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Ermittler sahen keine Anhaltspunkte für weitere Verstecke – und entdecken einen Schuppen

Missbrauchsfall Lügde: Entrümpler findet weitere Datenträger

DETMOLD/BIELEFELD/LÜGDE. Nach dem Räumen der Parzelle von Andreas V. (56) hat der Pyrmonter Abbruchunternehmer Christopher Wienberg weitere Datenträger entdeckt: Im Bauschutt vom mutmaßlichen Missbrauchs-Tatort auf dem Elbrinxer Campingplatz stieß er am Montag auf elf VHS-Kassetten, eine CD und eine Mini-CD, wie die Staatsanwaltschaft Detmold und die Polizei Bielefeld am Abend bestätigten.

veröffentlicht am 15.04.2019 um 22:04 Uhr

Die Tatortarbeit sei „nach höchsten Standards“ abgelaufen, betonen Staatsanwaltschaft und Polizei. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Die VHS-Kassetten lagen in einem zur Verbrennung bestimmten Container. Die Polizei schließt nicht aus, dass jemand sie nachträglich dort abgelegt hat. Die Ermittler stießen bei einer ersten groben Sichtung auf Unterhaltungssendungen.

Am Morgen hatte die Polizei laut Wienberg noch gesagt, sie wolle die letzten von ursprünglich elf Containerladungen untersuchen. Später hieß es, die Ermittler kämen doch nicht. Der Schutt könne weg.

Unterdes teilten die Staatsanwaltschaft Detmold und die Polizei Bielefeld per Presseerklärung mit, von den am Donnerstag und Freitag durch die Entrümpler entdeckten Datenträgern habe man wegen Beschädigungen aktuell nur eine CD teilweise auslesen können. „Relevante Daten, die auf weitere Opfer oder andauernden Missbrauch schließen lassen“, habe das bislang nicht erbracht. Der leitende Oberstaatsanwalt Ralf Vetter sagte mit Blick auf die vorliegenden 14 Terabyte Datenmaterial auf Anfrage, weitere Datenträger für die Beweisführung seien „nicht so wahnsinnig wichtig“. Begründen mochte er diese auf die mutmaßlichen Taten und Täter, jedoch weniger auf die Interessen der Opfer gerichtete Sicht nicht.

In der schriftlichen Erklärung suchen Staatsanwaltschaft und Polizei vor allem den Verzicht auf eine gründlichere Durchsuchung der Elbrinxer Objekte zu rechtfertigen. Die „intensive, sehr kleinteilige“ Tatortarbeit auf den Parzellen der Beschuldigten sei „nach höchsten Standards – analog zur Tatortarbeit bei Mord und Totschlag – durchgeführt“ worden, hieß es in der Erklärung. Eine Zerstörung der Behausung habe der Durchsuchungsbeschluss nicht gedeckt. Anhaltspunkte dafür, dass sich auf dem Areal noch relevantes Beweismaterial befand, habe es nicht gegeben.

Allerdings soll eine Zeugin die Polizei laut NDR auf Versteck-Tipps hingewiesen haben, die V. gegeben habe.

Um kurz nach 21 Uhr teilten die Ermittler dann mit, sie hätten am Montag festgestellt, dass Andreas V. noch ein Geräteverschlag nahe seiner Parzelle zuzuordnen sei. Das sei ihnen bisher nicht bekanntgewesen. Der Campingplatz-Betreiber habe behauptet, die Polizei darüber bereits vor längerer Zeit informiert zu haben. Bei der Durchsuchung des Schuppens fand die Polizei Werkzeuge und Metallschrott.



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