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Kreishandwerkerschaft diskutiert mit Kultusminister Tonne Ausbildungsprobleme

„Mit Quereinsteigern allein geht es nicht“

HAMELN-PYRMONT. Natürlich geht es vor allem um Fragen rund um das Thema Ausbildung, wenn sich der dafür zuständige Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) bei der Kreishandwerkerschaft die Ehre gibt. Es ist eine Gelegenheit, die dem Handwerk nicht alle Tage gegeben wird.

veröffentlicht am 12.06.2019 um 22:19 Uhr

Zum Dank für seinen Besuch überreichte Kreishandwerksmeister Wilhelm Bente (re.) Kultusminister Grant Hendrik Tonne eine symbolische Werkzeugtasche mit einem Kaffeebecher und Informationsmaterialien. Foto: wft
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Autor

Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Natürlich aber auch, dass der Kreishandwerksmeister zunächst einmal kurz die Lage des heimischen Handwerks erläuterte. Die sieht nach Darstellung von Wilhelm Bente in weiten Teilen derzeit noch sehr gut aus. „Wir erwarten in diesem Jahr ein Wachstum von vier Prozent“, berichtete der Bäckermeister. Auch habe die Zahl der Auszubildenden im Landkreis um zwei Prozent auf knapp 400 zugenommen. Schwerpunkte seien dabei die boomenden Branchen des Bau- und Ausbaugewerbes. Eine Stagnation gebe es allerdings in den industrienahen Gewerken Elektro und Metall, die für Vorarbeiten bei industriellen Investitionen gebraucht würden. Das sei möglicherweise kein gutes Signal für die Investitionstätigkeiten in diesem Bereich.

Dann aber kam Bente zur Sache und schilderte dem Minister und seinen Handwerkskollegen die Probleme der beruflichen Ausbildung im ländlichen Bereich. Sorge bereitet dabei vor allem die wohnort- und betriebsnahe Ausbildung an den berufsbildenden Schulen, weil die Klassen immer kleiner würden und damit die Gefahr größer, bestimmte Berufe nicht mehr vor Ort mit der schulischen Ausbildung zu versorgen. Diese Sorge konnte Tonne dem Handwerk nehmen. „Wir sind das einzige Flächenland in Deutschland, das auch 7er-Klassen mit Unterrichtsstunden versorgt“, sicherte der Kultusminister zu, „auch wenn es die Versorgung mit Unterrichtsstunden insgesamt verbessern würde, wenn wir das aufgeben würden.“

Wo die berufsbildenden Schulen der Schuh drückt, machte Gisela Grimme, die Leiterin der Elisabeth-Selbert-Schule, deutlich. „Wir brauchen nicht nur verlässliche Budgets mit Zuwachs“, forderte sie, „sondern neben den Quereinsteigern auch für die Berufsschulen ausgebildete Lehrer. Mit Quereinsteigern allein geht es nicht“, warnte sie vor Qualitätseinbrüchen. Auf die Frage, um wie viel die derzeit bei etwa 90 Prozent liegende Unterrichtsversorgung an den berufsbildenden Schulen verbessert werden könne, wollte Tonne keine Antwort geben. „Wir haben in zweieinhalb Wochen Haushaltsklausur“, erklärte er. „Da kann sich kein einzelner Minister aus der Deckung wagen.“ Immerhin versprach Tonne aber, „alles dafür zu tun, dass mehr Unterrichtsstunden zur Verfügung gestellt werden“.

Ein zentraler Punkt in der Diskussion war auch die berufliche Orientierung. Johannes Stolle, Leiter der Eugen-Reintjes-Schule, bemängelte dazu, dass das Hamelner Modell der Kooperation zwischen Berufsschulen sowie Haupt-, Ober- und Realschulen mit intensiven Praktika nicht an den Gymnasien praktiziert werde, obwohl sich erwiesen habe, dass sich dadurch die Abbrecherquoten in den Ausbildungsgängen verringert hätten. Das müsse sich ändern.



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