeländes, sondern auch der Weideflächen erfolgen“, sagt er. Und noch eine weitere Schutzmaßnahme wird er ergreifen: „Die Kälber werden gleich nach der Geburt mit einem Microtransponder versehen, mit dem sich der Verbleib und die Identifikation der Tiere zweifelsfrei vornehmen lassen.“

Die Polizei fährt seit dem Diebstahl der Kupferkabel vom Förderband verstärkt Kontrollen am Fuhlener Kieswerk. Diese werden noch verstärkt, wie die Beamten durchblicken ließen.



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