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CDs und Disketten in Hohlräumen

Missbrauchsfall: Entrümpler entdeckt weiteres Beweismaterial

ELBRINXEN. Beim Abriss der Parzelle des Missbrauchs-Hauptverdächtigen Andreas V. (56) auf dem Elbrinxer Campingplatz sind weitere Datenträger entdeckt worden. Abrissunternehmer Christopher Wienmeier und seine Leute fanden drei CDs und zwei Disketten. „Die lagen unten auf dem Boden“, sagte der Pyrmonter auf Nachfrage.

veröffentlicht am 12.04.2019 um 18:12 Uhr
aktualisiert am 12.04.2019 um 20:30 Uhr

Ein Mitarbeiter des Abrissunternehmens sieht nach, wie viel Platz noch im Container ist. Bei dem am Freitag nach drei Tagen beendeten Abriss der Behausung von Andreas V. auf dem Elbrinxer Campingsplatz haben die Entrümpler drei CDs und zwei Disketten
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Damit bestätigte er einen Bericht von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung. Die letzte CD fand Wienmeier am Freitag im Abrissschutt.

Der Unternehmer informierte jeweils gleich darauf die Polizei Bielefeld. „Die haben dann einen Kollegen geschickt, der die Sachen abholte.“ Rückblickend wäre es aus Wienmeiers Sicht „gut gewesen, wenn beim Abriss noch ein, zwei Polizisten dabeigewesen wären – zum Aufpassen und Mitgucken“.

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten den mutmaßlichen Tatort Ende März freigegeben. Die jüngsten Funde zeigen: Als NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) Ende Februar versprach, die Ermittler würden „jeden Stein umdrehen, notfalls wird der Stein auch geröntgt“, nahm er den Mund zu voll. Eine akribische Demontage der Behausung hätte genügt.

„Dass wir die Sachen gefunden haben, war reiner Zufall“, sagt Wienmeier. „Unbeschreiblich, wie verbaut und von vorn bis hinten verschachtelt diese Bude war: Dusche, Toilette, Wohnzimmer, Flur – das hat er ja alles irgendwie selbst zusammengeschustert, mit doppelt und dreifach übereinandergebauten Fußböden.“ Die Datenträger lagen in einem Hohlraum. Sie waren auch Datenspürhund „Artus“ entgangen.

Nach Angaben des Unternehmers sind alle fünf Datenträger beschriftet. Eine CD ist mit einer Jahreszahl, dem Wort „Video“ und fünfmal dem Buchstaben X markiert.

Nach einem halben Dutzend teils mehrtägiger Durchsuchungen durch die Polizei ging der Entrümpler nicht davon aus, noch auf mögliche Beweismittel zu stoßen. Und doch entschied er sich dagegen, die Behausung bloß zusammenzuschieben. „Wir haben das Objekt selektiv zurückgebaut“, sagt er. „Wir hatten jedes Teil einzeln in der Hand.“ Der Bagger sei nur beim Holz-Verladen in den Container genutzt worden.

Als er am Freitagmittag alles komplett abgerissen hatte, war Wienmeier erleichtert. „Im Innern der Wohnwagen – das war schon hart“, sagt er. Beim Anblick der Plüschtiere dort sei es ihm eiskalt den Rücken heruntergelaufen.

Von der Polizei Bielefeld, die die Ermittlungen seit 31. Januar verantwortet, hieß es gestern, die Datenträger hätten mit den bei einer Durchsuchung zulässigen Mitteln nicht gefunden werden können. Sie würden nun ausgewertet und gegebenenfalls zum Gegenstand der gerichtlichen Beweisaufnahme.

In dem Wohnwagen hatten die Ermittler Festplatten und andere Datenträger mit rund 3,3 Millionen Bildern und fast 86 300 Videos sichergestellt. 155 CDs und DVDs waren aus der Obhut der Polizei verschwunden. Die Staatsanwaltschaft Detmold leitete ein Strafverfahren gegen Unbekannt ein.



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