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Auch 21-Jähriger unter Verdacht

Missbrauch in Lügde: Zahl der Beschuldigten steigt auf acht

LÜGDE/HAMELN. Im tausendfachen Missbrauchsfall vom Campingplatz Eichwald in Lügde mit inzwischen 41 identifizierten Opfern im Alter von 3 bis 14 Jahren gibt es einen neuen Beschuldigten. Das haben die Staatsanwaltschaft Detmold und die Polizei am Mittwoch bestätigt.

veröffentlicht am 08.05.2019 um 14:58 Uhr
aktualisiert am 08.05.2019 um 18:40 Uhr

Die Parzelle des mutmaßlichen Haupttäters auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde ist abgerissen worden. Foto: Guido Kirchner/dpa
Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Im tausendfachen Missbrauchsfall von Lügde mit inzwischen 41 identifizierten Opfern im Alter von 3 bis 14 Jahren gibt es einen neuen Beschuldigten. Das haben die Staatsanwaltschaft Detmold und die Polizei am Mittwoch bestätigt.

Aus einem unveröffentlichten Bericht der nordrhein-westfälischen Landesregierung geht hervor, dass die Staatsanwaltschaft in Detmold am 12. April gegen einen 21-jährigen Mann ein Verfahren wegen „des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie des Besitzes von kinderpornografischen Schriften“ eingeleitet hat. Das Dokument liegt dem „Spiegel“ vor.

Insgesamt wird nun gegen acht Beschuldigte ermittelt, von denen drei – Dauercamper Andreas V. (56), der arbeitslose Mario S. (34) aus Steinheim und Volker S. (48) aus Stade – in Untersuchungshaft sitzen. Dagegen ist ein Mitte April eröffnetes Verfahren gegen eine 63-jährige Mutter eines Opfers wegen des Verdachts der Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern wieder eingestellt worden. Neben den drei Hauptverdächtigen wird jetzt noch gegen fünf Beschuldigte wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs, des Besitzes von kinderpornografischem Material oder Strafvereitelung ermittelt.

In Hameln-Pyrmont hat die CDU-Kreistagsfraktion derweil eine weitere Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses beantragt. Fraktionschef Hans-Ulrich Siegmund sieht nach neuerlichen Vorwürfen gegen das Jugendamt Hameln-Pyrmont durch den Vater eines missbrauchten Mädchens „noch großen Aufklärungsbedarf“.

CDU und FDP im Land und Kreis fordern einen Sonderermittler, der Behördenfehler aufdecken soll – die SPD will einen solchen Sonderermittler verhindern. Ulrich Watermann, SPD-Fraktionsvize im Landtag und Fraktionschef im Kreistag, lehnt ihn kategorisch ab. Schließlich, so Watermann und der sozialpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Uwe Schwarz, habe Landrat Tjark Bartels (SPD) „sich bei den Eltern der misshandelten und missbrauchten Kinder für die fatale Fehleinschätzung seitens des Jugendamtes entschuldigt“. Eine Entscheidung über Einsetzung oder Nichteinsetzung eines Sonderermittlers falle „einzig und allein in die Zuständigkeit des Kreises Hameln-Pyrmont“. Im Kreistag hat die Gruppe aus SPD, Grünen, Linken und Helmuth Mönkeberg nur mit der Stimme von Landrat Bartels (SPD) eine Mehrheit – kann also mit dem Landrat einen Sonderermittler ablehnen.

Bartels kritisiert derweil den politischen Umgang mit dem Fall Lügde: „Die unreflektierte Empörungsrhetorik wird weder der Sache gerecht noch hilft sie weiter. Die Trittbrettfahrer und Steinewerfer, die versuchen, politisches Kapital daraus zu schlagen, instrumentalisieren den Missbrauchsfall.“



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