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Erster Energiebericht der Klimaschutzagentur für die Liegenschaften des Landkreises Hameln-Pyrmont

Mit energetischer Sanierung Geld sparen

Hameln-Pyrmont. Die 22 Liegenschaften des Landkreises Hameln-Pyrmont mit einer Bruttogrundfläche von 172 000 Quadratmetern bergen ein enormes Potenzial an Einsparmöglichkeiten durch energetische Maßnahmen. Das zeigte der Energiebericht der mit dem Energiecontrolling des Landkreises beauftragten Klimaschutzagentur am Donnerstag im Bauausschuss des Kreistags.

veröffentlicht am 29.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 09:21 Uhr

Autor:

Wolfhard F. Truchsess
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Rückwirkend bis zum Jahr 2011 hatte die Agentur den Energieverbrauch jeder einzelnen Immobilie untersucht und dabei festgestellt, dass die Immobilien in den Jahren 2009 bis 2011 witterungsbereinigt im Durchschnitt 13,455 Gigawattstunden (GWh) verbraucht hatten, durch energetische Maßnahmen der Verbrauch im Jahr 2012 aber um 1700 Megawattstunden (MWh) gesenkt werden konnte. Im Jahr 2013 stieg der Verbrauch nur unwesentlich an.

Seit die Klimaschutzagentur im April 2013 den Auftrag erhalten hatte, das Energiecontrolling zu übernehmen, wird von ihr monatlich der Verbrauch jeder einzelnen Immobilie erfasst, ein monatlicher Energiebericht erstellt, ein Energiesteckbrief für die Immobilien entwickelt sowie der Verbrauch durch spezielle Heizkurven und Pumpeneinstellungen optimiert. Mit der monatlichen Verbraucherfassung ist es nach Darstellung von Diplom-Ingenieur Tobias Timm in erster Linie möglich, Mängel rechtzeitig zu erkennen. Als ein Beispiel nannte Timm einen verborgenen Wasserrohrbruch im Rathaus der Stadt Hessisch Oldendorf. Er sei entdeckt worden, weil der Hausmeister dort bei seiner Monatskontrolle des Wasserzählers einen erhöhten Verbrauch festgestellt hatte und dem Verursacher auf die Spur gekommen war.

Dass sich die energetische Sanierung und Optimierung ganz konkret auszahlt, zeigt nach Darstellung von Timm die Oberschule in Hessisch Oldendorf. In den Jahren 2010 und 2011 hatte der Energieverbrauch der Immobilie noch knapp über einer Gigawattstunde gelegen. Mit der energetischen Sanierung wurde der Verbrauch auf rund 0,39 GWh gesenkt. Zwar lag die Schule zuvor schon im Zielbereich eines 25-prozentigen Energieverbrauchs im bundesweiten Vergleich zu ähnlichen Gebäuden, nimmt mit dem jetzigen Energieverbrauch aber einen echten Spitzenplatz ein. Am Beispiel der Hummetalsporthalle in Aerzen zeigte Timm, was allein durch eine hydraulische Optimierung der Heizungsanlage jährlich an Energiekosten eingespart werden kann – in diesem Fall 8000 Euro pro Jahr. Für an die Fernwärme angeschlossene Immobilien des Kreises errechnete die Agentur durch Optimierung der Heizkurven allein ein Einsparpotenzial von 17 000 Euro.

Als Immobilien mit einem hohen Strom-Wärmeverbrauch identifizierte die Energieagentur den Gebäudekomplex von Heinrich-Kielhorn- und der Albert-Schweitzer-Schule samt ihrer Sporthalle, die Feuerwehrtechnische Zentrale in Kirchohsen, die Eugen-Reintjes-Schule (Hameln) und die Johann-Comenius-Schule in Emmerthal. Da bei der Eugen-Reintjes-Schule (ERS) derzeit das Dach saniert und gleichzeitig die Wärmedämmung auf den neuesten Stand gebracht wird, erhofft sich Timm ebenso wie die Mitglieder des Bauausschusses eine messbare Verringerung des Wärmeverbrauchs an der ERS. Unerfreulich ist an der Energiebilanz die Feststellung von Timm, dass der kontinuierliche Preisanstieg für Strom die durch energetische Optimierung erreichten Einsparungen wieder auffrisst und teilweise die Kosten sogar höher ausfallen. Für die kommenden Jahre empfiehlt Timm nach einer Auswertung der Gebäudedaten die Erstellung eines Sanierungsfahrplans, um weitere Verbrauchskosten einzusparen, vor allem auch, weil die Trinkwasserverordnung vor Warmwasseranlagen eine durchgängige Wassertemperatur von 60 Grad Celsius vorschreibt und damit der Energieverbrauch steigt. Derzeit zahlt der Landkreis für Strom und Wärme rund 1,585 Millionen Euro im Jahr.

Positiv macht sich in der Ökobilanz des Landkreises der Bezug von zertifiziertem Ökostrom der Stadtwerke Hameln bemerkbar. Wurden im Jahr 2011 noch 1174,7 Tonnen CO2 emittiert, sind es seit dem Jahr 2012 nur noch rund 69 Tonnen, weil durch Ökostrom kein Kohlenstoffdioxid erzeugt wird.



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