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Neues Kapitel im Konflikt zwischen Rechts und Links: Neonazis stören Malaktion in Bückeburg

Mit bunter Farbe gegen braune Parolen

Bückeburg (kk). „Mit bunten Farben gegen braune Parolen“, so der Titel der Aktion, wollten Schüler einer neunten Klasse der Herderschule in Bückeburg gestern Morgen gegen rechtsextreme Schmierereien an den Außenwänden ihrer Schule vorgehen. Sie hatten gemeinsam mit der Menschenrechtsaktivistin Irmela Mensah-Schramm und ihrer Politiklehrerin gerade Farbtöpfe und Pinsel ausgepackt, als sie massiv von rechten Aktivisten gestört wurden. Einer der Störer, so die Aussage der Schüler, sei in ein Handgemenge mit einem Polizeibeamten geraten.

veröffentlicht am 18.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 06:21 Uhr

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In Bückeburg kommt es seit über einem Jahr immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Jugendlichen. Die Gewalt geht dabei meist von den Rechtsradikalen aus.

So stellt sich der Ablauf der Vorkommnisse gestern aus Sicht der Schüler dar: Zunächst sei eine junge Frau mit einem Fotoapparat aufgetaucht, die ihre Aktion fotografieren wollte. Diese habe sich als Antifa-Mitglied ausgegeben. Einer der Schüler habe sie jedoch als Mitglied der rechten Szene erkannt. Sie sei aufgefordert worden, das Fotografieren einzustellen und sich im Schulsekretariat anzumelden. Danach sei es Schlag auf Schlag gegangen: Es sei ein polizeibekannter Rechtsextremist aus dem Mindener Raum aufgetaucht, ebenfalls mit einem Fotoapparat. Dessen Interesse habe jedoch weniger der Malaktion gegolten als vielmehr dem Auftritt von vier Gesinnungsgenossen, die inzwischen aufgetaucht seien. Diese hätten ein vorbereitetes Spruchband hochgehalten. Sie seien mit weißen Masken vermummt gewesen, Erkennungszeichen der sogenannten „Unsterblichen“, einer Gruppierung junger Rechtsextremisten.

Inzwischen wurde die Polizei alarmiert – von einer Schülerin. Ein Polizeibeamter in Zivil, der die Malaktion beobachtet habe, habe nach Angaben von Irmela Mensah-Schramm kein funktionierendes Handy dabei gehabt. Der Polizeibeamte sei dann in ein Handgemenge mit dem „Fotografen“ geraten. Als mehrere Polizeifahrzeuge eingetroffen seien, hätten die jungen Neonazis bereits die Flucht ergriffen. Ihr Spruchband habe eine Schülerin an sich gerissen, die unter ihren Klassenkameraden für ihre rechtsextremen Ansichten bekannt sei. Sie sei in ein wartendes Auto gestiegen.

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Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand, der Auftritt der Neonazis sorgte aber bei den Teilnehmern des Workshops für Bestürzung, Angst und Verunsicherung. Trotzdem führten sie ihre Aktion zu Ende und übermalten rechte Sprüche an der Fassade. Aus „Unsere Farbe lässt sich entfernen, unsere Idee nicht“ (der fast identische Spruch wie auf dem Transparent) wurde: „Unsere bunten Farben lassen unseren Ideen Flügel wachsen“. Die Bückeburger Polizei hat auf Nachfrage im Kern die Beobachtungen der Schüler bestätigt. Allerdings sei es nicht zu Tätlichkeiten gekommen. Auch einen Straftatbestand sieht die Polizei nicht. Es werde geprüft, ob die Maskierung ein Verstoß gegen das Vermummungsverbot ist.

Die Schüler der Herderschule in Bückeburg ließen sich nicht entmutigen und übertünchten rechtsextreme Sprüche.

Fotos: pr/kk



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